Der Industrie- und Handelskammertag möchte, dass sich die Deutschen künftig im Urlaub weiterbilden. Schließlich hätten sie die zweitmeisten freien Tage in Europa.
Die deutschen Arbeitnehmer sollen sich nach Meinung des Industrie- und Handelskammertags (DIHK) während der Urlaubszeit weiterbilden. "Wir haben zusammen mit Schweden die meisten Urlaubs- und Feiertage - da ist genug Luft für beides: Erholung und Weiterbildung", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Tageszeitung Die Welt. "Die Arbeitnehmer in Deutschland müssen mehr Ferien- und Freizeit in ihre Weiterbildung investieren - gerade auch vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels", fügte er hinzu.
Lernen statt Urlaub: Weiterbildung wird womöglich künftig in der Urlaubszeit stattfinden. (© Foto: istockphoto)
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Wansleben beklagte, dass derzeit im Bereich der Industrie- und Handelskammern nur rund ein Viertel aller Absolventen einer Ausbildung später auch an einer Weiterbildungsprüfung teilnähmen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Idee zurückgewiesen. Der Vorschlag sei nicht durchdacht und gehe an der Realität vorbei, sagte DGB- Bundesvorstand Hermann Nehls.
Nehls sagte, in Deutschland bestehe durchaus ein erhöhter Weiterbildungsbedarf in den Betrieben. Die Hausaufgaben müsse jedoch die Wirtschaft machen. "Es darf nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen, indem sie ihren verbrieften Tarifurlaub zur Verfügung stellen."
Die Arbeitnehmer würden im Durchschnitt 500 Euro jährlich in Weiterbildungsmaßnahmen investieren. Nehls forderte die Unternehmen dazu auf, gemeinsam mit ihren Angestellten einen Weiterbildungsplan zu erarbeiten. Das Bildungsurlaubsgesetz werde nur von ein bis zwei Prozent der Beschäftigten in Anspruch genommen. "Das ist viel zu wenig."
Bildungsurlaub bezeichnet den Rechtsanspruch von Arbeitnehmern auf bezahlte Freistellung von der Arbeit, wenn sie an Veranstaltungen, die der beruflichen Weiterbildung dienen, teilnehmen.
Hintergrund der Äußerungen von Wansleben ist ein neuer EU-Bericht zur Entwicklung der Arbeitszeiten in Europa im Jahr 2006, der vom Europäischem Institut für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound), einer offiziellen EU-Behörde mit Sitz in Dublin, vorgelegt wurde.
Demnach haben die Arbeitnehmer in Deutschland 40 Urlaubs- und Feiertage im Jahr - das ist nach Schweden (42 Tage) der höchste Wert in der EU. Laut Bericht verfügen die Arbeitnehmer in der EU im Schnitt nur über 33,7 bezahlte freie Tage im Jahr. Die wenigsten Urlaubs- und Feiertage haben die Beschäftigten in Estland (26 Tage) und Lettland (27).
Dagegen gehört Deutschland bei der Jahresarbeitszeit zu den Schlusslichtern: Jeder Arbeitnehmer leistet laut EU-Bericht im Jahr 1659 Arbeitsstunden. Noch weniger arbeiten nur die Dänen (1642 Stunden), Schweden (1631) und Franzosen (1568). Spitzenreiter bei der Jahresarbeitszeit sind Estland (1872 Stunden), Litauen (1864) und Ungarn (1856).
(AFP/dpa)
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"Wansleben beklagte, dass derzeit im Bereich der Industrie- und Handelskammern nur rund ein Viertel aller Absolventen einer Ausbildung später auch an einer Weiterbildungsprüfung teilnähmen"
aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Weiterbildungsmaßnahmen der IHK nicht
nur völligst überteuert sind, sondern auch die Dozenten nicht unbedingt qualifiziert sind.
Die IHK ist für mich nichts anderes als ein Abzockverein! Dozenten bieten anstatt guten Unterricht in Kursen zu leisten lieber noch teure Nachhilfestunden an, um extra Kohle zu verdienen
...so und da wundert sich der Herr Hauptgeschäftsführer warum die Leute keine Weiterbildungen bei der IHK machen....
Das die Lobbyisten ihre eigene Klientel vertreten, ist legitim und daher nicht zu beanstanden.
Das man sich aber dazu hinreißen lässt, solch groben Unfug auch noch an die öffentlichkeit zu tragen, beweist einmal mehr die Unfähigkeit diverser Herrschaften in den Verbänden. Sicher hat man mal wieder einen Ballon gestartet, um zu sehen, wie die öffentlichkeit reagiert. Das man sich aber dadurch seiner Ehrenhaftigkeit beraubt - falls es dort eine solche gibt- hat man nicht bedacht. Man müsste dann nämlich auch wissen, dass es zahlreiche Betriebe gibt, in denen die Mitarbeiter sich an Sonn - und Feiertagen weiterbilden. Die Verlogenheit geht ja noch weiter. So sind vom Bundesarbeitsministerium 3-stellige Millionenbeträge bereitgestellt worden, um bei der Aktion 50 + die Weiterbildung von älteren Arbeitnehmern zu finanzieren. Von den bereitgestellten Summen wird kaum etwas abgerufen. Man erklärt sich das lächerlicherweise damit, dass die Firmen wegen der guten Auftragslage keine Mitarbeiter entbehren könnten. Die Wahrheit dürfte eher sein, dass ihnen die Beträge noch zu niedrig sind. Wahrscheinlich sollen die ganzen Kosten von der Regierung bezahlt werden, um dann die Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen zu beschäftigen.
Selbst bitte nur kein Risiko eingehen und nur auf maximalen Profit pochen. Die Sozialkosten haben gefälligst andere zu tragen!
Es ist geradezu Phantastisch, wenn es Mittelständler gibt, die sogar auf Beihilfen verzichten, wenn sie leistungsfähige ältere Mitarbeiter bekommen, auch dann wenn diese qualifiziert werden müssen. Vor solchen Firmen Hut ab !!
Aber das kommt nicht oft vor, leider und vor allem beschämend.
Lieber Herr "Lobbyist " Wansleben sie müssen an vielen Fronten gegen die Beschäftigten kämpfen. Mein Vorschlag ein Gesetz zur Versklavung derer fest verankert im GG. Das würde doch vieles erleichtern : Zb kein DGB mit dem ihr Lohneinbußen ,verlängerte Arbeitszeiten aushandelt ,keine Sache mit der Regierung zum abschaffen der paritätischen Versicherung, kein Ausbildungspakt ,keine Kinderbetreuung ,keine Vereinbarkeit von diesem und jenem Gedönze . Das wäre es doch!! Man könnte sich voll und ganz auf seine Unternehmerischen Aufgaben konzentrieren. Begründung gibt es zuhauf Flexibilität Demographie die Globalisierung .Aber mal im ernst Bildung ist ne feine Sache aber bitte nur Artgerecht. Der Herr Weise ja von der Arge hatte erst kürzlich beklagt das die Gelder die es zur Weiterbildung gibt nicht abgerufen werden weil die Arbeitgeber ihre Malocher nicht von der Maloche weg lassen.Sehen sie Herr Wansleben in meiner Freizeit bin Vater, Ehemann ,Musiker, im Netzwerk Grundeinkommen bald noch in der Partei die Linke wenn die mich lassen.Eigentlich schon überfordert mit dem 24Stunden Tag jetzt schreib ich auch noch da hab ich keine Zeit für Weiterbildung.Zum Schluss noch ein Fortbildungskurs für sie Herr Wansleben in ihrer Freizeit Humankapital (Menschen) zum anfassen und verstehen für nur 200 die Stunde inklusive Verpflegung und Betreuung für die Kids im schönen Arbeitgeber Tal und umwerfendem Ausblick .
...wir wär's denn, wenn wir auch die Ausbildungsjahre an sich, quasi im Vorgriff auf spätere Urlaubsansprüche (i gitt!!), schon in der "Freizeit" ausübten. Und wenn wir schon dabei sind: lasst uns endlich das steinzeitliche Arbeitszeitgesetz über Bord werfen und mindestens 16 Std.täglich das arbeiten erlauben- natürlich zu deutlich niedrigeren Löhnen. Ach ja, was ist eigentlich mit den Einzelhandelsbeschäftigten los. Die sollten anbieten gänzlich auf ihren Lohn zu verzichten, damit sich das Geschäft für die Einzelhändler auch lohnt und wenn sie abends/nachts arbeiten müssen,sollten sie noch Geld mitbringen!
Ich kann dieses unerträgliche Geschwätz so langsam nicht mehr hören...!
für die schweine muß man sogar im schlaf arbeiten.
das zeigt wie dreist und unrealistisch die fetten schweine geworden sind.
Paging