Wer an den Universitäten Karriere machen will, kämpft sich meist von einem befristeten Vertrag zum nächsten. Das soll sich jetzt ändern.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert von der Politik eine Reform der Karrierewege in Wissenschaft und Forschung sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.
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Die Karrieremöglichkeiten an Universitäten sollen ausgebaut werden, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. (© dpa)
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Die Hochschulen erwarteten von ihren Mitarbeitern exzellente Leistungen, doch die Gegenleistung bleibe aus, sagte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Montag zur Veröffentlichung des "Templiner Manifests", das in zehn Eckpunkten Reformbedarf aufzeigt. "Die Arbeitgeber bieten weder verlässliche Berufsperspektiven noch faire Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen."
Bei den wissenschaftlichen Angestellten kommen laut GEW derzeit auf einen unbefristeten sieben befristete Verträge. Doch nur mit "Dauer-Stellen" seien "Dauer-Aufgaben" mit der nötigen Kontinuität und Qualität zu erledigen. Zudem fordert das Manifest unter anderem ein Ende der "Ausbeutung von Dumping-Lehrkräften", die in Wahrheit volle Unterrichts- und Prüfungsaufgaben erfüllen.
Für sogenannte Postdocs, Wissenschaftler direkt nach der Doktorarbeit, sollten auch ohne Professur neue berufliche Perspektiven geschaffen werden. "Die Karrierewege in der Wissenschaft sind lang, anerkannte Positionen neben der Professur gibt es nicht. Viele landen mit Mitte 40 in einer Sackgasse", sagt Rajah Scheepers, Postdoc an der Uni Erfurt und Erstunterzeichnerin des Manifests. Zu den Unterzeichnern gehört auch die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, Ulla Burchardt (SPD).
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(SZ vom 07.09.2010/holz)
Nachruf
wir sprechen hier von den promovierten, die auf jeden fall wissenschaft machen wollen. die gehen eben eher nicht in die wirtschaft sondern ins ausland.
kann mopelchen nur zustimmen, es wird - fuer viel geld auch noch, denn das studium kostet ja auch den staat eine menge! - zuviel potential einfach verheizt.
Korrekt, weil die Leute nach 3-4 Jahren Promotion so die Schnauze von der Uni voll haben, dass sie nicht mehr wollen. Die Beispiele, die mir dazu einfallen, waren Leute, die durchaus motiviert an die Sache rangegangen sind, Interesse an der Forschung und der Lehre hatten, und am Ende feststellen mussten, dass man kaum eine Familie unterhalten kann, wenn man sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangelt und gemäß der guten Sitte auch wenigstens einmal die Universität zu wechseln hat, gerne auch mehr. Abgesehen von unbezahlten Überstunden, die einfach vorausgesetzte werden, weil ja Vorbereitung und Korrektur von Übungsaufgaben bzw. Klausuren selbstverständlich nicht zur Arbeitszeit gehört. Und das alles für eine Karriere, die ungefähr so sicher ist wie ein Lottogewinn, denn Professuren sind begrenzt und die Alternative zur Professur ist Arbeitslosigkeit nach 12 Jahren im öffentlichen Dienst. Diese Leute krebsten nicht notenmäßig irgendwo im Mittelfeld rum, sondern legten gute bis hervorragende Promotionen hin.
Hier geht's nicht um irgendeinen ominösen Rechtsanspruch auf gute Bezahlung für junge Wissenschaftler in irgendwelche Exotenstudiengängen. Hier geht es darum, dass der wissenschaftliche Nachwuchs teilweise ganz schön verheizt wird.
geht in die Wirtschaft oder macht sich selbständig.
hier geht es ganz generell um wissenschaft und forschung. von orchideenfaechern habe ich nichts gelesen. und wenn es keine jobs bzw. perspektiven gibt, kann man auch nichts planen. deshalb geht ja ein grossteil der guten promovierten gleich ins ausland.
Ja, da kann man nur sagen: Karriere falsch geplant!
Wenn ich mir zu Studienbeginn - oder spätestens Studienabschluss - nicht überlege wovon ich eigentlich leben will, habe ich was falsch gemacht.
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Es ist ja in Ordnung, wenn man sich ein paar Exotenstudiengänge "leistet".
Aber darauf einen Rechtsanspruch auf gute Bezahlung abzuleiten ist schon sehr dreist.