Das Netzwerk nutzen
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Nach der Neupositionierung legen die Berater mit ihrem Klienten fest, wie das Ziel oder der angestrebte neue Job erreicht werden können. Dabei beobachten sie oft: Wer jahrelang das Sagen hatte, dem fällt es schwer, sich plötzlich wieder in eine Bewerbungssituation zu begeben. Doch Stolz ist ebenso fehl am Platz wie die Bereitschaft, sich aus purer Verzweiflung unter Wert zu verkaufen. "Die Position, für die man in Frage kommt, will gut überlegt sein", sagt Eller. Die Aufgabe des Outplacement-Beraters ist es, die in Frage kommenden Zielunternehmen auszusuchen, dort die entsprechenden Positionen für den Kandidaten zu finden und ihn dann für die Gespräche auf diese Stelle hin zu trainieren.
Zusätzlich rät Gebhard Ex-Führungskräften ihr Netzwerk bei der Jobsuche zu nutzen. "Viele sind sich gar nicht darüber bewusst, wie gut sie vernetzt sind." Eller warnt davor, sich zu sehr auf Kontakte zu Personalberatern zu stützen. "Sie arbeiten meist mandatsbezogen, im Auftrag von Firmen, und können daher wenig für eine Person tun, die einen bestimmten Job sucht." Da geteiltes Leid halbes Leid bedeutet, bietet Riet Grass in Zürich Gruppen-Workshops an: "Es ist wichtig, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Wer nur für sich bleibt, findet schwerer eine neue Ausrichtung."
Thomas Hartung suchte Hilfe. Gemeinsam mit einem Outplacement-Berater entwickelte er einen alten Gedanken bis zur Geschäftsreife weiter. In seinem früheren Job hatte er oft mit Aufsichtsräten zu tun und war schon damals auf die Idee gekommen, irgendwann einmal Manager, die neu in ein Kontrollgremium gewählt werden, gegen Geld in ihre rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben einzuweisen. Das setzt er jetzt in die Tat um. Obwohl er viel weniger verdient als früher, geht er in der neuen Aufgabe auf. Dem alten Leben als Auto-Manager trauert er jedenfalls nicht nach.
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(SZ vom 26.9.2009/bön)
"Nach Jahren auf der Überholspur, in denen Privatleben und persönliche Interessen zu kurz kamen, mag es verlockend sein, endlich den Traum von der Weltumsegelung zu verwirklichen."
Nach Jahren, in denen man Sklaventreiber zum Nutzen anderer war, kommt auf einmal die Erkenntnis, nicht gelebt zu haben. Karriere ist für da Leben eines Menschen eher schädlich. Verhindert in jeder Weise die Reflektion, weil man keine Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens hat. Jeder gefeuerte Manager sollte froh über jede Stunde der Freiheit sein und überlegen, ob er sich als Wesen nicht nur über Geld, Herrschaft und Statussymbole definierte. Sondern nun sich seines Verstandes ohne fremder Einflüsse bedienen und aus seinem Sklaventreiberdasein ausbrechen will in das Leben eines freien Bürgers. Nicht ist schwieriger, als dass eigene Leben zu managen, wenn man durch ein falsches Denken jahrelang völlig vernagelt wurde.
Aber: man kann auch sein eigenes Leben managen!