Europäische Business-Schools holen im Vergleich zu den angesehenen US-amerikanischen auf.
Der an einer europäischen Managementschule erworbene Master of Business Administration (MBA) galt manchem in der Vergangenheit als reine Zeitverschwendung. Rekrutierer schauten sich, wenn überhaupt, nach Absolventen großer US-Business-Schools um. Dort wurden die Standards definiert. Doch Europa hat aufgeholt und teilweise sogar neue Standards gesetzt, was das Image hiesiger Schulen drastisch verbessert hat. Birgit Giesen vom Kölner Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung geht sogar noch einen Schritt weiter: "Qualität und Anspruch der Ausbildung an europäischen Schulen sind so gut geworden, dass sie mit den USA durchaus vergleichbar sind."
Absolventen der Mannheim Business School. (© Foto: ddp)
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Dass das Angebot in Europa inzwischen ernst genommen wird, zeigt sich auch an anderer Stelle: "Viele US-Schulen wollen in den europäischen Markt eintreten, da er als attraktiv gilt. Außerdem hat hier die Internationalität einen hohen Stellenwert, was wiederum viele Studierende, etwa aus Asien, anlockt", sagt Daisuke Motoki von der Bonner Akkreditierungsagentur Fibaa. "Fest steht: Der europäische MBA kommt."
Das sieht man auch an den Rankings. Etwa dem der Financial Times. Für die aktuelle Bewertung hat das Wirtschaftsblatt weltweit 112 Vollzeit-Programme unter die Lupe genommen. Befragt wurden nicht nur die Schulen, sondern auch 8300 Absolventen, die ihren Abschluss vor drei Jahren gemacht haben. Kriterien, die dabei eine Rolle spielten: Karriereentwicklung und Gehaltsniveau der Absolventen, Vielseitigkeit der Schule und ihrer Ausbildung sowie Forschungskapazitäten der Institutionen.
Ergebnis: Zu den führenden 100 Business-Schulen gehören 57 US-amerikanische, 27 europäische und sieben kanadische. Im Vergleich zum Vorjahr sind vor allem europäische Schulen aufgestiegen, darunter die HEC in Paris und die spanische Esade Business School.
Kurzum: Ein Mauerblümchendasein fristen europäische MBA-Programme nicht mehr. Das liegt auch daran, dass sie eigene Profile entwickelt haben, die sie von den amerikanischen Vorbildern unterscheiden. In Europa hat sich ein heterogener und sehr vielfältiger Markt herausgebildet, was Ausrichtung, Altersstruktur, Inhalte, Dauer und Praxisbezug anbelangt. Insofern emanzipieren sich die Europäer von den Amerikanern.
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