SZ: Steckt dahinter nicht auch der Glaube, das eigene Kind sei perfekt? Der ist doch in Akademiker-Kreisen weit verbreitet.
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Rechtsanwältin Simone Pietsch vertritt Eltern, die gegen die Lehrer ihrer Kinder klagen. (© privat)
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Pietsch: Irrtum! Gerade Akademiker schätzen ihre Kinder realistischer ein als andere. Sie geben auch mal zu, dass ihr Sohn stinkfaul ist. Die anderen dagegen halten ihre Kinder immer für hochbegabt. Mehr als zwei Drittel meiner Klienten sind keine Akademiker. Dahinter steckt oft der Wunsch, den Sprung in eine höhere soziale Klasse über das Kind zu schaffen.
SZ: Was sind Ihre häufigsten Fälle?
Pietsch: Ungefähr ein Drittel der Eltern wollen einen Platz an einer Schule einklagen. Ansonsten geht es um Noten, Abitur, Ordnungswidrigkeiten. Das fängt an beim Eintrag ins Klassenbuch und endet beim Verweis von der Schule.
SZ: Eltern klagen wegen eines Eintrags in ein Klassenbuch?
Pietsch: Ja, das kann durchaus gravierende Folgen haben. Glauben Sie mir, in 90 Prozent der Fälle ist an den Vorwürfen der Eltern etwas dran. Menschen sind eben nicht unvoreingenommen. Es gibt eine Studie, wonach jeder Lehrer in seiner Klasse einen Schüler mobbt.
SZ: Und schuld sind nie die Eltern?
Pietsch: Doch, manche Eltern sind uneinsichtig. Aber ich sehe mich als Dienstleister und versuche, zum Wohle des Kindes das Bestmögliche zu erreichen. Letztlich entscheidet aber der Richter. Generell besteht eine große Unsicherheit darüber, was Lehrer dürfen und was Schulen leisten müssen - und auch das ist häufig ein Grund für ein Verfahren. Ein Beispiel sind Kinder, die stottern - das wird im Gegensatz zur Leserechtschreibschwäche nicht als Defizit anerkannt. Da gibt es eben Eltern, die einen Ausgleich verlangen, in Form von mehr Förderung oder den Wegfall von Noten.
SZ: Setzt die Klagewut nicht die Lehrer sehr unter Druck?
Pietsch: Nein. Die Eltern, die pauschal nur das Böse bei den Lehrern sehen, gehen oft gar nicht zum Anwalt. Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass viele Lehrer ihr Handeln und die sich daraus ergebenden Folgen nicht überdenken, sie sind sich ihrer Rolle als Leitbilder nicht bewusst. Das sind Menschen, die das Klassenzimmer kaum verlassen haben. Die reagieren meist nur auf juristischen Druck.
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(SZ vom 31.07.2010/holz)
- Rechtsanwältin/Rechtsanwalt– KANZLEI JAKOBY DR. BAUMHOF, Ebersberg bei München
- W2-Professur für Wirtschaftsprivatrecht – Kennziffer 1052 –– Hochschule für angewandte Wissenschaften München, München
- Deutschlehrer/innen für die Sekundarstufen I und II sowie für die Primärstufe - Vollzeit oder Teilzeit möglich– Munich International School e. V. (MIS), Starnberg
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Das im Zeitalter der kleinen Prinzen und Prinzessinnen denen jedes Wünschlein von den Augen abgelesen wird, kann es kaum sein, dass dieser kalbfleischhormonverseuchte Nachwuchs selber schuld an den oft katastrophalen Leistungen ist.
Ich habe aus meiner Hauptschulzivildienstzeit einen Miniaufsatz in welchem ein und das selbe Wort auf drei verschiedene Weisen falsch geschrieben worden ist, in dem -es ging um Gewalt auf dem Schulhof, also ein sehr brisantes Thema- die Leute "verdroschelt" werden. Daran können nur die Pauker schuld sein!!! Hab ich aufgehoben, falls jemand meint, ich übertreibe.
Und die sollen nun von profitorientierten Bildungeinrichtungen fit gemacht werden.
Eins daran ist schon mal gut, diese Einrichtungen bekommen nur dann Mittel, wenn die Leistungen passen, also weiß ich aus allererster Hand, dass aus der Vier eine Zwei, schlimmstenfalls gute Drei gemacht wird, da sonst die Arge das Geld abdreht.
So ham mer uns dann alle schön bemogelt, die Blagen werden besser und die privaten Bildungseinrichtungen generieren ordentlich Gewinne. Nur die Wirtschaft kommt angesichts der schulischen Leistungen der Blagen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was soll's, wenn es nach der SPD und den Grünen geht, ist die Industrie ohnehin ein Feind, den es so schnell wie irgend möglich zu vernichten, auszurotten und einzuebnen gilt.
"zum Wohle des Kindes"! Das ich nicht lache. Sie meint wohl eher "nach dem Willen der Eltern", denn die bezahlen ja auch.
Natürlich passieren Lehrern auch mal Fehler an, auch mal schwerwiegende, und gegen die sollte man auch rechtlich vorgehen können. Aber in Deutschland gibt es (übrigens nicht nur in Schulsachen) eine Überflutung des Lebens mit Paragraphen, anstatt einfach mal vernünftig und gelassen miteinander zu reden.
Und wer sich in dem System auch noch als Söldner mit breiter Brust hinstellt...