Gekündigt wegen 1,30 Euro: Eine Kassiererin wurde zum Symbol für soziales Unrecht. Doch die Rollen von Gut und Böse sind nicht so klar verteilt, wie es scheint. An diesem Donnerstag wird das Urteil erwartet.
Vermutlich ist sie Deutschlands berühmteste Kassiererin, die 1958 geborene Berlinerin Emmely. Nahezu jeder hat schon von ihrem Fall gehört. Er hatte im vergangenen Jahr eine heiße Debatte über sogenannte Bagatellkündigungen ausgelöst. Emmely, die in Wahrheit Barbara heißt, war nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit von ihrem Arbeitgeber, einer Supermarktkette, fristlos gekündigt worden, nur weil sie im Verdacht stand, zwei von Kunden verlorene Pfandbons für sich selbst eingelöst zu haben. Der Gesamtwert der Bons lag bei sage und schreibe 1,30 Euro.
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Ist sie wirklich so unschuldig, wie alle Welt glaubt? Der Fall der Kassiererin "Emmely" wird vor dem Bundesarbeitsgericht neu aufgerollt. (© ddp)
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Obwohl der Betrag lächerlich war, entschied das Landesarbeitsgericht Berlin im Februar 2009, die Kündigung sei gerechtfertigt. An diesem Donnerstag hat das Bundesarbeitsgericht nun die Gelegenheit, das Urteil zu korrigieren. Ob die Richter sie nutzen, ist allerdings längst nicht ausgemacht.
Emmely ist überzeugt, ihr sei nur gekündigt worden, weil sie zuvor an einem Streik teilgenommen hatte. Wer sich aber die Entscheidungen der beiden Vorinstanzen durchliest, muss feststellen: Ganz so eindeutig sind die Rollen von Gut und Böse in dem Stück dann doch nicht verteilt. Zumindest nicht, wenn die Sache so abgelaufen ist, wie die Gerichte es schildern.
Verstrickt in Widersprüche
So war es beispielsweise nicht etwa Emmely, die die Pfandbons gefunden hatte, sondern eine Kollegin. Sie brachte sie, wie es den Vorschriften entsprach, zum Marktleiter. Dieser ging daraufhin zu Kassiererin Emmely und bat sie, die Bons aufzubewahren, falls ein Kunde komme, der sie verloren habe. Sollte niemand die Bons reklamieren, seien sie später als sogenannte Fehlbons zu verbuchen. So die klare Anweisung von oben.
Emmely legte die Bons daraufhin in das Kassenbüro, wo sie die nächsten Tage verblieben. Was dann folgte, bestreitet die Kassiererin, das Landesarbeitsgericht ist aber nach einer umfassenden Beweisaufnahme überzeugt, dass es sich genau so zugetragen hat. Entgegen der Anweisung des Filialleiters soll die Kassiererin die Bons zehn Tage später an sich genommen und an der Kasse für sich selbst eingelöst haben. Die Sache flog auf. Doch statt alles einzuräumen und sich reumütig zu geben, verstrickte Emmely sich in immer neue Lügengeschichten. Zumindest hatten die Richter der beiden unteren Instanzen diesen Eindruck.
Gespräche mit dem Arbeitgeber
Der Arbeitgeber kündigte der Kassiererin nicht etwa von einem Tag auf den anderen, sondern führte in den kommenden Wochen mehrere Gespräche mit Emmely, auch im Beisein von zwei Betriebsräten. Er ging allen ihren Erklärungen nach. Mal behauptete Emmely, die Bons stammten von ihrer Tochter, mal brachte sie die Möglichkeit ins Gespräch, eine Kollegin habe sie ihr heimlich ins Portemonnaie gesteckt.
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Ach, Sie sind süchtig danach unwägbare finanzielle Risiken einzugehen ohne sich vorher genau zu informieren und den gesunden Menschenverstand einzuschalten?
Landläufig nennt man sowas DUMMHEIT. Und daran sind natürlich Andere, die "Bankster", die Politiker und der Weihnachtsmann schuld, gelle?
Wenn hier irgendetwas dümmlich ist, sind es Ihre Kommentare.
Ob es Ihnen paßt oder nicht: Wenn Sie in der finanzkrise Geld verloren haben, ist es zu allererst einmal Ihre eigene Schuld. Information ist für Erwachsene eine HOL-SCHULD. Nur Kinder haben Anspruch darauf, dass ihnen alles genau gesagt und erklärt wird.
"Nicht die Banker sind an der Krise schuld, sondern deren Kunden vom Scheich bis zum Kleinsparer"
Das ist genau wie mit den Drogendealern: die sind auch an nix schuld, sondern deren Kunden, die einfach nicht kapieren wollen, dass ihnen das Zeug nicht gut tut. Darum sollten Drogendealer auch nicht bestraft werden, gelle?
@kulturoptimist: weitgehende Zustimmung.
Die Hintergründe im Fall E. kenne ich nicht (war sie eine „Quertreiberin“, Underperformer, unbeliebt?). Ich weiß aber aus der Praxis, dass es für den Arbeitgeber sehr schwierig ist, einen Schlechtleister los zu werden; ebenso einen Arbeitnehmer, der sich keine kündigungsrelevanten Patzer leistet, aber von den Kollegen (Kunden, Geschäftspartnern) abgelehnt wird, was die Teamleistung (Geschäftsergebnis) mindert.
Dann warten eben die Personaler auf die „Bagatelle“ und ersparen sich dann auch noch die Abfindung.
ist ja wohl nicht ganz vergleichbar.
die finanzgeschäfte waren l-e-g-a-l, gesponstert von gierigen sparern, investoren etc.pp.
heroin ist - zumindest soweit ich weiß - immer noch ilegal.
wie gesagt - die nachfrage bedingt das angebot. und mit gier läßt sich nun mal geschäft machen. beide seiten kennen das risiko.
Paging