Teuer, fett, pappig: Die Kioske in Schulen bieten vor allem ungesunde Lebensmittel an. Dabei kommen viele Kinder ohne Frühstück und Pausenbrot.
Ferdi hat Hunger. Wie fast jeden Tag geht er in der großen Pause zum Kiosk und genehmigt sich ein Stück Salami-Pizza (2,90 Euro), eine Cola (1 Euro) und etwas Süßes. Heute sind es vier saure Schlangen (je 30 Cent) und ein Leuchtlutscher (1,80 Euro, mit Batterie). Insgesamt zahlt der Drittklässler an der Pater-Rupert-Mayer-Schule in München-Pullach stolze 6,90 Euro für seine Zwischenmahlzeit. Der Snack vom Kiosk ist teuer, ungesund, aber irgendwie auch cooler als die Käsestulle oder die Tomate in der Brotzeitbox.
Lieber Eis statt Obst: Wenn Kinder die Wahl haben, greifen viele lieber zum Süßen statt Gesunden. (© Foto: AP)
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Neben der krachbunten Süßigkeiten-Palette, bestehend aus Lutschern, Schokoriegeln, Gummibärchen, Bagels, Muffins und Eis gibt es am Kiosk auch frisch belegte Vollkornsemmeln oder Obst zu kaufen. Doch die kämen bei den Schülern nicht so gut an, sagt Küchenchef Till Schindler, der an der Ganztagsschule auch für den Pausenverkauf zuständig ist: "Müsli, Obst, Buttermilch - klingt toll und hatten wir alles schon im Angebot. Nur die Schüler kaufen das nicht. Mit den Vollkornsemmeln, die jeden Tag übrig bleiben, kann ich die Amseln füttern."
So wie Schindler argumentieren viele seiner Kollegen. Und weil sie auf ihren Produkten nicht sitzenbleiben und die Verluste geringhalten wollen, nehmen sie lieber unverderbliche Produkte wie Tiefkühlpizza, Baguettes oder Aufback-Croissants ins Sortiment. Denn Pausenverkauf bedeutet in der Regel viel Arbeit und geringer Verdienst. Die meisten Kioskbetreiber arbeiten auf eigene Rechnung. Neben den Kosten für die Lebensmittel fällt oft noch die Pacht für den Kiosk an, die durch den Verkauf gedeckt werden muss. Unter diesem Druck wählen sie lieber Produkte aus, bei denen die Gewinnspanne hoch ist. Mit Leberkäs-Semmeln, Schokoriegeln und Cola ist man da auf der sicheren Seite.
Warum ist es so schwierig, gesundes Essen an den Schüler zu bringen? Annette Nagel ist Ökotrophologin und Vorsitzende des Kuratoriums Schulverpflegung. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Landsberg am Lech, setzt sich seit 25 Jahren bundesweit dafür ein, die Ernährungssituation an Kinderkrippen, Kindertagesstätten und Schulen zu verbessern: "Wir glauben, dass die Hausmeister, die ja die Theorie in die Praxis umsetzen sollen, geschult werden müssen und setzen daher auf Fortbildung", sagt Nagel. "Daher bieten wir Kioskbetreibern regelmäßig Schulungen für eine bedarfsgerechte Pausenverpflegung an."
Schnittlauch auf dem Brot
Etwa zwölf Millionen Kinder und Jugendliche gehen in Deutschland zur Schule. Sie verbringen dort die Hälfte oder drei Viertel ihres Tages. Viele von ihnen erscheinen ohne Frühstück und ohne Pausenbrot zum Unterricht und versorgen sich regelmäßig am Kiosk. "Dem Pausenverkauf fällt damit ungewollt ein Auftrag für geeignete Ernährung zu", sagt Nagel. Laut Schulordnung hat jeder Schulleiter Einfluss auf das Essensangebot in seinen Räumen. Inwieweit er diese Möglichkeit ausschöpft, hängt von seinem Interesse und Engagement ab.
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Gewalt in Syrien
Hallo Censura,
das mit den Eltern war kein vorwuf dass sie nichts mit in die Schule geben sonder sollte sich an diejenigen richten die in der früh keine zeit oder so haben mit Ihren Kinder ein fernünftiges Vollwertfrühstück zu machen. Das die Kinder in der Schule ein Pausenbrot dabei haben ist auch bei uns der Fall. Das war leider von Ihnen missverstanden.
MfG
Also ich glaube man kann, wenn die Schule ungüstig steht, nichts anderes verkaufen als das was der größte teil der Schüler will. Bei uns gabs immer belegte Brötchen, Käsebrötchen (so überbackene) u. Joghurt. Allerdings war McDonalds zu fuss in 5min zu erreichen und ich muss sagen in den Pausen sind viele dort runter gefahren ^^ Auch das Projekt "Obst für Schüler" bei dem Obst (auch aussergewöhnliches) angeboten würde fand kaum Erfolg (glaube haben 7-8% !nur! verkauft)... Die vorwürfe mit den das Eltern ihre Kinder morgens nichts mitgeben kann ich nicht ganz nachvollziehen. Bei uns in der Klassen hatten bestimmt 85% etwas mit, allerdings wenn man 8-10 Stunden hat am Tag, holt man sich lieber noch was.
Leider ist es als Selbständiger Kantinenwirt nicht möglich neben MC Donalds, Pizza-Schnellresturants und einem Kiosk am Bahnhof oder Bäckereien Supermärkten und Dönerständen auf gesunde Ernährung zu setzen da sich die Schüler bei der oben genannten Auswahl wo anders bedienen. Bei uns höre ich immer wieder von Lehrern auf vollkorn und co umzusteigen aber selbst diese Lehre kaufen kräftig weiterhin die Leberkässemmeln und Cola obwohl Wasser deutlich billiger ist. Vollkorn und Co sind im Einkauf schon deutlich höher als Wizenmehl-Produkte und somit ist der Verkaufspreis bei gleicher Kalkulation deutlich teurer. Ich denke das Problem liegt eher bei den Eltern die Ihren Kindern Zuhause beim Frühstück, das sie zumeist alleine essen sollen, einfach schon anfangen sollten. Ein Vollwertessen am abend sehen die Eltern sicher auch gerne aber wie sehen es die Kinder am abend zu Tisch??? wieviele eltern gehen mit den Kindern zu Mc Donalds weil es schneller geht. Da sollten die Eltern ansetzen. Wenn die Eltern von z.b. dem Gymnasium in unserer Stad alle zu einem Bioladen einkaufen gehen würden würde dann ALDI und Co noch so viel verkaufen??? Selbst Lehere die für "gesunde Ernährung ganz große Töne spucken, sehe ich selbst immer wieder bai einem Billigsupermarkt und nicht beim Bioladen in der Stadt. Da könnte ich nun noch 100 Zeilen schreiben aber ich denke das ist schon mal ein kleiner Einblick in die tatsächliche Situation eines Kantinenwirtes.
MfG