Das Büro der Zukunft Nie mehr allein

Einzelbüro ade: Wissenschaftler erforschen, wie moderne Büros die Leistung der Beschäftigten erhöhen. Die zukünftigen Arbeitsplätze sind grün, flexibel - oder passen in die Hosentasche.

Von Lena Brochhagen

Ein Schreibtisch, darauf ein Computerbildschirm, Telefon und vielleicht ein Familienfoto. Besonders aufregend sieht ein durchschnittliches Büro nicht gerade aus. Doch die unscheinbaren Räume beschäftigen Dutzende Wissenschaftler und Unternehmen. Sie entwerfen das Büro der Zukunft, damit die 17 Millionen Büroarbeiter in Deutschland effizienter tätig sein können. Die zukünftigen Arbeitsplätze sind grün, flexibel oder passen in die Hosentasche. Nicht alle Vorschläge der Forscher sind ganz neu, einiges ist schon in manchen Firmen umgesetzt. Dennoch bedeuten die Szenarien der Wissenschaftler einen Abschied vom guten alten Büro und der Arbeitsorganisation, wie sie Millionen Beschäftigte kennen. Fünf Ideen, wie wir in Zukunft arbeiten werden:

Das klassische Einzelbüro wird es auf lange Sicht nicht mehr geben.

(Foto: Catherina Hess)

Anders bauen

Ein großer Raum dient als Treffpunkt. Von allen Seiten führen Türen in Büros, die sich Mitarbeiter aus ganz unterschiedlichen Abteilungen teilen: So könnte ein Unternehmen organisiert sein, das ungewöhnliche Ideen fördern will. Denn damit Mitarbeiter innerhalb ihres Teams oder auch abteilungsübergreifend miteinander reden und dadurch neue Sichtweisen kennen lernen, müssen sie nach Studien des US-Wissenschaftlers Thomas Allen eng zusammensitzen. Mit jedem Meter Abstand sinkt die Wahrscheinlichkeit für Gespräche. Sind es bei zehn Metern Entfernung zwischen den Schreibtischen noch drei Gespräche pro Woche, reden Kollegen bei zwanzig Metern nur noch einmal. Das gilt nicht nur für persönliche Gespräche, sondern auch für den Austausch per Telefon oder E-Mail.

Der klassische Bürotrakt mit einem langen Flur, von dem rechts und links Büros abgehen, ist also Gift für die Kommunikation. Wichtig ist auch, wer im Nachbarraum sitzt. Teilt sich nur eine Abteilung einen Flur, fördert das Koordination und Information. Jeder weiß, woran die anderen arbeiten, nichts wird doppelt erledigt. Für Innovationen sei eine solche Anordnung dagegen Gift, so könnte man Allens Studie zusammenfassen, denn jede Abteilung wurschtelt vor sich hin. Für ein innovatives Umfeld empfiehlt der Wissenschaftler, Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen zusammenzusetzen. Gemeinsam ein Büro zu teilen, könnte sich auch für jüngere und ältere Kollegen lohnen. Um das Beste aus der Erfahrung der Älteren und dem frischeren Wissen der Jüngeren zu machen, sollten sie über Altersgrenzen hinweg zusammenarbeiten, sagt Catherine Gall, Forschungsleiterin beim Büroeinrichter Steelcase. Bisher bestehen die meisten Kontakte in Büros einer Umfrage zufolge innerhalb der Altersgruppen.

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