Von Christine Burtscheidt

Die Elite-Akademie feiert ihr fünfjähriges Bestehen.

(SZ vom 25.7.2003) Häufig klagt die deutsche Wirtschaft über zu wenig qualifizierte Nachwuchskräfte. Die Universitäten lieferten zu viele Spezialisten und kaum Generalisten. Allein in Bayern blieb es nicht dabei: In wirtschaftlich noch guten Zeiten ließen Unternehmen wie Viag, Eon oder BMW beredten Worten Taten folgen und gründeten 1998 die Elite-Akademie. Seitdem werden Jahr für Jahr die 30 besten Studenten verschiedenster Fächer an den elf bayerischen Universitäten nach ihrem Vordiplom ausgewählt. Während der vorlesungsfreien Zeit nehmen sie an Vorlesungen, Seminaren und Workshops der Akademie teil und erwerben dadurch Führungsfähigkeiten. Dozenten sind Vorstandschefs und ausländische sowie bayerische Wissenschaftler. In vier vierwöchigen Vorlesungsblöcken vermitteln sie vor allem soziale, kommunikative und interkulturelle Kompetenz.

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Drei, bis vier Prozent der Bevölkerung sind hochbegabt. "Die müssen wir unterstützen, um unser Land voranzubringen", sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber zum fünfjährigen Bestehen der Akademie. Diese und das jüngst erst initiierte Elite-Netzwerk zur Förderung von hochbegabten Studenten und Doktoranden seien eine "Strategie gegen die Abwanderung junger Leute ins Ausland." Dass von den 64 Absolventen zurzeit 12,5 Prozent im Ausland arbeiten und promovieren, ärgert ihn deshalb umso mehr: "Die müssen wir hier festhalten", sagte er.

Dabei ist man sich in der Staatskanzlei bewusst, dass dazu auch Investitionen in die allgemeine Infrastruktur notwendig sind. Nachdem die bayerischen Universitäten in jüngster Zeit wiederholt darauf hingewiesen hatten, dass sie international nur wettbewerbsfähig seien, wenn drastische Sparmaßnahmen zurückgenommen würden, kündigte Stoiber gestern an, die jüngste Haushaltssperre von fünf Prozent möglicherweise schon 2004 wieder rückgängig zu machen.

Als Verdienst der Akademie nannte der Regierungschef auch einen Elitebegriff, der in Deutschland endlich wieder positiv besetzt sei. Die Idee zur Akademie entstand 1996 im Wissenschaftlich-Technischen Beirat der Staatsregierung. 40 bayerische Unternehmen engagieren sich inzwischen. Das Stiftungskapital beläuft sich auf 24 Millionen Euro. Der Vorsitzende der bayerischen Rektorenkonferenz, Wolfgang Herrmann, lobte das Engagement der Wirtschaft, Exzellenz auch wieder an deutschen Universitäten zu fördern.

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