Der Krankenstand im ersten Quartal 2010 ist laut einer Statistik des Bundesgesundheitsministeriums gestiegen. Das liegt nicht an der mangelnden Gesundheit der Arbeitnehmer.
Der Krankenstand in den deutschen Betrieben ist im ersten Quartal dieses Jahres einem Bericht zufolge spürbar angestiegen. Die Arbeitnehmer fehlten in den ersten drei Monaten aus Krankheitsgründen 3,66 Prozent der Sollarbeitszeit, zwölf Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wie die Zeitung Die Welt unter Berufung auf eine Statistik des Bundesgesundheitsministeriums berichtet.
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Die Deutschen bleiben krankheitsbedingt wieder öfter der Arbeit fern. (© Foto: AP)
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Frauen fehlen häufiger
Im Vorjahreszeitraum hatten die Arbeitnehmer nur 3,26 Prozent der Sollarbeitszeit gefehlt. Die Fehlquote im ersten Quartal 2010 entsprach demnach 2,1 Arbeitstagen.
Frauen fehlten laut der Statistik in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit 3,85 Prozent der Sollarbeitszeit deutlich häufiger als Männer (3,49 Prozent). Dies entspreche der Entwicklung der vergangenen Jahre, hieß es. Die Statistik erfasst die Krankenstände aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer.
Bessere Konjunktur
Arbeitsmarktexperten machen laut Welt für den Anstieg der Krankenstände im ersten Quartal neben saisonalen Einflüssen auch eine leicht verbesserte konjunkturelle Situation verantwortlich. In Krisenzeiten nehmen die Fehlquoten nach Ansicht der Experten dagegen tendenziell ab, weil viele Arbeitnehmer fürchten, mit Fehlzeiten ihren Job zu gefährden.
Die häufigsten Gründe für das Fernbleiben von der Arbeit waren dem Bericht zufolge Muskel- und Skeletterkrankungen, Verletzungen, Atemwegsprobleme und psychische Krankheiten. Diese hätten sich seit 1990 nahezu verdoppelt. Insgesamt sei die Zahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten in den vergangenen Jahren aber deutlich zurückgegangen.
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(sueddeutsche.de/DAPD/Reuters/holz)
Gewalt in Syrien
In den vergangenen drei bis fünf Jahren, während denen sich die Arbeitnehmer mit ständigen Kündigungswellen, Leistungsverdichtung und Gehaltskürzungen und dem jeweils dazu passenden Begründungsgeschwurbel des Managements konfrontiert und ausgelaugt sahen, wurde auf' dem Altar der Kapitalrendite auch die Gesundheit der Seele und des Körpers verbrannt.
Hoffentlich geht das jetzt endlich mal in die Köpfe der sogenannten Leistungsträger:
Ein gesunder Körper wird nicht krank!
Die Leute sind einfach körperlich, nervlich und seelisch fertig!
Ein lediglich körperlich anwesender, weil kranker Arbeitnehmer trägt nicht zum täglichen Betriebserfolg bei! Im Gegenteil!
Al1981, wenn sie nicht die Sollarbeitszeit kennen ist auch diese Zahl kein Beleg für die Aussage in der Überschrift. Man braucht Vergleichszahlen für die Sollarbeitszeit.
Ich muss mich manchmal wundern, wie schnell hier reflexartig auf die Artikelschreiber eingedroschen wird (siehe eulen|spiegel):
Wer genau lesen kann, ist klar im Vorteil. Hier ist auch von absoluten Zahlen die Rede (2,1 Arbeitstage) und worauf sich die Statistik bezieht - nicht auf HartzIV etc., sondern auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Wäre schön, wenn man sich den Artikel erst in Ruhe durchliest und dann anfängt zu zetern, ich finde das verbreitet immer gleich eine aufgerührte Stimmung, wo sie absolut nicht angebracht ist.
"Die Deutschen trauen sich wieder, krank zu sein"
Ich muss auch sagen, dass im Bekanntenkreis plötzlich allerlei Leute anfangen sich nicht mehr als erfolgreichen Leistungsträger zu inzenieren, sondern zunehmend über ihre ungesunde Arbeitssituation zu sprechen beginnen.
Das ist eine gute Entwicklung. Wir Bürger sollten uns nicht ewig von gekaufter Presse und Pr das Duckmäusertum einschwatzen lassen.
"Der Krankenstand in den deutschen Betrieben ist im ersten Quartal dieses Jahres einem Bericht zufolge spürbar angestiegen. Die Arbeitnehmer fehlten in den ersten drei Monaten aus Krankheitsgründen 3,66 Prozent der Sollarbeitszeit, zwölf Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wie die Zeitung Die Welt unter Berufung auf eine Statistik des Bundesgesundheitsministeriums berichtet."
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Hoppla. Und warum erfahren wir nicht den absoluten Wert der Sollarbeitszeit der jeweils ersten Quartalen? Ein Prozentwert von einer unbekannten Variablen sagt doch recht wenig aus über den absoluten Krankenstand.
Merkt das echt nicht der Typ der das Geld der SZ für solche dümmlichen Agenturmeldungen zum Fenster rausschmeisst?
Paging