Reicht für den Geschäftspartner ein "Hallo", oder ist er doch der "Sehr geehrte Herr"? Wie Mitarbeiter richtig mailen.

Unzählige Mails landen jeden Tag in den elektronischen Postfächern der Unternehmen. Doch viele virtuelle Briefe sind in Stil und Form so schlecht, dass niemand sie ausdrucken und per Post verschicken würde. "Während achtlose Rechtschreibung, fehlende Interpunktion und willkürliche Groß- und Kleinschreibung in Briefen negativ bewertet werden, sieht man bei Mails eher über solche Nachlässigkeiten hinweg", sagt Nicole Zillien, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am "Competence Center E-Business" der Universität Trier. Formelle Regeln sind im Geschäftsbrief per Mail aber genauso wichtig wie Fragen der Etikette.

Email Posteingang

Der Posteingang: Lieber nicht mit großen Anhängen blockieren. (© Foto: ddp)

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Fehlende oder abgekürzte Grußformeln in E-Mails sind ebenso schlechter Stil wie eine fehlende Betreffzeile. "Auch schlecht ausgewählte Gruppennamen oder Adress-Ketten sollten vermieden werden", sagt Martina Dressel, Expertin für E-Mail-Etikette aus Dresden. Sonst erfahre ein Angeschriebener auf diesem Weg, dass er etwa nur zur Liste der "B-Kunden" gehöre.

Trotzdem darf der Stil etwas lockerer sein - zumindest, wenn man den Geschäftspartner kennt. Bei der ersten Kontaktaufnahme sollte ein Brief aber mit "Sehr geehrter Herr..." beginnen - ein "hallo" oder "hi" reiche da nicht, betont Jürgen Plate, Informatik-Professor in München. Auch die Unart, alle Wörter komplett klein zu schreiben, habe sich im E-Mail-Verkehr eingebürgert. "Sie hat aber im Geschäftsleben nichts zu suchen."

"Früher waren wir im Internet alle per Du, aber das ändert sich", so Plate weiter. Gerade beim offiziellen Gebrauch der virtuellen Post gebe es keinen Unterschied mehr zu den Konventionen im Briefverkehr. "In offizieller Geschäftspost sind keinerlei Flapsigkeiten erlaubt", bestätigt Martina Dressel.

Smileys, stilisierte Gesichter aus einzelnen Zeichen, "können, müssen aber nicht" in eine Mail, meint Plate. "Sie helfen, die nonverbalen Signale zu kompensieren, die bei der elektronischen Post zwangsläufig wegfallen", sagt Dressel. Abkürzungen sind ein weiteres Problem: "Wenn man sicher ist, dass der Empfänger die Abkürzungen, Fachtermini oder Fremdworte versteht, kann man sie benutzen." Ansonsten gilt - lieber weniger, um die Lesezeit nicht künstlich zu verlängern.

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