Der deutsche Geheimdienst sucht neue Mitarbeiter - und wirbt bei Abiturienten mit Beamtenstatus und Karrieremöglichkeiten. Bewerber sollen aber nicht mal engsten Freunden von ihren Plänen erzählen.
Einen Spion stellt man sich anders vor. Moritz Kachler trägt bei seinem Vortrag in der Arbeitsagentur im Berliner Bezirk Mitte weder Trenchcoat noch Schlapphut. Und doch wirbt er bei Berliner Abiturienten für einen der geheimsten Berufe in Deutschland: Einen Job beim Bundesnachrichtendienst (BND).
"Wir suchen keine James-Bond-Typen": Der BND im Berufsinformationszentrum. (© Foto: dpa)
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Wer sich bewirbt, sollte nicht einmal seinen engsten Freunden davon erzählen, rät Kachler. Und bevor jemand die Stelle bekommt, wühlen Geheimdienst- Mitarbeiter erst einmal in der Vergangenheit des Bewerbers.
Trotzdem hofft der BND durch Vorträge und Broschüren möglichst viele Berliner Abiturienten für sich begeistern zu können - denn dem BND in Pullach bei München fehlen an seinem künftigen Hauptsitz in der Bundeshauptstadt noch zahlreiche Mitarbeiter.
Waffen- und Drogenhändler jagen
"Wir suchen keine James-Bond-Typen", sagt Kachler, der beim BND für die Personalgewinnung zuständig ist. Beim Geheimdienst brauche man eben keine möglichst großen Waffen und schnellen Autos. "Und anders als James Bond fahren wir unsere Autos auch nicht so oft kaputt", fügt er lachend hinzu. Da verlassen ein paar junge Männer schon enttäuscht den Saal des Berufsinformationszentrums.
Dann aber macht Kachler den Abiturienten den Mund wässrig: Er beginnt, vom Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu erzählen, von der Jagd nach weltweit agierende Waffen- und Drogenhändlern. "Wir brauchen Mitarbeiter mit Kontaktfreude, Einfühlungsvermögen und Fremdsprachenkenntnissen", erklärt er - nur so könne man schließlich einen guten Draht zu wichtigen Informanten in aller Welt bekommen.
Trotz der spannenden Aufgaben habe der BND in Berlin ein Personalproblem: Derzeit zögerten zahlreiche Mitarbeiter noch mit dem Umzug vom bayerischen Pullach zum neuen Sitz in der Hauptstadt, sagt Kachler. Gerade im gehobenen Dienst fehle Personal. Deshalb gehe der Geheimdienst jetzt auch über die Arbeitsagentur gezielt auf Berliner Abiturienten zu.
Unkündbarer Beamten-Job
"Abenteurer, die auf gefährliche Einsätze im Ausland hoffen, sind bei uns falsch", sagt Kachler. Der Auslandsnachrichtendienst will bei den potenziellen Mitarbeitern mit etwas ganz anderem als dem großen Abenteuer punkten: Mit einem unkündbaren Beamten-Job und guten Aufstiegsmöglichkeiten.
Bis Ende September müssen alle Bewerbungen beim BND eingetroffen sein. Und sicherlich hoffen einige der Berliner Abiturienten dann trotzdem noch insgeheim, dass der neue Job zumindest ein bisschen mit den Heldentaten des berühmten Doppel-Null-Agenten zu tun hat.
(Marc Herwig, dpa)
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Wir suchen also Personen, die gleichzeitig das Profil eines Beamten, eines Spitzels und eines klugen Menschen vereinen, und das in der Arbeitslosenagentur! Selten so gelacht!
Der geschwätzige Moritz erfüllt immerhin den ersten Punkt. Wozu denn zeitaufwändige Einzelgespräche, statistisch hat er mit 20 Leuten geschwätzt, das ist mehr als eine Wochenarbeitszeit, da kann er sich die nächsten Tage beruhigt zurücklehnen, aber bitte ohne Bleistift und Kuli in der Hand, wegen der Gefahr plötzlicher Augenverletzungen.
Eine Frechheit erster Ordnung, dass inzwischen schon die 007-Beamten aus Pullach sich weigern, aus ihrem bayrischen Miefkaff in die Hauptstadt umzuziehen, obwohl das sicher ähnlich vergoldet würde wie seinerzeit für die unwilligen Bonner Beamten.
Vielleicht mal mit arbeitslosen Intellektuellen reden, die Studium und Lebenserfahrung haben, ob sie als standby-Mitarbeiter die Defizite ausgleichen möchten, aber bitte nur individuell, sonst machst du dich wieder zum Max, Moritz.
Wie? Werbung mit dem Beamtenstatus? Hat der Werber denn nicht die Lohntabellen des gehobenen und höheren Dienstes (wegen der guten Karrierechancen) vorgelegt? Wenigstens, so hoffe ich, hat er dutzende von Beamtenwitzen von Faulheit, Schlafen, Umbetten, Ahnungslosigkeit usw. erzählt, damit die Veranstaltung nicht so traurig verlief. Ja, bestimmt sucht man Masochisten statt der einstigen Bestenauslese: bei immer weniger Geld, immer mehr qualifizierte Leistung in verlängerter Wochen- wie Lebensarbeitszeit. Aber es gibt auch deutlich weniger an anderer Stelle: Mehr als 2/3 Kürzung des einstigen 13. Monatsgehaltes als Weihnachtsgeld und zum Ausgleich kein Urlaubsgeld. Ein satter Ausgleich findet zudem über die jahrelangen Nullrunden statt. Also Doppelnull hat einfach seine Berechtigung. Der Werber sollte schnell zur Seite gehen, dass die Bewerbermassen der Besten ihn nicht überrollen. Gut, dass es dann ein scharf gezeichnetes Anforderungsprofil gibt, bei der die Guten dann rausfallen!. Selten so gelacht, Danke für diesen Bericht!
dieser artikel ist noch duenner als die anwerbemethoden des bnd.
Ich bin fuer Fachangestellter fuer Kommunikation und Information
Wie nennt man diesen Ausbildungsberuf eigentlich? Kaufmann für Bürokommunikation? :-)
Paging