Familienministerin Kristina Köhler will die Vätermonate beim Elterngeld verlängern - und kein Konservativer jault auf. Der Plan könnte trotzdem scheitern.
Der Plan ist richtig. Die neue Familienministerin Kristina Köhler will die Vätermonate beim Elterngeld verlängern. Nicht mehr zwei, sondern vier Monate sollen dem Partner vorbehalten bleiben, schlägt sie vor.
Vier statt zwei Monate soll die Babypause für Väter künftig dauern. Zumindest wenn es nach Familienministerin Kristina Köhler geht. (© Foto: AP)
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Wird das Realität, haben junge Familien ein bisschen mehr Spielraum: Väter können ihre Babypause um ein paar Wochen verlängern; das ermöglicht mehr Partnerschaft in der Partnerschaft. Die Männer würden auf diese Weise nicht zum Wickeln gezwungen, aber doch sanft angestupst. Wenn der Staat vier Monate Gehaltsausfall kompensiert, ist das ein lockendes Angebot.
Köhlers Vorschlag scheint niemanden mehr zu provozieren. Kein Konservativer jault auf, wenn eine Unions-Ministerin so etwas fordert; die alten Reflexe funktionieren nicht mehr. Denn es ist alltäglich geworden, dass junge Väter alleine Kinderwägen durch die Straßen schieben. Und die beliebte These, die jedes Baby zur alleinigen Angelegenheit der Mutter erklärte, verwendet heute zumindest öffentlich niemand mehr.
Vor drei Jahren war das noch anders. Da erfand ein CSU-Mann den Begriff "Wickelvolontariat" und hielt das für lustig; ein Teil der älteren Herren seiner Partei grinste und applaudierte. Angenehm, dass solche Töne nach der Erfolgsgeschichte der Vätermonate nicht mehr zu hören sind.
Fraglich bleibt aber, ob die neue Ministerin ihren Vorschlag durchsetzen kann. Denn noch hat sie nicht vorgerechnet, wie viel die zwei zusätzlichen Vätermonate kosten sollen. Und an den zusätzlichen Ausgaben könnte der sinnvolle Plan leicht scheitern. Wenn es in Köhlers Partei noch Männer mit Vorbehalten gegen die Vätermonate gibt, werden sie nun viel mit den Kosten, aber wenig mit ihren Überzeugungen argumentieren.
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(SZ vom 25.01.2010)
Nach NRW-Debakel
Das Elterngeld ist in meinen Augen eine teure und sinnlose Fehlkonstruktion, bei der dem Staat die Kinder gutverdienender Menschen mehr wert sind als die von Studentinnen zum Beispiel.
Mehr Kinder hat es auch nicht gebracht, sondern nur das Anspruchsdenken und die Staatsfixiertheit der relevanten Altersgruppe erhöht.
Und jetzt noch zwei Monate länger? Da ist selbst das Betreuuungsgeld sinnvoller als diese Wurfprämie.
@Jan Kowalski
"Unabhängig davon wünsche ich allen Kindern die Chancen die ich hatte und die mein Kind haben wird. Und nebenbei gesagt, ich finde das alte Erziehungsgeld besser und ausgewogener. "
Da gehen wir vollkommen konform!
"Meinen Sie etwa damit die zwei Monate, in denen Sie es hätten bekommen können? "
Nein, das meine ich damit nicht. Ich meine nur, dass durch die Begrenzung des Elterngeldes auf max. 14 Monate man von Anfang an versuchen sollte ohne das Elterngeld also mit einem Gehalt auszukommen. Denn nach einem Jahr ist schluss. Hat man das Geld im "Haushaltsplan" verplant dann hat man ein Problem.
"es ungleich besser haben sollte als andere Kinder, nämlich die, welche in einkommensschwache Verhältnisse hineingeboren werden"
Ich versuche es mal so auszudrücken. Mein Kind hat es besser, weil ich relativ gut also überdurchschnittlich verdiene (natürlich nicht so viel, dass man sich alles leisten kann) und nicht weil wir Elterngeld bekommen. Mein Kind (finaziell) hätte es auch ohne Elterngeld gut. Interessanter ist die Frage, weshalb ich gut verdiene. Ich komme aus einfachen Verhältnisse (bin sogar Spätaussiedler). Ich habe aber die letzten zwölf Jahre in konsequente Fortbildung investiert. Während meine Freunde und Kollegen ihre Freizeit und ihren Urlaub genossen, habe ich gebüffelt. Zudem habe ich in den letzten zehn Jahren drei Mal den Job gewechselt (was auch ein Risiko ist). Der Verzicht auf Freizeit, zum Teil auf Geld ist der Grund dafür, dass es meinem Kind jetzt an nichts fehlt. Ich will damit auch zum Ausdruck bringen, dass mir meine Verhätnisse nicht in den Schoß gefallen sind!
Unabhängig davon wünsche ich allen Kindern die Chancen die ich hatte und die mein Kind haben wird. Und nebenbei gesagt, ich finde das alte Erziehungsgeld besser und ausgewogener.
In diesem Sinne!
Und warum schreiben Sie dann das?
"Meine persönliche Erfahrung, von Anfang an versuchen ohne Elterngeld auszukommen. Die Folge, es erhöht den Stand meines Geldmarktkontos! "
Meinen Sie etwa damit die zwei Monate, in denen Sie es hätten bekommen können?
Nun ja, ist ja auch irgendwie ganz interessant, Ihren Standpunkt zu hören. Damit ist aber noch nicht die Frage beantwortet, warum Ihr Kind, das Eltern hat, die "sogar durch einen geschickten Steuerklassenwechsel, die Anspruchgrundlage erhöht und sogar mehr Elterngeld bekommen", es ungleich besser haben sollte als andere Kinder, nämlich die, welche in einkommensschwache Verhältnisse hineingeboren werden. - Das werden Sie mir sicherlich auch gleich erklären.
Nein, meine Partnerin hat nicht freiwillig auf das Elterngeld verzichtet. Wir haben sogar durch einen geschickten Steuerklassenwechsel, die Anspruchgrundlage erhöht und bekommen sogar mehr Elterngeld.
Unabhängig davon, wird aber drei Jahre zu Hause bleiben um auf den kleinen aufzupassen. Denn es kommt für mich (uns) nicht in Frage unser Kind (Kleinkind) in fremde Obhut zu geben.
In diesem Sinne!
Paging