In dem TIMSS-Test in Mathematik und Naturwissenschaften rangieren zehnjährige deutsche Schüler auf Platz 12. In beiden Disziplinen führend: die Asiaten.
Deutschlands Grundschüler schneiden in einer neuen internationalen Studie überdurchschnittlich gut ab. In der Tims-Studie, die offiziell erst am Dienstag vorgestellt wird, liegt Deutschland in Mathematik und in den Naturwissenschaften im oberen Leistungsdrittel. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben es die getesteten Dritt- und Viertklässler in beiden Fächern auf den zwölften Platz geschafft. Sie erreichten Testergebnisse klar über dem internationalen Mittelwert. An der Studie, einer Art Pisa-Test für Grundschüler, hatten weltweit 36 Staaten und zusätzlich einige Regionen teilgenommen. Die besten Leistungen erzielten die Kinder in Hongkong, Singapur, Taiwan und Japan, sie sind auch den Deutschen deutlich voraus. Der Pisa-Sieger Finnland hatte an der Studie nicht teilgenommen.
Deutsche Grundschüler: In Mathematik hinter Niederlanden, Litauen und USA, in Naturwissenschaften hinter Italien und Kasachstan. (© Foto: ddp)
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Die Abkürzung Timss steht für "Trends in International Mathematics and Science Study". Weltweit wurden dafür im vorigen Jahr mehr als 400000 Schüler getestet, in Deutschland nahmen in einer repräsentativen Stichprobe etwa 12000 Dritt- und Viertklässler teil. Während die Pisa-Studien von der OECD koordiniert werden, ist Timss ein Programm der Bildungsorganisation IEA, einer internationalen Vereinigung für die Evaluation von Schülerleistungen. Die Tests sind ähnlich konzipiert wie bei Pisa, wobei Pisa 15-Jährige untersucht und teilweise andere Staaten teilnehmen. Die Tims-Studie wird in Deutschland von dem Bildungsforscher Wilfried Bos am Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung geleitet.
In Mathematik liegen die deutschen Grundschüler nicht nur hinter den Siegern aus Asien, sondern auch hinter Ländern wie Kasachstan, Russland und England, aber vor Dänemark, Italien und Österreich. In den Naturwissenschaften, die in der Grundschule überwiegend im Fach Sachkunde vorkommen, rangiert Deutschland hinter den USA und Italien, aber vor den Niederländern.
Anschluss an die Spitze
Deutschland beteiligte sich zum ersten Mal an der Tims-Grundschulstudie. Vor zehn Jahren waren in Deutschland nur Achtklässler bei Timss getestet worden; sie schnitten damals sehr schlecht ab. Bereits vor der ersten Pisa-Studie hatte Timss daher bei deutschen Bildungsexperten Alarm ausgelöst.
In internationalen Vergleichen erreichen die deutschen Grundschüler seit jeher bessere Werte ab als die Schüler in den höheren Klassen. Bei Pisa sind die Jugendlichen in Deutschland im Lesen und in Mathematik mittelmäßig, nur in den Naturwissenschaften halten sie Anschluss an die internationale Spitzengruppe. In den weiterführenden Schulen geht außerdem die Schere zwischen guten und schlechten Schülern weit auseinander. In den deutschen Grundschulen liegen die Leistungen noch enger beieinander. Ähnliche Probleme gibt es in den USA. In anderen Ländern dagegen, zum Beispiel in Japan, liegen die Fähigkeiten der Schüler sowohl in den unteren als auch in den höheren Klassen über dem internationalen Durchschnitt.
Auch im Lesen (Textverständnis) sind die deutschen Grundschüler überdurchschnittlich erfolgreich. Dies zeigte im vorigen Jahr die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, kurz Iglu. Die Leseleistungen bei Pisa sind deshalb um so enttäuschender. Bildungsexperten dringen deshalb darauf, die Förderung der schwächeren Schüler nach der vierten Klasse zu verstärken und die Leseförderung nach der Grundschulzeit nicht zu vernachlässigen.
Am Dienstag, wenn die Tims-Studie erscheint, wollen die Kultusminister auch die Ergebnisse eines Iglu-Bundesländer-Vergleichs vorstellen. Erstmals hatten alle 16 Bundesländer für einen innerdeutschen Vergleich die Viertklässler im Lesen testen lassen. Bei einer früheren Iglu-Studie hatten nur sieben Länder teilgenommen, dabei erzielten Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Hessen recht gute Werte; Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bremen lagen hinten.
- Pisa-Sieger Sachsen "Nur Leistung zählt, sonst gar nichts" 18.11.2008
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(SZ vom 7.12.2008/lala)
Debatte über Urheberrecht
Ist es denn eine besondere Schande hinter Kasachstan zu liegen?
Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen mit doch einigen Kindern hier mal eine etwas andere These:
Die guten Ergebnisse der deutschen Grundschüler im Bereich der Naturwissenschaften liegen vor allem an klasse Wissenssendungen (u.a. Sendung mit der Maus, Willi wills Wissen, Wissen macht Ah!, Löwenzahn, Radio Mikro), gut und interessant gemachten Wissenspielen und vielen tollen Sachbüchern - und vor allem an dem unbändigen Interesse zumindest derjenigen Kinder, die in diesem Alter noch derart qualitativ hochwertig unterstützt werden! Dazu können dann Lehrer und Lehrerinnen beitragen, die einen gut vorbereiteten und interessanten anschaulichen Unterricht mit vielen praktischen Erfahrungen gestalten - und nicht wenige tun dies auch sehr engagiert, wenn auch in der Regel in viel zu großen Klassen, ohne Möglichkeit zur Differenzierung, mit zu geringen Mitteln und unter räumlich den Bedürfnissen der Kinder entgegenstehenden Bedingungen.
Die relativ guten Leistungen im Bereich der Mathematik in den Klassen 3 und 4 werden wesentlich durch eine Vielzahl anregender hochwertiger Gesellschaftsspiele unterstützt. Und die Kinder, die Glück haben, erhalten von den Eltern qualitativ hochwertige Lektüre und ihnen wird viel vorgelesen.
Das Ganze trägt dann noch viele Kinder einigermaßen bis zum Ende der Grundschule. In den höheren Klassen fallen dann viele dieser Sonderfaktoren weg, das Niveau der für diese Altersklasse relevanten Fernsehsendungen sinkt deutlich, die Zeit für durch das Eigeninteresse geleitetes Lernen, Ausprobieren und Erfahren wird immer weniger. Der Zugriff des Systems Schule wird immer mächtiger, der Einfluss der Eltern und sonstiger Mentoren geringer, der Auslesedruck immer extremer, die Fluchttendenzen auch. Interesse spielt keine Rolle mehr, nur noch Funktionieren unter schwierigen Umständen - und das über Jahre hinweg. (Ich habe Jugendliche kennengelernt, die das Ganze mit 11, 12, 13 durchschaut haben - und dann nur noch die Jahre gezählt haben, bis sie draußen waren.)
Und daraus resultiert ein Problem, das angesichts der gravierenden Auswirkungen wenig thematisiert wird: Die viel zu oft katastrophale soziale Kompetenz und Langweiligkeit derjenigen, die da aus dem System Schule (und Uni) nach oben rausfallen und dann irgendwann unsere Führungskräfte stellen. Derzeit zerlegen diese gemeinsam in Wirtschaft und Politik die Grundlagen unserer Gesellschaft!
Liebe Statistikfreaks von irgendwelchen vereinen, wie OECD, UNO etc. Ich wuerde euch vorschlagen die faehigkeiten der lieben Kleinen tgl. 24 stunden zu ueberpruefen, um deren Wissenszuwachs detailliert aufschluesseln zu koennen.
Man kann auch uebertreiben.