In seinem Heimatland schuftete er mehr als zwölf Stunden am Tag und hob sich Urlaubstage für den Fall auf, dass er krank wird. Als er einmal schon um halb sieben zu Hause war, fragte seine Frau, ob er gefeuert worden sei. Jetzt arbeitet der Japaner Tsuyoshi Noguchi in Deutschland und macht einige neue Erfahrungen.
Von Tokio nach München. Dabei seine Ehefrau und die zwei kleinen Söhne. Seit Mai arbeitet der Japaner Tsuyoshi Noguchi in Deutschland - und erlebt hier eine ganz neue Arbeitskultur. Zwei Jahre lang soll der 39-jährige Mitarbeiter der Munich Re in der Konzernzentrale bleiben - zuständig für die japanischen Klienten des Münchner Rückversicherers.
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Der Japaner Tsuyoshi Noguchi vor der Munich Re. Der 39-Jährige ging zum Master-Studium in die USA und jetzt zum Arbeiten nach Deutschland. (© J.Lange)
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SZ: Herr Noguchi, in Japan gibt es ein Sprichwort: Ist der Ehemann gesund und nicht zu Hause, ist alles in Ordnung. Gilt das auch in Ihrer Familie?
Noguchi: Das stammt aus einem bekannten TV-Spot und wird sicher von vielen auch so wahrgenommen. Als ich einmal schon um halb sieben zu Hause war, fragte mich meine Frau total überrascht: Was ist passiert? Hast du deinen Job nicht gut gemacht? Bist du gefeuert worden? Ein Arbeitstag von 8.30 Uhr bis neun Uhr abends ist bei japanischen Firmen völlig normal. Es gab auch eine Zeit, da musste ich mich beeilen, meine letzte Bahn um Mitternacht zu bekommen. Vom Büro brauchte ich in Tokio noch eine Stunde nach Hause. Lange Arbeitszeiten sind in Japan üblich, vor allem im Dienstleistungssektor. Sie sind ein Zeichen, dass man immer für den Kunden da ist. So verbringen Sie wesentlich mehr Zeit mit den Kollegen als mit ihrer Familie. Hier ist die Arbeitskultur anders, es gibt eine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Privatleben, wie schon das deutsche Wort "Feierabend" erkennen lässt.
SZ: Manche Unternehmen schalten inzwischen abends das Licht aus, damit alle Mitarbeiter nach Hause gehen. Warum arbeiten Japaner freiwillig so lange?
Noguchi: Aus Stolz und Verantwortungsbewusstsein. Sie wollen nicht, dass ein Kollege ihre Arbeit erledigen muss. Ein Japaner möchte seinen Kollegen nicht zur Last fallen. Also machen sie weiter, auch wenn das übertrieben sein kann und auch nicht der effizienteste Weg ist. Daher achten immer mehr Chefs von großen Firmen darauf, dass ihre Mitarbeiter früher gehen. Hier in Deutschland ist das weniger ein Thema, da die Mitarbeiter stärker selbst ihre Zeit managen und Prioritäten setzen.
SZ: Wie wichtig ist der Job in der japanischen Gesellschaft und wie wichtig ist im Gegensatz dazu die Familie?
Noguchi: Japaner fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, eines Kollektivs. Natürlich ist die Familie auch ein Kollektiv, aber sie versteht, dass der Mann auch noch zu einer anderen Gruppe gehört. Das ist wichtig für die Karriere. Dabei muss man bedenken: 80 Prozent der Japaner arbeiten ihr ganzes Leben bei einer einzigen Firma, also manchmal 40 Jahre lang. Die Kollegen sind auch deine Freunde, sie sind wie eine zweite Familie.
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... Deutschland ist eben Jammerweltmeister ~ Jammern wenn sie einmal weniger Urlaub machen im Jahr, jammern wenn sie Überstunden machen müssen, jammern wenn sie keine "Freizeit" haben, jammern ständig über Kopfschmerzen und Migräne, und und und ~
Der relativ hohe Lebensstandard zerfrisst nun mal Deutschlands Einstellung bezüglich Fleiss und Ausdauer ~
wie geht das zusammen, die deutschen haben gleiche Produktivität pro Kopf aber arbeiten 30% weniger als dei Japaner.
Was sagt uns da die Mathematik über die Produktivität der Japaner ?
aha. erst riesen tamtam und gejammer über burn-out, ausbeuterische arbeitgeber hierzulande usw. heute erfahrungsberichte eines japaners die doppelt so viel arbeiten wie wir und halb so viel urlaub haben. demzufolge müsste ganz japan mit burnout am boden liegen. tun sie aber nicht.
deutschland oh du jammertal.