Frauen sind spitze. Jedenfalls wenn es um Niedriglohnjobs geht, um Teilzeitarbeit, um wenig lukrative Betätigungen in Kleinstbetrieben, um Chancenlosigkeit beim Aufstieg in besser bezahlte Erwerbstätigkeit.
Man wusste es längst, aber jetzt verströmen die neuesten Datensätze der Arbeitsmarktforscher erneut Gewissheit: Frauen sind spitze. Jedenfalls wenn es um Niedriglohnjobs geht, um Teilzeitarbeit, um wenig lukrative Betätigungen in Klein- und Kleinstbetrieben, um Chancenlosigkeit beim Aufstieg in besser bezahlte Erwerbstätigkeit.
Putzfrau: Ein Job am untersten Ende der Einkommensskala bietet eher die Aussicht auf eine Sackgasse denn die Chance zum Aufstieg. (© Foto: ap)
Anzeige
Da bilden Frauen die Spitze der Bewegung nach unten. Für sie bedeutet nach der jüngsten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ein Job am untersten Ende der Einkommensskala eher die Aussicht auf eine Sackgasse denn die Chance zum Aufstieg.
Die EU-Kommission blickt scheel gen Deutschland
Dass Bildung, gute Ausbildung und ständige Weiterbildung die besten Versicherungen gegen abstiegsgeneigte Niedriglohnarbeit sind, ist inzwischen auch zur Binsenweisheit geworden. Wer das nicht verinnerlicht hat, ist selber schuld, könnte man sagen.
Aber dass sich in der Arbeitswelt ganz unten auch jede Menge qualifizierte Frauen in Teilzeitjobs tummeln, nur weil sie keine anständige Betreuung für ihre Kinder finden, ist schon skandalös. Jedenfalls für die größte Wirtschaftsnation in Europa mit einer Frau in politischer Top-Führungsposition. Dass da auch die EU-Kommission scheel gen Deutschland blickt und eins ums andere Mal die generelle Lohndiskriminierung von Frauen moniert, wirkt langsam peinlich.
Deutschland mit durchschnittlich 22 Prozent weniger Frauenlohn in einer Reihe mit Zypern, Estland und der Slowakei! Studien über diese Form von Diskriminierung gibt es inzwischen wie Sand am Meer, und jede für sich stellt der EU-Lokomotive Deutschland erneut ein Armutszeugnis aus. Der Studien aber sind genug gewechselt, wann sind endlich Taten zu sehen?
- Geringverdiener Einmal arm, immer arm 10.06.2008
- Gehalt und Gleichberechtigung Mitschuldig 30.01.2008
- Niedrige Frauengehälter Selber schuld! 02.03.2007
- Einkommen Putzen, kellnern und verkaufen 14.12.2007
(SZ vom 10.6.2008/bön)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Allerdings habe ich in meinem Familien- und Freundeskreis des Oefteren feststellen muessen, dass Frauen sich mit diesen Loehnen zufrieden geben, weil sie denken "Ich kann ja froh sein, dass ich ueberhaupt was bekomme"... Bitte! Das soll kein Angriff sein! Meine Mutter arbeitete in verschiedenen Jobs, wie Hotels, Gartenbedarfslaeden, etc. Wenn ich sie fragte, was man denn da zahlt, musste ich schon schlucken. Dafuer wuerde ich, bei aller Liebe, morgens nicht aufstehen. Dazu kommt noch, dass den Mitarbeiter(innen) in diesen Berufen oft wenig Respekt entgegengebracht wird. Man (sprich: frau) ist da leider anonym und austauschbar.
Gleichfalls, kenne ich eine Akademikerin, die lange Zeit in Voluntariaten, Praktika und aehnlichen wenig bezahlten Jobs verbracht hat, weil das in der Branche (Verlagswesen) einfach so ueblich ist - sagt sie. Die Bewerber, zum grossen Teil Frauen, machen sich gegenseitig den Arbeitsmarkt kaputt. Bei einem Verdienst der irgendwo in der Naehe des Hartz IV Niveaus liegt, frage ich mich, ob eine Neuorientierung nicht vielleicht doch die bessere Loesung gewesen waere.
Gehaelter duerfen nicht davon abhaengen welches Geschlecht man hat. Aber Frauen: Lasst euch nicht alles bieten!