Von Thomas Öchsner

Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung fallen in den Ost-Bundesländern die tariflichen Einkommen immer noch geringer aus als im Westen.

20 Jahre nach der deutschen Einheit gibt es immer noch Unterschiede bei den tariflichen Einkommen und Arbeitsbedingungen in Ost und West. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

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Tarifniveau in Ost und West - zum Vergrößern bitte klicken. (© SZ-Graphik)

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Aus dem vom WSI vorgelegten Tarifhandbuch 2010 geht hervor, dass die Wochenarbeitszeit im Osten Ende 2009 bei durchschnittlich 38,8 Stunden lag. Im Westen waren es dagegen 37,4 Stunden.

Beim tariflichen Urlaub müssen sich die Ostdeutschen mit 26,8 Arbeitstagen statt 28,1 im Westen begnügen. Die Tarife selbst haben sich weitgehend angenähert: Die Grundvergütungen im Osten belaufen sich auf 96 Prozent des Westniveaus.

Das WSI sieht allerdings "eine große Kluft" zwischen den tariflichen Vereinbarungen und den tatsächlichen Standards. Das liegt an der geringen Prägekraft der Tarifverträge in den neuen Bundesländern: Dort ist der Anteil der Beschäftigten, die von Tarifverträgen profitieren, von 63 Prozent im Jahr 1998 auf 51 Prozent 2009 gesunken. Fast die Hälfte der Beschäftigten im Osten und drei Viertel der Betriebe sind nicht tarifgebunden. Im Westen sind diese Werte deutlich besser.

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(SZ vom 23.04.2010/mel)