Auch beim Autobauer Ford in Köln haben die neuen gesetzlichen Regelungen zu einem Anstieg von Vätern in Elternzeit geführt. 13 männliche Mitarbeiter befanden sich zum Jahresanfang in der Babypause, das sind 8,8 Prozent aller Mitarbeiter in Elternzeit. "Der Trend hält auf jeden Fall weiter an", sagt Unternehmenssprecherin Ute Mundolf. Nach ihren Angaben müssen Väter bei Ford keine negativen Konsequenzen fürchten, wenn sie eine Babypause machen wollen. Im Rahmen des vom amerikanischen Mutterhaus übernommenen Diversity Managements werden auch Väter besonders gefördert.
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Dazu veranstaltet der Autokonzern Workshops, die sich speziell an Väter richten. Führungskräfte werden eigens geschult, um auch auf die Bedürfnisse von Vätern einzugehen. Mitarbeiter, die sich teilweise um ihre Kinder kümmern wollen, können zudem unter insgesamt sieben Arbeitszeitmodellen zwischen 15 und 30 Wochenarbeitsstunden wählen.
Förderung von Soft Skills
Solche Modelle empfehlen Experten auch, wenn die vollständige Elternzeit sich nicht durchsetzen lässt. Zwar hat der Arbeitnehmer grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Elternzeit. Größere Betriebe könnten es sich auch meist leisten, für eine bestimmte Zeit auf einen Mitarbeiter zu verzichten, meint Volker Baisch: "Wenn allerdings in einem kleinen Betrieb ein wichtiger Mitarbeiter wegfällt, ist das schon ein großer Verlust, der bis zur Existenzgefährdung führen kann." Hier sei es dann sinnvoll, gemeinsam mit dem Chef eine individuelle Lösung zu finden, rät Baisch. "So können Mitarbeiter etwa mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass sie auch während der Elternzeit an bestimmten Tagen noch für die Firma zu erreichen sind. Ein anderes Modell ist, dass der Vater zumindest teilweise von zu Hause arbeitet."
Egal ob in Teilzeit oder vollständig zu Hause: Die Babypause lohnt sich für alle Beteiligten. Nach Erkenntnissen von Judith Kohn wächst nicht nur die Motivation des Mitarbeiters, sondern er sammelt in der Auszeit auch wichtige Erfahrungen - neudeutsch Soft Skills gennant -, die er an den Arbeitsplatz mitbringt. "Gestärkt werden vor allem die zwischenmenschlichen Fähigkeiten und das Organisationstalent."
Auch Hagen Bender hat etwas mitgenommen an den Schreibtisch bei Ebay. Er sei gelassener geworden, nehme sich selbst nicht mehr so wichtig, meint der Software-Experte: "Der Wiedereinstieg hat super geklappt. Die Arbeit macht sogar noch mehr Spaß als vorher." Die Erfahrung der Elternzeit möchte er auf keinen Fall missen: "Es war eine der besten Zeiten meines Lebens. Das sollte jeder Vater machen." Und so schmiedet der 35-Jährige schon Pläne für die Zukunft: "Beim nächsten Kind kann ich mir gut vorstellen, für ein ganzes Jahr in Elternzeit zu gehen.
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(SZ vom 28.06.2008/cag)
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