Typisch Deutsch: Die Englisch-Grammatik sitzt perfekt, aber die Unterhaltung ist trotzdem eine Katastrophe. Worauf es wirklich ankommt.
Deutsche lernen Englisch sehr systematisch. Schritt für Schritt - das Alphabet, die Zeiten, die unregelmäßigen Verben. Wenn auch diese Zielstrebigkeit zur grammatischen Perfektion durchaus bewundernswert ist, sollte man sich doch fragen, ob nicht noch andere Fähigkeiten perfektioniert werden müssen, um im globalen Umfeld erfolgreich zu handeln.
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Gäbe es eine "kulturelle Grammatik", würden die meisten Deutschen zeitlebens den Global Test nicht bestehen. Die richtige Zeit zu benutzen, mag morphologisch eine gewisse Genugtuung bereiten, wenn es allerdings um Zwischenmenschliches und spontanen, echten Gedankenaustausch geht, spielt es eine eher geringe Rolle.
Natürlich gibt es keine Zehn Gebote der zwischenmenschlichen Beziehungen und ich will auch nicht den Leser verunsichern ob seiner Konversationsfähigkeiten. Nachdem ich zehn Jahre lang intensiv mit Deutschen aus allen Bevölkerungs- und Unternehmensschichten zu tun hatte, habe ich festgestellt, dass gegen mindestens zehn ungeschriebene Gesetze der Unterhaltung auf Englisch regelmäßig und nach allen Regeln der Kunst verstoßen wird. Zur besseren Erläuterung und, wie ich hoffe, auch zu Ihrem Vergnügen, begeben wir uns nun ins Reich der englischen Sprache.
So here we are. Unwritten Rule Number One is the use of first names. Today this is standard practice everywhere in the English-speaking world. Read: first names are normal openers and do NOT signal privileged relationships. Using surnames or (far worse) no names at all ("Sicher ist sicher") only distances you needlessly from your counterpart.
Number Two: engage in small talk. This means light social conversation and never involves money, health, family, physical appearance, politics or religion. It involves the weather, homeland, holidays, sports and recreational tips. Small talk is for everyone, in every social situation, and comes before - not after - business or shoptalk. Yes, some cultures talk family. Many do not. Moral: Do not introduce a topic you are unsure of. Germans love to talk about prices and physical conditions. This will come across as unduly serious and private in many international situations. Climate change may over time morph the weather from a light to a heavy topic, but for the moment it remains a neutral intercultural bond.
Commandment Number Three - Never say never. 'No' means 'no' in German but remember that English avoids direct negativity by at least apologizing for it. The shortest way to say 'no', therefore, is probably "I'm afraid not".
Tip Four - engage in back channelling. That means active listening with plenty of "aha's" and "right's" to help your partner along rather than blank silence which will only unsettle them.
The Fifth Commandment is to yield your turn or allow yourself to be interrupted. There's a lot more interaction in English than interruption, so don't do the selfish thing and hold your turn by rabbiting on. Yield your turn by apologizing and giving way: "I'm sorry, go ahead."
Six - use phrasal verbs instead of formal verbs for conversational freshness. That means cancel becomes 'call off' and repeat becomes 'run over'. This is not slang or dialect, but standard global English speech.
Similarly, Commandment Seven tells us that question tags ("aren't you?", "won't we?") are not slang or dialect but standard spoken signals which engage and link up with our audience.
Number Eight reminds us to remove false friends from international conversation. A 'Handy' is a mobile or cell phone. Workers are committed, not 'engaged'.
The Ninth Commandment is to replace directives and monotone representatives with human expressives. Instead of "We need the document ASAP", try "We would be very grateful if you could send the document at your earliest convenience."
And lastly, remember to shake the body in all the right ways. Too much direct eye contact can be frightening for many cultures. Shaking hands is for initial introductions. Repetitive Handshake Syndrome is a not an Anglo-Saxon disease.
Der Ire James McCabe lebt seit Jahren in Deutschland und schult in interkultureller Kommunikation. Seine Kolumnen sind bei Langenscheidt erhältlich: Global English with James McCabe
- Bewerbungsseminare Lehrgang in Selbstlob 02.11.2011
- Hartz-IV-Pläne für Nachhilfeunterricht "Wust an Bürokratie" 06.10.2010
- Ursula von der Leyen Die Nachhilfelehrerin der Nation 06.10.2010
- Soziales Jahr im Ausland Tue Gutes - und verdiene dabei 06.08.2010
- Übersetzer Job-Deutsch 29.07.2010
- Soft Skills im Unterricht Die Schule muss es richten 20.05.2010
- Nachhilfe Viel gezahlt, nix gelernt 18.05.2010
(sueddeutsche.de)
Verfassungsrichter rügen Billig-Professuren
Sehr lustige Kommentare.
Nehmt James McCabe und vor allem Euch selbst nicht zu ernst.
Wichtig ist andere (jeglicher Kultur) mit Ihren Eigenheiten zu akzeptieren.
Ich bin selbst mit einem Engländer (Oh, sorry Liebling. You are not English - you are scouse ;-) ) zusammen und habe in GB studiert und gearbeitet, aber mein Englisch ist weit weg von "perfect" - da ich überhaupt kein Talent für Sprachen habe. So lange man sich einigermaßen ausdrücken kann und keinem auf den Füssen tritt (und das macht man bestimmt nicht, wenn man als "Kraut" einige der hier beschriebenen Regeln nicht befolgt), dann klappt das auch mit der "Völkerverständigung". Und egal ob das Engländer, Schotte, Inder, Pakistani oder wer auch immer ist...
This Irish author provides much helpful advice for visitors to the British Isles, but in America different rules apply in many cases. Commandment no. 7 is one example: Aren't you, haven't they, won't he, isn't it, wasn't she, weren't you, doesn't he etc are understood, of course, but rarely used in the US as translation of the question "nicht wahr?" American businessmen prefer to simply ask "Right?" or "Okay?"
German and Jewish immigrants have enriched the American language with many features that are unknown to British Business English, for instance the ability to make up adverbs by adding -wise (as in German -weise). Example: The film was an artistic success but a catastrophe box office-wise.
Sehr geehrter Herr Senfdazu, als Mitarbeiter einer grossen amerikansischen Firma im deutschsprachigen Raum kann ich Ihrem wertem Kommentar nur zustimmen.
In diesem Sinne!
Es handelt sich beim Artikel doch eigentlich nur um 10 Sprach- oder Kommunikationstips im Englischen? Nicht Kulturkrieg. (und auch nicht um Verschwoerungskapitalismus seitens Langenscheidts, der SZ oder des Autors). Was ist so schlimm an den 10 Tips? Keiner will den Deutschen, Schweizern, Oesterreichern ein angelsaechsisches Sprachjoch ueberwerfen. Es geht doch nur um Anregungen, sein Geschaefts-Englisch zu verbessern. Kein 'ihr muesst das so befolgen!' Take it or leave it.
Nach 7 Jahren im englisch-sprachigen Arbeitsleben (und als deutsch/englischer Muttersprachler) stimmen die meisten der Tips meiner Erfahrung nach schon. Kommt auf die Situation an oder das Land (nach 6 Jahren Arbeit in England musste ich mich jetzt in Neuseeland in einigen kleinen Kommunikationsdingen umstellen, trotz gleicher Landessprache und aehnlicher Kultur).
Ich habe noch keinen Bezug zum deutschen Arbeitsalltag, aber ich finde es nur von Vorteil, Kollegen, Chefs, Klienten (nach der ersten Vorstellung mit Vor-u. Nachnamen, wie ich's bis jetzt kenne) mit Vornamen oder 'du' anzureden. Das deutsche 'Sie' schafft mehr negative Distanz (die aber anscheinend manche absolut wollen) als positiven Respekt, finde ich. Das 'Du anbieten', um diese Distanz zu beseitigen finde ich sehr ueberaltet und stocksteif.
Die aktuelle Bereitschaft, so viele englische Woerter im deutschen Alltagsgebrauch (und v.a. Werbung) aufzusaugen und (oft falsch) ueberzubenutzen sehe ich als aeusserst unnoetige Entwicklung an, aber die allgemeinen Englisch-Kenntnisse der Deutschen, (und Skandinavier u. Hollaender) wird in aller Welt erkannt und gewuerdigt. Und die basieren doch auf dem allgemeinen Interesse der Deutschen an Fremdsprachen, das doch auch ein Teil unserer Kultur ist. Und da helfen diese paar Tips doch denjenigen, die (fuer den Beruf) einen Feinschliff wollen mehr, als dass sie denjenigen, die sie nicht wollen, als arrogante angelsaechsische Sprachbefehle vorkommen sollten.
Welch trauriges Bild von humorlosen Deutschen, die vor humorlosen Amerikanern oder Briten warnen, anstatt sich an der Sprachlust zu erfreuen...
Was hindert uns daran, der angeboren (!) Lust nachzugeben und zuerst einmal zu experimentieren...
Sup? What of it?
Everything is possible, (mein Lieblingswort) never mind!
I´ll show how to slove the problem:
1. To tell the trusth ist to say nothing.
2. If somebody gibt dir zu viel...äh... tschuldigung..
too much direct eyecontact,
look bashfully at the ground.
3. Don´n blik this fact!
Any more fares??? :-)
Der obrige Text ist ausschließlich einem Wörterbuch entnommen...
Die Suche der etwas frechen Kommunikation dauerte pro Begriff ca: 0,0001 Sek. und hat mir viel Spaß gemacht. Allerdings: .. Wenn James sagt:
Schumi and driving. No, it's not about speed. But getting your license does involve using the gears and taking the handbrake off . .
Na, da muss ich wohl noch etwas üben... :-)
Paging