Erfolg für Bremen und die FU Berlin, Aus für Humboldt-Uni und Darmstadt: Die Vorrunde im Elite-Wettbewerb sorgte für manche Überraschung.
Dass es am Ende nur Gewinner gebe und niemand sich als Verlierer fühlen müsse - dieser fromme Wunsch der Veranstalter und Juroren sollte sich nicht erfüllen. Christoph Markschies jedenfalls, der Präsident der Berliner Humboldt-Universität (HU), fühlte sich nicht als Gewinner, nachdem seine Hochschule bei der wichtigsten Vorentscheidung zum Elite-Wettbewerb von Bund und Ländern ausgeschieden war.
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Dies sei "eine sehr ernste Warnung", erklärte Markschies am Freitagabend, nachdem er aus Bonn erfahren hatte, dass die Bewerbung der HU ausgerechnet im dritten und prestigeträchtigsten Teil des Wettbewerbs - dem um den Titel "Elite-Uni" und um Millionen Fördergelder - schon in der ersten Runde durchgefallen war. Dass die Uni in den beiden anderen Bereichen - dem Wettbewerb um die besten "Graduiertenschulen" für die Ausbildung junger Forscher und um "Exzellenzcluster" für eine bessere Kooperation von Unis und Forschungsinstituten - erfolgreicher war und im Finale steht, war da allenfalls ein schwacher Trost.
Mutige Jury
Das vorzeitige Aus für die mit großen Ambitionen gestartete und hochgehandelte Humboldt-Uni war nur eine von mehreren Überraschungen bei der ersten wichtigen Vorentscheidung in der "Exzellenz-Initiative", jenem mit 1,9 Milliarden Euro dotierten Wettbewerb, der die Forschung an den deutschen Universitäten wieder an die Weltspitze heranführen soll. Vor allem mit ihrer Vorauswahl aus den 27 "Elite-Uni"-Bewerbungen setzte die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Wissenschaftsrat eingesetzte Jury aus international renommierten Wissenschaftlern unerwartete und mutige Zeichen.
So hatte wohl auch an der TU Darmstadt niemand ernsthaft mit einem frühen Scheitern gerechnet. Entsprechend "bedrückt" war denn auch Präsident Johann-Dietrich Wörner, als das Nein der Gutachter bekannt wurde. Und auch der Bonner Uni waren zuvor durchaus gute Chancen eingeräumt worden. Doch von den fünf Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen zog nur die extrem forschungsstarke RWTH Aachen in die letzte Runde ein, was Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart so kommentierte: "Wir haben zwar die dichteste Forschungslandschaft Europas, aber eben nicht die beste."
Mindestens zwei Überraschungen gab es auch bei den Gewinnern: Von den zehn Unis, die nun im Finale stehen, galten vor allem die Universität Bremen und die Freie Universität (FU) Berlin zuvor nur als Außenseiter. Die Bremer Uni zeigt mit ihrem Einzug in die Schlussrunde erneut, dass sie längst nicht mehr die belächelte rote Kader-Anstalt von einst ist. Ihre Bewerbung setzte besonders auf eine Kooperation der verschiedenen Fächer und eine gezielte wissenschaftliche Personalentwicklung. Rektor Wilfried Müller fühlt sich nun "unglaublich ermutigt", der ganzen Republik auch im Finale zu zeigen, "dass Bremen ein hervorragender Forschungsstandort ist".
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