Flexible Arbeitszeiten BMW-Mitarbeiter haben jetzt Recht auf Unerreichbarkeit

Viele Büroangestellte arbeiten nach Feierabend oft mehrere Stunden zu Hause und unterwegs an Smartphone und Laptop. Beim Autohersteller BMW können sie diese Überstunden jetzt geltend machen - oder gar nicht erreichbar sein.

Wenn der Chef um 23.43 Uhr E-Mails versendet, dann müssen Mitarbeiter drauf nicht reagieren. Jedenfalls nicht mehr bei BMW. Die Mitarbeiter des Autoherstellers haben jetzt ein Recht auf Unerreichbarkeit nach Feierabend. Das Unternehmen habe mit dem Betriebsrat eine entsprechende Betriebsvereinbarung geschlossen, sagte ein Konzernsprecher und bestätigte damit einen Bericht des Spiegel.

Die Vereinbarung sei inzwischen an allen deutschen Standorten in Kraft und gelte für die Hälfte der 79 000 Mitarbeiter - zumeist Menschen, die im Büro arbeiten, wie die Verwaltungsangestellten oder die Entwicklungsingenieure. Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, die Beschäftigten könnten mit ihren Vorgesetzten Zeiten vereinbaren, in denen sie grundsätzlich nicht erreichbar seien.

Angestellte in der Verwaltung, der Entwicklung und anderen Abteilungen arbeiten danach oft mehrere Stunden zu Hause und unterwegs an Smartphone und Laptop. Künftig können sie diese Überstunden geltend machen und dafür an anderen Tagen weniger arbeiten.

Die Vereinbarung erlaube den Mitarbeitern, ihren Aufgaben auch von zu Hause aus nachzugehen. Man habe versucht, die Vorteile der Flexibilität zu erhalten, aber die Vereinbarkeit mit dem Privatleben zu verbessern, sagte ein BMW-Sprecher .

Auch andere Unternehmen versuchen schon, ihren Beschäftigten zu garantieren, nach Feierabend nicht permanent erreichbar zu sein, beispielsweise Volkswagen, Daimler oder die Telekom. Volkswagen zum Beispiel blockt sogar die Mailserver, so dass die Mitarbeiter über ihren Dienstaccount keine Nachrichten bekommen können.