Seit einiger Zeit bietet CMS jungen Associates Parttime-Jobs an und hat sogar Teilzeit-Partnerschaften eingerichtet, um ambitionierte Mütter bei der Stange zu halten. "Unsere Teilzeit-Partner arbeiten 60 oder 70 Prozent, das sprechen wir individuell ab", sagt Kolster. "Besonders gut geht das zum Beispiel in den Bereichen Litigation oder Arbeitsrecht. Im Bereich M&A ist es schwieriger, da muss man sich nichts vormachen."

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"Ärzte müssen auch viel arbeiten"

Um noch mehr Türen zu öffnen, arbeitet CMS derzeit an einem alternativen Karriereweg zwischen Associate und Partner. "Diese Karriereoption ist ausdrücklich nicht gedacht für weniger ambitionierte Anwälte und könnte sich für junge Mütter und Väter eignen, die gerade in der betreuungsintensiven Familienphase stecken", sagt Kolster, und fügt hinzu, dass bei CMS Hasche Sigle jüngst sogar zwei Väter Elternzeit genommen haben.

Man kann es aber auch anders machen. So wie Hilke Herchen. Die 36 Jahre alte, promovierte Anwältin ist seit neun Jahren bei CMS, seit drei Jahren als Partnerin. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich M&A. Das heißt: Sie arbeitet viel, wenn große Transaktionen anstehen, sogar mal bis in die Nacht. Das findet sie nicht weiter schlimm: "Ärzte müssen schließlich auch viel arbeiten." Und doch hat sie zwei kleine Töchter und empfindet ihr Familienleben als ziemlich unkompliziert. Denn ihr Mann, ein Richter, holt die Kinder immer um 16 Uhr ab.

"Es war ziemlich schnell klar, dass Teilzeit in seinem Job besser möglich ist", sagt die Hamburgerin. "Also erlebt nun er den Spagat zwischen Beruf und Familie. Das ist für ihn zwar manchmal anstrengend, aber im Großen und Ganzen macht er das gern." Wenn Hilke Herchen abends gegen halb neun Uhr nach Hause geht, versucht sie, ihren Mann so weit wie möglich zu entlasten, zum Beispiel, indem sie vorher noch für die Familie einkaufen geht. "Das unterscheidet mich von vielen Kollegen hier, die mit dem Familienalltag gar nichts am Hut haben."

Ermutigung für die Kolleginnen

Trotzdem kann die voll berufstätige Mutter junge Anwältinnen nur ermutigen, dieses Modell zu wählen. Denn auch die Sozietät zeigte sich offen für die Bedürfnisse ihrer Partnerin. Als sie nach der Geburt ihrer zweiten Tochter vier Monate Elternzeit nahm, erfuhr sie viel Unterstützung und übergab erfahrenen Kollegen ihre Mandatsarbeiten. Eine wichtige Zeit für sie. "Mein Eindruck ist, dass meine Kinder so schon ganz früh gemerkt haben, dass ich präsent bin, auch wenn ich heute nicht mehr so viel daheim bin", sagt sie. "Wenn sie nachts aufwachen, rufen sie mal Mami, mal Papi." Auch das ist also Fortschritt: Zu schauen, dass die Väter Teilzeit arbeiten.

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  1. Karriere als Anwältin - bitte ohne Kinder
  2. Sie lesen jetzt Teilzeit - auch für Männer
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(SZ vom 11.06.2011/holz)