Die Teilnehmer sitzen in U-Form an ihren Tischen und schauen den Trainer mit leeren Blicken an - so sehen Seminare aus. Warum dieses Konzept scheitern muss - ein Appell zum Umdenken.
Es herrscht die Atmosphäre eines offenen Eisschranks. Die Teilnehmer sitzen in U-Form an ihren Tischen und schauen den Trainer mit leeren Blicken an. Es ist kurz vor neun. Vier von 15 Teilnehmern fehlen noch. Punkt neun. "Guten Tag. Ich begrüße Sie zum Seminar über kundenorientiertes Verhalten." Die Blicke von Trainer und Teilnehmern treffen sich. Doch dazwischen ist diese unsichtbare Wand. Fünf Minuten nach neun. Hektisches Türenklappen. Gemurmelte Entschuldigung.
Schlafen im Seminar: Die Teilnehmer sitzen an ihren Tischen und schauen den Trainer mit leeren Blicken an. (© Foto: iStock)
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Der routinierte Trainer weiß, dass dies zum Ritual von Pflichtseminaren gehört. Er weiß auch, dass viele Teilnehmer gleich bei der Vorstellungsrunde sagen werden, dass sie obligatorisch hier sind - gezwungenermaßen also. Dass sie eigentlich keine Zeit haben. Ein Vorlauter meint: "Eigentlich müsste mein Chef hier sitzen. Der braucht was zu Kundenorientierung. Der parkt immer auf den Kundenparkplätzen vor dem Haus, weil er nicht so weit laufen will."
Einsame Entscheidung des Chefs
Dieser Mangel an Lernlust ist die Norm und nicht die Ausnahme, wenn Mitarbeiter - und darin sind auch Führungskräfte eingeschlossen - in Seminare geschickt werden. Ob im Rahmen von Pflichtprogrammen oder einfach nur, weil der Chef in einer einsamen Entscheidung seinem Leuten ein Seminar verordnet hat. Doch ohne Lernoffenheit und Veränderungsmotivation verpuffen Seminare wie Tropfen auf einer heißen Herdplatte.
Nun mag mancher denken, es ist doch Job des Trainers, die Lernbegeisterung der lustlosen Meute zu wecken. Sicher sind erfahrene Top-Trainer sehr wohl in der Lage, einen Großteil der Teilnehmer in ihren Bann zu ziehen. Am Ende eines Seminars kommt es durchaus vor, dass die Teilnehmer erfreut von sich geben, es sei spannend, interessant und kurzweilig gewesen und ihnen sei bewusst geworden, was sie noch tun können. Und wohlig gestimmt kehren sie in ihr Tagesgeschäft zurück - und tun dann nichts oder kaum etwas von dem, was sie als wichtig erkannt haben.
Euphorische Vorsätze
Jeder kennt das: An Silvester schmiedet man euphorisch Vorsätze, und nach dem Neujahrskater ist jedweder Plan aus dem Gehirn gelöscht wie von einer neu formatierten Festplatte. Der Lerntransfer bleibt auf der Strecke. "77 Prozent der Seminarteilnehmer gelingt es nicht, gelernte Inhalte in ihren Arbeitsalltag zu transferieren", hat Professor Sabine Seufert vom Swiss Centre for Innovations in Learning in einer Studie herausgefunden. Professor Harald Geißler vom Lehrstuhl für Berufs- und Betriebspädagogik an der Hamburger Bundeswehr-Universität ist überzeugt, dass die Praxisumsetzung von Trainings bei zehn bis 20 Prozent liegt.
Das Paradoxe daran ist, dass die Mitarbeiter eigentlich hochmotiviert in die Schulung gehen sollten, um das Gelernte zum Wohle des Unternehmens nachhaltig umzusetzen. Denn: Weiterbildung ist für 90 Prozent der Arbeitgeber wichtig oder sehr wichtig. Das ist das zentrale Ergebnis der Befragung "Weiter durch Bildung", die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt hat. Befragt wurden dafür 1000 Entscheider aus dem Bereich Weiterbildung und Personalentwicklung in Unternehmen.
Auf der nächsten Seite: Die häufigsten Argumente, um den fehlenden Lerntransfer zu entschuldigen - und wieviel Geld zum Fenster rausgeworfen wird.
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Debatte über Urheberrecht
Abgesehen von den genannten Methoden sind es natürlich die vielen kleinen Dinge, die ein Seminar interessant machen. Ist es nur ein Vortrag, oder eine gemeinsame Lernrunde. Wie intensiv sind die Teilnehmer eingebunden, können aktiv teilnehmen? Gibt es Gruppenarbeiten, bei denen sich die Teilnehmer auch untereinander besser kennen lernen als in einer simplen Vorstellungsrunde und so Informationen austauschen können, wie die Dinge bei Ihnen in der Firma geregelt sind. "Wie gehen wir mit einer Sache um, wie geht ihr damit um?" Es muss eine gute Mischung sein aus neuem Stoff, Teamarbeit, Fragen der Teilnehmer und Austausch der Teilnehmer untereinander. Der Seminarleiter sowohl Vermittler von Stoff, als auch Moderator zwischen den Teilnehmern. Dann kann man zumindest dafür sorgen, dass der Stoff hängen bleibt!
Die Umsetzung in der Firma hängt allerdings sehr stark von der Zielsetzung der Vorgesetzten ab. Ziehen die nicht mit, oder haben zu hohe Erwartungen ("Das muss doch jetzt alles besser laufen, Du warst doch auf dem Seminar!"). Da helfen dann auch tolle neue Flatrates nix. Wenn die Vorgesetzten nicht ebenso trainiert werden, wie die Angestellten und TEIL der Veränderung werden, dann kann auch die Veränderung als Ganzes nicht stattfinden!
Erklärt wird hier immer etwas. Ha!
Ein tröger Schnatterer, der mehr idyllisch sonor, vor sich hin brabbelt, wird keinen vom Hocker holen. Auch ein Büchlein mit dem Trivialtitel - die weis ich was Lüge- ist doch mehr patetisch peinlich und zeugt von mangelnder Praxis und der wirklichen Unkenntnis was so macher Trainer, Semainarleiter zu vermitteln vermag.
Mit so einem soll man sich einmal anlegen. Nicht nur der Teilnehmer, gleich aus welcher Etage, Motivation oder Personalsituation heraus, ist im SEMINAR. Auch der Stoff selbst, das Unternehmen, das Arbeitsumfeld und besonders - derjenige der vorträgt und - wie er den Bezug zu dem Umgebungsvariablen von den Seminarteilnehmern, die er vor sich hat lesen kann... und ... und... wie er Bezüge Stoff-TN-Praxis-Vermitteln-Verwerten-TN-Ausbauen herstellt. Auch in der Weiterbildung, gibt es eine Wertschöpfung und Blasen. ... und Blasenbläser.
Einer der "nicht" kernig, knackig und kantig ist, der "nicht" wachrütteln und nicht begeistern kann ist fehl am Platz und muss armselige Artikelchen und schale Büchlein schreiben. Auch Kompetenzen müssen an ihn delegiert worden sein - er - muss aussieben dürfen (die Kompetenz haben zu sagen, dieser oder jener Mann ist falsch) und darf seine Eindrücke und sein entstandenes Gesamtbild des Mitarbeiters weiterreichen (welches Unternehmen gestattet oder hat diese in jedem Konzept enthaltene Rückfrage auch praktisch drauf?).
So einer wird als Seminarleiter keinen anständigen und interessierten Teilnehmer in einer Weiterbildung kennenlernen und sich immer einen Frust holen. Solche Seminarleiter gehören nicht in die Weiterbildung,die gehören ausgestellt, als Beispiel, wie bescheiden es laufen kann.
Mitarbeiterweiterbildung, oder sogar Weiterbildung von Leuten die in der Weiterbildung beschäftigt sind, da muss sehr genau hingeschaut werden. Das ist ein weites Feld.......