"Beim Dirigieren geht es viel um Hören", sagt Beger. "Der Dirigent muss wahrnehmen, wie die einzelnen Instrumente spielen: Ist die Flöte hörbar, schaffen wir zusammen einen Gleichklang, haben die Streicher die richtige Lautstärke?" Ähnlich verhalte es sich auch im Unternehmen - nur wenn die einzelnen Abteilungen optimal arbeiten und zufrieden sind, kann das Gesamtergebnis optimiert werden.
Bild vergrößern
Lorin Maazel als Vorbild für leitende Manager: Wer ein Orchester leitet, versteht was von Führungsqualitäten. (© dpa)
Anzeige
Mit Fachkenntnissen alleine erreicht dieses Ergebnis niemand - weder ein Dirigent noch ein führender Manager. Es sind die sozialen, emphatischen Fähigkeiten, die den Führungsstil bestimmen. "Rumbrüllen hilft nichts. Wer vor einem Orchester zu autoritär auftritt, wird ausgewechselt", sagt Beger. Auf die Zwischentöne hören ist also angesagt - im Konzertsaal und im Unternehmen.
Dass beim Dirigieren nicht jeder zu einer perfekten Führungskraft wird, räumt Philipp Reichart aus Berlin aber ein. "Den technischen Ablauf des Dirigierens kann man bis zu einem gewissen Grad lernen, wirklich führen kann nicht jeder. Dabei geht es auch um Charisma, um Ausstrahlung und Motivationsfähigkeit, das lässt sich nur schwer antrainieren. Daran arbeiten kann man allerdings", sagt er.
Den dirigierenden Managern jedenfalls macht das neue Betätigungsfeld Spaß. Und Nutzen für ihren Arbeitsalltag konnten sie ebenfalls daraus ziehen, wie eine Mitarbeiterin der Unternehmensberatung Roland Berger auf der Webseite des Berliner Dirigier-Seminars betont: "Die Arbeit mit dem Orchester erforderte ein Maß an Mut, Selbstvertrauen, Charakter und Führungskompetenz, wie ich es bei keinem vergleichbaren Seminar erlebt habe." Und das Beste: "Der unmittelbare Spiegel, den das Orchester den Teilnehmern vorhält, ist unerbittlich, erlaubt aber der Führungskraft, sofort zu korrigieren - sich selbst und seine 'Mitarbeiter' im Orchester."
Die Arme beim nächsten Mal also einfach ein bisschen zurückhaltender einsetzen. Dann klappt es auch mit der zarten Morgenstimmung. Die kann auch im Büro nicht schaden.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Thema
- Dirigierseminar RSS
(sueddeutsche.de/leja)
Die armen Musikanten! Die Business-Heinis können noch so platt und töricht sein, alles wird zur guten Idee umgemünzt. Man kann nur hoffen, dass das Orchester hier ein massives Honorar brechnet, als Schmerzensgeld.
""Den technischen Ablauf des Dirigierens kann man bis zu einem gewissen Grad lernen, wirklich führen kann nicht jeder. Dabei geht es auch um Charisma, um Ausstrahlung und Motivationsfähigkeit, das lässt sich nur schwer antrainieren. Daran arbeiten kann man allerdings", sagt er."
Das klingt, als wäre es eine nette Lehrerfortbildung.
ein Seminar: Wie trage ich Verantwortung? oder Grundlagen der Höflichkeit? oder Über den Tellerrand: Menschen statt Zahlen?
...ein Luftgitarren-Seminar für Manager anbieten, und eines für bescheuerte Gangarten ("silly walks", siehe Avatarbild) die Begründung und die Werbebroschüre lasse ich dann von Herrn j.p. schröder verfassen, der wahrscheinlich auch in der Arktis gute Geschäfte mit Kühlschränken machen würde.
..freut sich... kann sie doch wieder Geld abziehen...
Paging