Hopmann: Auf den ersten Blick könnte man annehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer würden enger zusammenrücken. Aber dem ist überhaupt nicht so. Stattdessen offenbart die Krise einen elementaren Interessengegensatz zwischen Firmen und ihren Mitarbeitern: Der Gewinnmaximierung steht der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz entgegen. Beides geht nicht zusammen. Das ist ein abgrundtiefer Gegensatz.

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sueddeutsche.de: Sie vertreten nur Arbeitnehmer, nie Arbeitgeber. Ist der Prozess für Sie auch eine ideologische Frage?

Hopmann: Solch ein Etikett sagt nicht viel aus, finde ich. Sagen wir lieber: Alles, was ich tue, tue ich deshalb, weil ich mich ganz bestimmten Interessen verpflichtet fühle. Aber wenn Sie es genau wissen wollen: In meinem Büro hängt ein großes Konterfei von Karl Marx, und gerade jetzt finde ich es sehr interessant, wieder in seinen Schriften zu lesen.

sueddeutsche.de: Sie selbst haben einen sehr interessanten Werdegang: Sie waren erst Straßenmusiker, dann Schlosser, Schreiner und aktiver Betriebsrat, bevor Sie sich mit 45 Jahren zum Jura-Studium entschlossen haben.

Hopmann: Richtig. Als ehemaliger Betriebsrat weiß ich, wie hart sich Arbeitnehmer bestimmte Rechte erkämpfen müssen und wie wichtig dabei eine gute Beratung ist. Ich habe diese Zeit als täglichen Kampf in Erinnerung. Als Anwalt möchte ich Menschen wie Emmely bei diesem Kampf unterstützen.

sueddeutsche.de: Sie und die Kassiererin Emmely auf der einen Seite - die Unternehmensgruppe Tengelmann mit einem Milliarden-Umsatz auf der anderen: Fühlen Sie sich da nicht manchmal wie David gegen Goliath?

Hopmann: Nein, denn ich stehe nicht alleine da, sondern bekomme große Unterstützung seitens der Gewerkschaften. Wenn schon, dann ist Emmely der David.

sueddeutsche.de: Wie geht es Ihrer Mandantin?

Hopmann: Emmely ist ein sehr kämpferischer Mensch. Aber solch eine Kündigung ist eine schwere Demütigung. Das steckt niemand einfach so weg.

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  1. "Das ist eine schwere Demütigung"
  2. "Einen Fall Emmely gibt es einmal im Monat"
  3. Sie lesen jetzt "Über meinem Schreibtisch hängt Karl Marx"
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(sueddeutsche.de/mri/bgr)