Der Markt - global aber kleinteilig

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"Als weltweit agierender Konzern", so Anke Meier, Corporate Director Global Diversity & Inclusion der Henkel AG, "geht es uns darum, mit globalen Teams unser volles Geschäftspotenzial auszuschöpfen."

Wie das in den letzen 100 Jahren erfolgreich bewerkstelligt wurde, zeigt der legendäre, Henry Ford zugeschriebene Satz "Sie können den Ford-T in jeder Farbe haben, sofern sie schwarz ist". Ziel war die Herstellung möglichst billiger Massenprodukte. Durch das konsequente Ignorieren jeden Wunsches nach Vielfalt konnte Ford den Preis von 850 Dollar (1908) 16 Jahre und einige Millionen Fahrzeuge später auf 290 Dollar (1924) senken, die Massen motorisieren, vielen Wohlstand ermöglichen und mit diesem Rezept sein Geschäftspotenzial optimal entwickeln. Eine bis heute erfolgreiche, wenn auch einseitige Vorgehensweise, denn wer Schwarz nicht mochte, hatte Pech gehabt.

Unter den Vorzeichen einer global vernetzten Wirtschaft wird dieses Rezept unserer Vorväter auf Dauer nicht mehr funktionieren. Henry Ford hatte eine millionenfach gleichförmige Schar von Kunden im Blick. Die Vielfalt jenseits des Tellerrandes musste er nicht zur Kenntnis nehmen. Nach und nach wurde zwar ein bisschen segmentiert - nach 15 Produktionsjahren gab es den Wagen auch in Gelb - aber die Erkenntnis, dass es sich unter Umständen lohnt, Teilzielgruppen zu bedienen, ist noch nicht das, was den Diversity-Gedanken antreibt: Dabei geht es vielmehr um die Erkenntnis, dass Unternehmen heute und morgen ihr Geschäftspotenzial besser ausschöpfen können, wenn sie in der Lage sind, kleinteilige Märkte global zu erkennen und adäquat zu bedienen, weil sie die unterschiedlichen Kulturen, Interessen und Bedürfnisse ehrlich respektieren. Dies aber wird nur dann gelingen, wenn die Unternehmen selbst diese globale Vielfalt in ihrer eigenen Organisation widerspiegeln und leben.

Diversity muss ehrlich gelebt werden

"Das internationale PwC-Netzwerk zeigt jeden Tag, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen erfolgreich gemeinsam an Lösungen für komplexe Probleme arbeiten", sagt Marius Möller Vorstand Personal und Arbeitsdirektor von PwC Deutschland. "Respekt gegenüber anderen" ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und deshalb in den Ethik-Grundsätzen von PwC fest verankert.

Und es geht auch gar nicht mehr anders: Ob ein Unternehmensberater, eine Ingenieurin oder ein Naturwissenschaftler gesucht wird - für hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen nationale Grenzen kaum noch eine Rolle. Sie suchen für sich ein Arbeits- und für ihre Familie ein Lebensumfeld, in dem sie ihre Kompetenz ausleben und ihr Leben so gestalten können, wie sie es sich vorstellen und nicht so, wie es das Management der alten Art gerne hätte: geistig uniform, unauffällig und jederzeit austauschbar. Kompetente Spezialisten, zuhause im internationalen Business, sind selbstbewusste Leute, die sich nicht auf Linie trimmen oder durch Lippenbekenntnisse täuschen lassen. Um sie zu rekrutieren und zu halten ist mehr nötig, als ein papierenes Bekenntnis. Sie merken sehr schnell, ob Respekt vor dem und den Anderen wirklich gelebt, ob Diversity ehrlich praktiziert wird.

Gesetze erhalten den Status quo

"Es ist uns wichtig, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu bieten", erklärt Melanie Eisinger (Director Human Ressources, McDonald's Deutschland Inc.). Bei McDonald's ist dies seit langem selbstverständlich, denn allein in den über 1300 Restaurants in Deutschland arbeiten Mitarbeiter aus rund 120 Nationen. Anderen Unternehmen musste das Verbot der Diskriminierung erst vom Gesetzgeber ins Stammbuch geschrieben werden.

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