Überlange Arbeitszeiten, unfähige Chefs und ein kaum zu bewältigendes Arbeitspensum: Immer mehr Arbeitnehmer leiden nach Erkenntnissen der IG Metall unter psychischen Erkrankungen. Die Gewerkschaft fordert gesetzlichen Schutz vor zu viel Stress - in anderen Ländern gibt es das längst.
Die "explosive Zunahme" psychischer Erkrankungen bei Arbeitnehmern wird nach Einschätzung der IG Metall zunehmend zur Gefahr für Wirtschaft und Gesellschaft. "Hier tickt nichts Geringeres als eine gesellschaftliche Zeitbombe", warnte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban in Berlin. Immer häufiger litten Beschäftigte am Burn-out-Syndrom, Hilfsangebote oder gar Prävention am Arbeitsplatz gebe es aber kaum.
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Der Stress wächst: Immer mehr Arbeitnehmer leiden unter psychischer und physischer Erschöpfung. (© iStockphoto.com)
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Um die Arbeitnehmer vor immer mehr Arbeitsverdichtung, vor psychischer und physischer Erschöpfung zu schützen, forderte er deshalb vom Gesetzgeber eine Anti-Stress-Verordnung nach dem Vorbild anderer Länder. Ähnlich wie bei Vorschriften zum Lärmschutz müssten daher von Arbeitgebern und Politik belastbare Vorgaben ausgearbeitet werden, um Angestellte besser vor Stress zu schützen.
In einer Blitzumfrage hatte die Gewerkschaft knapp 4000 Betriebsräte in ihrem Organisationsbereich zu Stress und Burn-out am Arbeitsplatz befragt. Dabei gaben 86 Prozent an, dass der Anstieg psychischer Erkrankungen in ihrem Betrieb als ernstes Problem wahrgenommen werde. Etwa 40 Prozent der Betriebsräte hätten von einer starken oder sehr starken Zunahme psychischer Erkrankungen berichtet.
69 Prozent der Befragten beklagten fehlende oder nicht ausreichende Hilfsangebote für Erkrankte, und 73 Prozent waren der Meinung, es müsse mehr für den Gesundheitsschutz getan werden.
Die Studie sei zwar nur eine Momentaufnahme, bestätige aber andere Studien etwa von Krankenkassen, sagte Urban. So seien nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK 2010 knapp 100.000 Menschen mit einer Diagnose krankgeschrieben worden, die auf ein Burn-out-Syndrom hindeute. Psychische Erkrankungen verursachten jährlich Behandlungskosten von 27 Milliarden Euro, der Produktionsausfall belaufe sich auf weitere 26 Milliarden.
"Die Kosten zahlen die Beschäftigten"
Um hier gegenzusteuern, forderte Urban gesetzlichen Druck auf die Unternehmen zur Verbesserung der Bedingungen. So gebe es in Frankreich, Italien und mehreren skandinavischen Ländern Vorschriften zum Arbeitsschutz gegen Stress, sagte er. Bekannte Auslöser für psychische Erkrankungen seien etwa überlange Arbeitszeiten, Über- oder Unterforderung, ein schlechtes Führungsverhalten der Vorgesetzten sowie ein zu hohes Arbeitspensum.
Zudem habe die Wirtschafts- und Finanzkrise und die damit verbundene Unsicherheit viele Arbeitnehmer belastet. "Die Wirtschaft hat die Krise überwunden, aber die Kosten zahlen die Beschäftigten", sagte Urban. Mit 68 Prozent gaben mehr als zwei Drittel der Betriebsräte in der Umfrage an, Stress und Leistungsdruck in ihrem Unternehmen seien seit der Krise erheblich gestiegen. Die Gesundheit dürfe aber nicht hinter betriebswirtschaftlichen Erfolgszahlen zurückstehen, sagte Urban.
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(dapd/dpa/gal/mri)
Urlaubsstress kann durchaus kaputt machen: Wenn man eigentlich Erholung bräuchte, aber rings um einen alle nur erzählen, wie aktiv sie täglich sind, so dass man sich dann doch zum Aktivurlaub quält. Indirekter Urlaubsstress ist es meiner Meinung auch, wenn man sich abrackert, um möglichst schnell das Geld für eine Maledivenreise, St. Moritz etc. zusammenzubekommen, um mit sogenannten Freunden und Bekannten mithalten zu können und den eigenen Status zu repräsentieren. Der Vergleich mit den anderen ist tückisch. Er nährt Unzufriedenheit und ständiges Streben und führt zu Stress. Und befördert wird das noch durch bearbeitete Starfotos, Trendmagazinen, Werbung etc.
Nicht nur in Unternehmen tickt diese "Zeitbombe", die man nicht sieht und die jede Firma, jedes Unternehmen und jedes Land ohne zu fragen bauen darf.
Es geht ja schon in der Grundschule los und endet im Berufsleben. Die Grundschule habe ich schon spät angesetzt, denn viele Eltern, sind die das, die unter Burn out leiden, beginnen schon im Kindergarten, ihre Kinder "arbeitstauglich" zu dressieren.
Wie im 1. Beitrag eines Schreibers-In zu lesen ist, gab es Stress, wie Überstunden, Überlastung, Fehlplanung etc. schon immer ... und ihm täten die jungen Kolleginnen/Kollegen leid.
Dem möchte ich zustimmen. Diese stehen sehr unter Druck, müssen viel arbeiten, Personal wird reduziert bei gleicher oder noch mehr Arbeit, kurze, vorgeschriebene Pausen, keine Zigarettenpause, in der sich jemand "sammeln" könnte, Druck von Oben und auch eigenen Kolleginnen/Kollegen wie Mobbing vom Feinsten, kein Durchatmen, sondern hetzen und gehetzt werden.
Leider ist dieses System von Chefs so gewollt. Sie behandeln inzwischen arbeitende Menschen wie Sklaven, kennen keinen Respekt, kein gutes Benehmen Mitarbeitern oder Untergebenen (wie das Wort schon sagt) Ich oben Du unten) gegenüber.
Oder sie haben ein verquertes Christentum im Hinterkopf, in dem die Menschen "im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen sollen", ganz ohne Freude und Sinnhaftigkeit.
Das alles belastet Seele, Geist und Körper der Betroffenen und kann langfristig nur allen Seiten schaden, den Arbeitgebern, Arbeitnehmern und den Kunden, denn ein derartiger Stress ist eine Fehlerquelle für Alles in allen Bereichen.
Ich glaube, sogenannten Streß am Arbeitsplatz gab es schon immer. Ich bin seit 1963 berufstätig, Vollzeit, in einem med. Beruf. Da ging es schon immer hoch her. Überstunden waren üblich, genauso wie sie es heute sind,wir waren auch ständig unterbesetzt, ebenso üblich waren Schichtarbeit und Arbeitszeiten in denen man Verantwortung getragen hat. Und vom Verdienst her, war diese Arbeit nie lukrativ. Es gab Streß damals mit Vorgesetzten, mit "Menschen", die eine höhere Position begleiteten und
meinten einem Anweisungen geben zu müssen.Trotzdem lief das alles für die meisten Mitarbeiter gut ab und ich kenne niemanden, der damals das Berdürfnis gehabt hätte einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen.
Was sich heute auf dieser Streßebene abspielt, hat eine ganz andere Qualität. Ich arbeite immer noch in meinem Beruf, bin immer noch zufrieden, das möchte ich vorausschicken. Aber was jüngere Menschen heute teilweise aushalten müsen ist schon heftig. Es wird gemobbt, was das Zeug herhält, die Gehälter werde so veranschlagt, dass sie gerade so zum einfachen Leben ausreichen und ständig wird versucht die Arbeitsstundenzahl zu erhöhen und die Löhne weiter nach unten zu drücken. Weiterhin sind Leute in Leiharbeitsfirmen und Aufstocker schwerst zu bedauern. Ebenso unsere vielen Praktikanten, die in einer Endlosschlange hängen! So etwas wäre früher sittenwidrig gewesen und heute ist es Alltag! Kein Wunder, daß die Psychotherapeuten so überlaufen sind und endlose Wartezeiten haben. Ich möchte heute nicht mehr jung sein. Ich weiß nicht, ob ich in diesen Zeiten in meinem Beruf nochmal so glücklich geworden wäre über die vielen Jahre hin. Jetzt läßt mich natürlich vieles kalt und gleitet an mir ab. Und was habe ich von meinem glücklichen und langen Arbeitsleben - und das macht mich natürlich auch wütend - eine kleine miese Rente werde ich erhalten, weil ich immer relativ wenig verdient habe. Ich denke alle diese negativen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind die Hauptursache, daß in der BRD immer weniger Kinder geboren werden!
Unsinn, ein alter Hut.
Verzinsung des Kapitals ist wichtig, Mitarbeiter sind nur interessant, wenn sie die vollste Zufriedenheit des Aktionärs bringen.
Früher gab es einen Firmenchef oder später einen Abteilungsleiter, der seinen Mitarbeiter noch richtig einsetzen konnte, weil er ihn kannte. Und der wusste: Zufriedene motivierte Mitarbeiter sind ein gutes Kapital.
Heute verkauft eine junge Generation die Firma, weil sie sich den Ärger und die Mühe und das Risiko nicht mehr antuen will, das Geld verzinst sich doch viel bequemer in der Schweiz. Warum also?
Übrigens die Produktivität kann jeder Firmenchef auch durch Unterbesetzung und durch per Vertrag gedrückte Löhne steigern, nur heute geht nach "Statistik" jeder Dritte zum Psychiater.
Sagt das nicht genug aus.
Wieder ein neuer produktiver Wirtschaftsbereich.
Wäre es nicht angesagter, Sie würden Ihren eigenen Beitrag einmal durchlesen:
"Aber schließlich steckt da ein riesiger Wirtschaftszweig dahinter, der den Leuten vermittelt, nur ein Mensch der in seiner Freizeit aktiv ist, lebt sein Leben zeitgemäß und nach allmöglichen wissenschaftlichen Erkentnissen, richtig! Aber ganau das macht die Leute eben kaputt."
Nun fällt mir noch etwas auf: Welche wissenschaftliche Erkenntnis? Können Sie sich da auf entsprechende Veröffentlichungen beziehen? Ich muss gestehen, dass es eher Literatur gibt z.B., in der es darum geht, eine möglichst stressfreie Freizeit zu verbringen, um die Akkus aufladen zu können. Es gibt auch eine große Tendenz, Wellness-Urlaube zu verbringen.
Damit uns nicht falsch verstehen, ich glaube auch nicht, dass es für Menschen gut ist, neben dem Arbeits- auch Urlaubsstress zu haben - aber ...... der Urlaubsstress macht die Menschen nicht kaputt!
Paging