Wenn Deutsche Englisch sprechen, stolpern sie über manche Übersetzungshürden. Warum das gar nicht so schlimm ist.
Ian McMaster bringt Deutschen Englisch bei. Er verantwortet das Sprachlernmagazin Business Spotlight. Dabei versucht er den Drang zum Perfektionismus seiner Leser gerecht zu werden, obwohl er ihn nicht so recht verstehen kann.
"I talked to my chief yesterday." Wirklich? "I talked to my chef yesterday" ist übrigens auch falsch - das wäre der Küchenchef gewesen ... (© Foto: iStockphoto)
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sueddeutsche.de: Was halten Sie von den Englisch-Kenntnissen der Deutschen?
Ian McMaster: Sie sind sehr gut. Jeder Engländer weiß, dass die Deutschen seine Sprache viel besser sprechen als er ihre. Die Deutschen legen sehr viel Wert darauf, eine Fremdsprache korrekt zu sprechen. Dabei ist es gar nicht so schlimm, Fehler zu machen.
sueddeutsche.de: Sind wir beim Englischlernen also zu perfektionistisch?
McMaster: Auf jeden Fall. Es ist doch gar nicht so entscheidend, wie ein echter Engländer zu reden oder die Präpositionen richtig zu verwenden. Wichtiger ist es, so zu kommunizieren, dass man gute Geschäftsbeziehungen aufbauen kann.
sueddeutsche.de: Manche Fehler können ja sogar lustig sein. Eine typische Übersetzungshürde ist es ja, deutsche Ausdrücke direkt ins Englische zu übertragen, etwa wenn man das Wort Handy verwenden will.
McMaster: Handy wäre auch ein gutes englisches Wort dafür, leider bedeutet es etwas anderes, nämlich praktisch. Es heißt bei uns mobile phone oder in den USA cell phone. Interessanterweise verstehen Nicht-Muttersprachler manche dieser Übersetzungsfehler sofort. Nur die Muttersprachler reagieren verunsichert. Manches ist aber auch wirklich zum Lachen. Wer von seinem "Chief" spricht, redet zum Beispiel von seinem "Häuptling". Richtig ist "Boss". Oder der Klassiker im Restaurant: "I become a steak", das heißt übersetzt "Ich werde ein Steak". Richtig ist hier "I'll have the steak".
sueddeutsche.de: Manchmal erkennt man an der Reaktion des Gegenübers, dass man gerade einen Fehler gemacht hat. Wie reagiert man dann am elegantesten?
McMaster: Man könnte zum Beispiel sagen "Sorry, did I make a mistake?" Der englische Gesprächspartner wird einen darauf sofort in Schutz nehmen: "No, no, no. Your English is perfect."
sueddeutsche.de: Wenn Fehler gar nicht so schlimm sind, was raten Sie den Deutschen dann?
McMaster: Sie sollten stärker darauf achten, wie sie kommunizieren. Deutsche neigen dazu, sofort loszulegen und mit der Tür ins Haus zu fallen. In der geschäftlichen Zusammenarbeit mit Engländern ist es besser, sich am Anfang etwas mehr Zeit für Small Talk zu nehmen.
Gut wäre es auch, etwas weniger direkt zu sein. Wenn ein Engländer sagt: "I think that could just possibly be a problem" heißt das "Das ist aber problematisch". Man sollte auch statt "I want" also lieber "I would like" verwenden.
Was auch gut ankommt, ist mit Klischees zu arbeiten. Zu Beginn einer Präsentation könnte man zum Beispiel sagen: "I know, it is normal in England to start with a joke. But I am German, and, as you know, we have no sense of humour. So I'll begin straight away."
sueddeutsche.de: Und was sagen Sie zur Aussprache?
McMaster: Das ist doch gar nicht so wichtig. Jeder hat einen Akzent. Das kann sogar charmant sein. Ich habe ein Problem, auf Deutsch die Umlaute richtig auszusprechen. Es ist normal, Fehler zu machen, sobald man in einer anderen Sprache kommuniziert.
Aber natürlich gibt es Worte, bei denen die Betonung einen großen Unterschied macht. Wenn man "important" falsch ausspricht, klingt es schnell wie "impotent". Viele Deutsche betonen auch die Berufsbezeichnung "Personnel Manager" falsch. Sie betonen die erste Silbe statt die dritte, das klingt dann wie ein "persönlicher Manager".
sueddeutsche.de: Was für Fehler passieren denn Ihnen beim Deutschsprechen?
McMaster: Viele. Gefährlich ist "You must not". Das bedeutet auf Englisch "Du darfst nicht". Im Deutschen bedeutet "Du musst nicht" aber "you don't have to".
Einer meiner lustigsten Versprecher passierte mir bei einem Wohnungsumzug. Ich wollte einer Freundin beim Kehren helfen und bekam das Wort für "brush" nicht hin. Ich sagte: "Wenn du mir eine Brust gibst, helfe ich dir". Sie war sehr erstaunt.
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(sueddeutsche.de)
Diskussion um Leinenpflicht für Hunde
.... ich habe von einer Bekannten einmal einen sehr privaten Brief, bzw. dessen Anredezeile zum Lesen bekommen, in der sie ihr US-Bekannter (... ein hochgebildeter Mann!) wie folgt angeschrieben hatte:
"My hot beloved Zenzi.!"
Da hab ich mich auch fast weggeschmissen vor lachen!
Nun, dieser US-Bürger macht sich den Spaß, Übersetzungverbalhornisierungen mit Absicht einzusetzten, weil es ihm einen ultra-Spaß macht, unsere hervorragende, weil unheimlich vielfältige Sprache (..seine Aussage!) zu Nutzen um das Verständis für "Sprach- bzw. Sprechfehler" zu erhöhen.
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man sollte wissen, dass "Perfektionisten" nicht perfekt sind sondern perfekt sein wollen und bevor sie etwas - in dem Fall die Fremdsprache - nicht perfekt beherrschen, sie nicht oder nur unter ihrem eigentlichen Sprachniveau anwenden.
Und dass die Deutschen sehr gut Englisch können ist wahr, eben weil sie alles perfekt machen wollen. Bei vielen beschränkt es sich aufs Verstehen. Es gibt Mitbürger, die trotz passablem Schulenglisch versuchen sich im Ausland mit Deutsch herumzuschlagen, aus Angst sich zu blamieren.
Andererseits ist es völlig normal für uns, Ausländer die unsere Sprache nicht perfekt sprechen, trotzdem zu verstehen.
Es wäre wünschenswert, wenn sie die Deutschen mald en Spiegel vorhalten würden und nicht mit sich wesetlich kritischer wären als sie mit anderen (was Sprache angeht)
@sascha.leib: "Do you have a Handy!"
Genau richtig die Bemerkung. Und wer's nicht glaubt, sollte mal z.B. unter "www.urbandictionary.com" nachschlagen.
@girl84: "You really want me to know you up???"
Sollte es nicht heißen: (Do) you really want me to KNOCK you up?
Und wenn sie dann "knocked up" ist, ist sie schlicht vulgo "angebumst" oder schwanger.
Aber jetzt sehe ich, darauf hat hier schon jemand hingewiesen.
Das sind eigentlich zwei Beispiele für Slang-Ausdrücke, aber in einer normalen Gesprächssituation wird der Gegenüber sicher erst mal nicht an irgendeinen Slang denken, zumindest offiziell.
Italiener und Franzosen können keine Fremdsprachen ob dies nunmal im Norden, Süden, Osten oder Westen ist, gleiches Bild: Weder Deutsch noch Englisch - fürs Essen bestellen oder den Campingplatz buchen reichts jedoch. Die Englischkenntnisse der Deutschen hingegen als SEHR GUT und als Fremdsprachler-Perfektionisten zu bezeichnen finde ich schon gewagte Überheblichkeit und Frechheit zugleich. Die Deutschen sind das einzig' Volk, dass tausende von Kilometer von Zuhause immer noch versucht einem Kellner in Thailand oder Amerika auf Deutsch die Menu-Bestellung aufzudrücken oder ne Auskunft oder Buchung in Deutsch zu wiedergeben, obwohl die gegenüberstehende Person weder Deutsch versteht noch dieses tun muss. Vorurteile gibts für jede Nation aber die Deutschen als Fremdsprachler-Perfektionisten zu bezeichnen finde ich absolut lächerlich. Das einzige, was Deutsche können, und dies im Gegensatz zu den Schweizer und Österreicher perfekt: IST DEUTSCH! Darauf können sie stolz sein - sollten sie auch, aber evtl einmal nen Sprachkurs besuchen oder auch einmal in der Welt zuerst Englisch zu sprechen (muss ja nicht gleich Chinesisch sein) wäre oft etwas freundlicher, dem Fremden entgegenkommender als dieses rudimentäre, freche und oft arrogant aufgesetzte Deutsch welche an den Tag bringen. Es mag nicht jeder Schnitzel-Pommes-Mayo auf der Welt! (war jetzt etwas frech!)
Ich denke, was uns Ian McMaster prinzipiell mitteilen möchte ist, Englisch mit einem stärkerem Selbstbewusstsein zu sprechen. Angst vor Fehlern ist eine völlig falsche Einstellung, um eine fremde Sprache zu sprechen und zu lernen.
Ich lerne hier in England am meisten durch Gespräche mit Muttersprachlern und anderen Foreign-Speakern, die schon lange hier sind. Meine Fehler sind dabei verzeihbar, solange das gegenüber versteht. Auch um ein Gespräch auf ein höheres Level zu bringen, muss man sich trauen, über Dinge, und mit Mitteln zu sprechen, die einem weniger geläufig sind.
Den Kommentar des amerikanischen Freundes zur deutschen Fremdsprachen-Fähigkeit finde ich diese typische ostküsten superior kotzbrocken-Einstellung. Ein Freund von mir, der sein Studium in Boston absolvierte, konnte seinen deutschen Akzent ohne Anstrengung an-und abschalten. Den hat er nämlch gebraucht, um bei den amerikanischen Frauen besser zu landen.
Paging