Böckers Verbindungen zum Institut scheinen so gut zu sein, dass das IfS sogleich eine ganzseitige Anzeige in Campus schaltete. Die ließ auch Merith Niehuss, Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, aufschrecken. Zu diesem Zeitpunkt war das Heft jedoch schon gedruckt und auf dem Campus verteilt.

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Niehuss reagierte prompt: Sie distanzierte sich in einer E-Mail an die Studenten von den neuen Tönen im Studierendenmagazin: "Ich möchte darauf hinweisen, dass nach meiner Auffassung hier eine politische Nähe zum Rechtsextremismus nicht auszuschließen ist und dass diese Affinität zur 'Neuen Rechten', die mit der Schaltung der Anzeige in unsere Universität einzieht, eine politische Richtung auf den Campus bringt, die weder an der Universität noch im Bereich des Bundesministeriums der Verteidigung hingenommen werden kann."

Eine Anzeige wie die des Instituts für Staatspolitik werde es in Campus nicht mehr geben, erklärte die Uni-Präsidentin.

Niehuss sei außerdem in direkten Kontakt mit Chefredakteur Böcker getreten, bestätigte eine Universitätssprecherin zu sueddeutsche.de. Der sei nicht erfreut gewesen über die Mitteilung an die Studenten. Die wiederum reagierten mitunter geschockt. "Selbst Redaktionsmitglieder haben uns geschrieben, sie hätten von Böckers Aktivitäten nichts gewusst", sagte eine Uni-Sprecherin.

Leutnant Dennis Horz, Sprecher des Studentischen Konvents, der Studierendenvertretung, deren Organ Campus ist, sagte gegenüber sueddeutsche.de: "Martin Böcker ist dem Studentischen Konvent bis dato nicht durch etwaige radikale Publikationen aufgefallen und wurde somit im Januar 2011 einstimmig vom studentischen Konvent in sein Amt gewählt." In der Zeitschrift  Campus seien zu keiner Zeit rechtsextreme Inhalte veröffentlicht worden.

Ob Böcker trotz der aktuellen Debatte auch künftig als Chefredakteur weiterarbeiten darf, darauf hat die Universitätsleitung derzeit keinen Einfluss. Mehr als sich von den rechten Tendenzen zu distanzieren könne sie nicht tun, so Niehuss.

"Da Campus das Organ des Studentischen Konvents ist, wird dieser sich demnächst zusammensetzen und über die Konsequenzen sprechen", erklärte eine Uni-Sprecherin die weitere Vorgehensweise. Da die kommende Ausgabe erst Ende des Jahres erscheinen werde, bliebe noch Zeit, um über die Personalie Böcker zu sprechen. Konvents-Sprecher Horz erklärte, die Vorfälle würden derzeit sehr genau untersucht.

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(sueddeutsche.de/mri/mikö)