Putzfrauen werden besser bezahlt als studentische Hilfskräfte. Trotzdem stehen Studenten für die Jobs Schlange.
Simone Hirmer kommt ins Schwärmen, wenn sie von ihrem Job erzählt. "Super interessant" sei ihre Beschäftigung, sagt die 27 Jahre alte Komparatistik-Studentin an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Ganz besonders lobt sie das Verhältnis zu ihrem Vorgesetzten. Der sei nicht nur ein "Crack", sondern auch ein guter Lehrer, sympathisch und unterhaltsam. Außerdem ließen sich Arbeit und Studium bestens miteinander verbinden: ein Traumjob. Einziger Nachteil: die Bezahlung. Mit 7,35 Euro pro Stunde bekommt Simone Hirmer nicht viel mehr als ein Taschengeld.
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Trotzdem stehen jedes Semester die Bewerber Schlange bei der Vergabe von Hiwi-Stellen. Schließlich winken nicht nur exklusive Einblicke ins Innenleben eines Instituts, sondern auch ein Sonderverhältnis zum Prof: kein Warten mehr auf einen Termin in der Sprechstunde. Simone sagt: "Den Hiwi-Job hätte ich auch ohne Geld genommen."
An deutschen Hochschulen werkeln nach Schätzungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa 90.000 bis 100.000 Hiwis. Das sind mehr als doppelt so viele Hilfskräfte, wie es Professoren gibt. Sie recherchieren und kopieren, erklären in Tutorien, was in der Vorlesung nicht verstanden wurde, schieben Dienst in Bibliotheken, korrigieren Aufsätze von Professoren oder betreuen die Internet-Seiten des Instituts. Sie sind der Unterbau des Unterbaus. Zusammen mit den Lehrbeauftragten zählen sie - mit Ausnahme des Sonderfalls Berlin - nicht zum Hochschulpersonal und sind von den Leistungen und vom Schutz durch Tarifverträge und Personalvertretungen ausgeschlossen.
Das alles wissen die Hochschulen und zuständigen Ministerien in den Bundesländern. Dennoch sind seit 13 Jahren die Stundensätze für Hiwis nicht mehr erhöht worden. Sie richten sich immer noch nach einer Vergütungsrichtlinie aus dem Jahre 1986. Das Papier regelt nur Höchstsätze. Die liegen bei 8,02 Euro pro Stunde an Universitäten und 5,58 Euro an Fachhochschulen.
Doch vielerorts werden die Regelvergütungen mittlerweile deutlich unterschritten. In Bayern etwa erhalten Hiwis nur 7,35 Euro. Die Fachhochschule Weihenstephan bei München zahlte in Einzelfällen gar einen Stundensatz von 3,06 Euro für die Aufsicht in EDV-Räumen. Begründung: Das sei angemessen, weil EDV-Aufseher neben ihrem Job auch fürs Studium arbeiten könnten.
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