Frauen scheuen die Belastung und wollen mehr Zeit für die Familie? Von wegen. Viele Arbeitnehmerinnen in Deutschland würden gerne länger arbeiten - wenn man sie ließe.
wei Drittel der Minijobberinnen und die Hälfte aller Teilzeitbeschäftigten will gerne länger arbeiten. Das ergibt sich aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Forscher kommen darin zu dem Schluss, "dass bei der Arbeitszeit Wunsch und Wirklichkeit häufig nicht übereinstimmen".
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Sie hängen sich rein und sind erfolgreich - trotzdem fühlen sich viele weiblichen Führungskräfte von ihren männlichen Kollegen nicht ernst genommen. (© iStock)
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Nach Angaben des IAB, das zur Bundesagentur für Arbeit gehört, hat sich seit der Wiedervereinigung die Beschäftitung bei Frauen und Männern sehr unterschiedlich entwickelt: Die Anzahl der beschäftigten Männer nahm zwischen 1991 und 2010 um acht Prozent ab, die der Frauen um 16 Prozent zu.
Zugleich ging die Vollzeitbeschäftigung insgesamt um 20 Prozent zurück. Die Verluste bei den Vollzeitjobs gehen mit starken Zuwächsen bei den Teilzeit- und Minijobs einher. Dies gilt vor allem für Frauen. So war 2010 bereits die Hälfte aller Arbeitnehmer weiblich. Der Anteil der Frauen am Arbeitsvolumen belief sich allerdings nur auf 43 Prozent.
Die Teilzeitarbeit ist nach den Erkenntnissen des Nürnberger Instituts aber "oft unfreiwillig": So gebe fast jede fünfte Frau an, "nur deshalb teilzeitbeschäftigt zu sein, weil sie keine Vollzeittätigkeit finden konnte". 1991 habe dieser Anteil noch bei sechs Prozent gelegen.
Aus der Studie geht hervor, dass sowohl männliche wie auch weibliche Teilzeitbeschäftigte ihre wöchentliche Arbeitszeit ausweiten und damit ihren Lohn aufbessern möchten. Regulär teilzeitbeschäftigte Frauen würden demnach gerne ihre vereinbarte Wochenarbeitszeit um vier Stunden erhöhen und Minijobberinnen sogar um neun Stunden.
Alle Verlängerungswünsche zusammengerechnet, ergibt sich ein Arbeitspotential von 40,5 Millionen Stunden pro Jahr. Das entspricht etwa einer Million zusätzlicher Stellen. Das IAB sieht darin auch ein beachtliches Arbeitspotential im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Das Forschungsinstitut räumt jedoch ein, dass es schwierig sei, die Wünsche in diesem Umfang umzusetzen. Außerdem sei eine flächendeckende Kinderbetreuung nötig, damit sich Frauen im Beruf stärker engagieren könnten.
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(SZ vom 28.04.2011/holz)
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20 Prozent der "Teilzeitfrauen" würden gerne länger arbeiten. Schön und gut - aber das belegt NICHT, dass hauptsächlich Frauen zur Teilzeit "gezwungen" werden, da Angaben, wie viel Prozent der "Teilzeitmänner" gern Vollzeit arbeiten würden. Etwas tendenziös.
"Heute also werden mehr Vollzeitstellen gefordert."
Der Grund dafür dürfte auch klar sein. Die Gehälter könnten evtl. sogar minimal steigen, also muss man schnellstens Abhilfe schaffen.
schön. aber wo sind die fakten, die das belegen? ich sehe hier nur aussagen. warum finden die teilzeitkräfte keine vollzeitjobs? wegen der arbeitszeit? warum - arbeitszeit zu hoch (dann dürfen sie aber keine vollzeitstelle suchen), zu unflexibel, zu was....?
wenn man von der headline ausgeht hört sich das so an, als ob es keine vollzeitstellen geben würde. aber die gibt es. nur passen sie nicht zum suchenden... m.e. ist die überschrift daneben.
Heute also werden mehr Vollzeitstellen gefordert.
Das ist schon mal nicht schlecht.
Allerdings erscheint mir zunächst zweifelhaft ob alle Minni-Jobberinnen wirklich eine Vollzeitstelle suchen oder ob sie nicht auch mit einer Teilzeitstelle zufrieden wären.
Es wäre auch zu fragen, ob as "Mini-Job" Modell dieser eigenartigen Republik das Gelbe vom Ei ist oder ob gerade an der 400,-- Euro-Grenze der Hund begraben liegt.
Mir (ich habe immer Vollzeit gearbeitet) ist aufgefallen, daß die Leistung von Teilzeitkräften oft größer ist als die von Vollzeitkräften. Die klotzen oft ganz schön ran und kriegen dafür einen unverhältnismäßig geringen Lohn.
Für eine geringfügig Beschäftigte mag' das wegen der 400,-- Öre-Gernze noch in Ordnung gehen. Für eine Arbeitskraft, die darüber liegt, jedoch nicht.
Umgekehrt wird sicher bald wieder lamentiert, wenn zuwenige Teilzeitstellen da sind.
Zum Beispiel würde ich gerne in ein paar Monaten eine Teilzeitstelle als Informatikerin finden. Ich glaube, das kann ich mir abschminken. In der Schweiz würde ich eine 40%-Stelle finden können.
Das ist aus meiner Sicht alles nicht das Problem.
Die Arbeitszeitmodelle sind zu wenig durchlässig. Das isses!
Und die Teilzeitkräfte werden bei den Sozialleistungen oft benachteiligt und trauen sich nichts sagen.