In Frankreich ist eine jüdische Lehrerin vom Dienst suspendiert worden, weil sie im Unterricht zu lange den Holocaust behandelte. Die Schulaufsicht spricht von "Gehirnwäsche".

Eine jüdische Geschichtslehrerin ist in Frankreich vom Dienst suspendiert worden, weil sie im Unterricht zu viel Zeit auf den Holocaust verwendet hat. Die Schulaufsichtsbehörde werfe der 58-jährigen Lehrerin aus der ostfranzösischen Stadt Nancy vor, sie habe ihre Schüler einer regelrechten "Gehirnwäsche" unterzogen und gegen den in Frankreich geltenden Grundsatz der Trennung von Staat und Kirche verstoßen, sagte ihre Anwältin Christine Tadic.

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Ein Sonderschullehrer, der seine Schüler misshandelt haben soll, darf nicht in den Dienst zurückkehren. (© dpa)

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Möglicherweise sei der eigentliche Fehler ihrer Mandantin aber, "Jüdin zu sein". Die Lehrerin Catherine Pederzoli war unlängst für vier Monate aus dem Schuldienst genommen worden, nachdem es Ärger um eine ihrer Klassenfahrten gegeben hatte. Die Pädagogin hatte an einer staatlichen Schule regelmäßig Fahrten zu früheren NS-Konzentrationslagern in Polen und Tschechien organisiert und ihren Schülern unter anderem Auschwitz-Birkenau gezeigt.

In einem Bericht im Juli hatte die Schulaufsicht erklärt, die Lehrerin habe gegen "die Verpflichtung zu Zurückhaltung, Neutralität und Laizität" verstoßen und ihre Schüler "instrumentalisiert". Die Lehrerin habe soviel Zeit auf die Vorbereitung der Reisen verwendet, dass andere Inhalte vermutlich zu kurz kamen, kritisierten die Inspekteure.

Vor Gericht will die Lehrerin nun durchsetzen, dass sie weiter unterrichten darf, wie ihre Anwältin sagte. Das zuständige Schulamt war auf Anfrage zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Gericht in Nancy wird in zwei Wochen eine Entscheidung fällen.

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(sueddeutsche.de/AFP/holz)