Ganzkörperanzug für den Schwimmunterricht

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Auch Naradee weiß noch nicht, wie es nach der Schule weitergehen soll. "Ich habe mit meinen Eltern noch nicht so drüber gesprochen. Mein Vater wird schon 61. Die wollen so bald wie möglich nach Thailand auswandern. Ich weiß nicht, ob ich von ihnen Unterstützung kriegen werde."

5. Stunde, Sportunterricht. Auch hier machen sich die wachsenden sozialen Unterschiede bemerkbar. Immer öfter bekommt Studienrat Christian Polenthon Fünftklässler, die nicht schwimmen können. "Letztes Jahr waren es acht Nichtschwimmer unter 60 Schülern. Das hat man seit Jahrzehnten nicht mehr gehabt, das ist ein richtiger Einbruch." Zwei muslimische Mädchen durften nur mit Ganzkörperbadeanzug am Unterricht teilnehmen.

Der private Schwimmbadbetreiber lehnte das zunächst ab, doch nachdem sich der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) für die beiden Mädchen eingesetzt hatte, durften sie doch noch. Eine muslimische Schülerin, die als drittbeste die Abschlussprüfung in der 10. Klasse absolviert hatte, musste letztes Jahr abgehen: Die Eltern wollten nicht, dass sie weiter zur Schule ging.

Scheitern an ganz banalen Dingen

Während sich die Mensa schon füllt, strömen die Oberstufenschüler in die Aula - zur Stufensprecherwahl. Claudia Rudel nutzt die Gelegenheit für ein paar Ermahnungen: "Denkt daran: Ehrenamtliches Engagement fließt in die Kopfnoten ein und soll im Abiturzeugnis vermerkt werden." Für manche ist es wichtig, immer wieder an diese Dinge erinnert zu werden, sonst scheitern sie am Ende an ganz banalen Dingen.

Nach Ende des Unterrichts machen sich die Schüler auf den Heimweg, unter ihnen Robert Karsdorf. Der 18-Jährige - ebenfalls ein Teilnehmer des "Studienkompasses" - hat im August sein letztes Schuljahr begonnen, er macht im Frühling Abitur. "Gemischte Gefühle" hat er dabei. Auch er ist nicht sicher, was er danach machen will. Aber er wirkt nicht so, als würde ihm das Sorgen bereiten. Er hofft, dass jetzt trotz aller Probleme die beste Zeit im Leben kommt: der kurze Abschnitt, in dem noch alles offen, alles möglich ist.

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(dpa/Christoph Driessen/bön)