Elterngeld Babypause gerne länger

Familienministerin Kristina Köhler will die Vätermonate beim Elterngeld verlängern - und kein Konservativer jault auf. Der Plan könnte trotzdem scheitern.

Ein Kommentar von Felix Berth

Der Plan ist richtig. Die neue Familienministerin Kristina Köhler will die Vätermonate beim Elterngeld verlängern. Nicht mehr zwei, sondern vier Monate sollen dem Partner vorbehalten bleiben, schlägt sie vor.

Wird das Realität, haben junge Familien ein bisschen mehr Spielraum: Väter können ihre Babypause um ein paar Wochen verlängern; das ermöglicht mehr Partnerschaft in der Partnerschaft. Die Männer würden auf diese Weise nicht zum Wickeln gezwungen, aber doch sanft angestupst. Wenn der Staat vier Monate Gehaltsausfall kompensiert, ist das ein lockendes Angebot.

Köhlers Vorschlag scheint niemanden mehr zu provozieren. Kein Konservativer jault auf, wenn eine Unions-Ministerin so etwas fordert; die alten Reflexe funktionieren nicht mehr. Denn es ist alltäglich geworden, dass junge Väter alleine Kinderwägen durch die Straßen schieben. Und die beliebte These, die jedes Baby zur alleinigen Angelegenheit der Mutter erklärte, verwendet heute zumindest öffentlich niemand mehr.

Vor drei Jahren war das noch anders. Da erfand ein CSU-Mann den Begriff "Wickelvolontariat" und hielt das für lustig; ein Teil der älteren Herren seiner Partei grinste und applaudierte. Angenehm, dass solche Töne nach der Erfolgsgeschichte der Vätermonate nicht mehr zu hören sind.

Fraglich bleibt aber, ob die neue Ministerin ihren Vorschlag durchsetzen kann. Denn noch hat sie nicht vorgerechnet, wie viel die zwei zusätzlichen Vätermonate kosten sollen. Und an den zusätzlichen Ausgaben könnte der sinnvolle Plan leicht scheitern. Wenn es in Köhlers Partei noch Männer mit Vorbehalten gegen die Vätermonate gibt, werden sie nun viel mit den Kosten, aber wenig mit ihren Überzeugungen argumentieren.