Verteilungskämpfe im Bildungssystem
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Schlechte Betreuung an den Unis ist außerdem nicht nur die Folge fehlenden Geldes. Wenn Professoren ihre Lehre vernachlässigen oder überfrachtete Studienordnungen erlassen, sind Politiker nicht die richtige Adresse für den Protest. Schnell einig sind sich Schüler, Studenten, Lehrer und Professoren, wenn es darum geht, pauschal mehr Geld zu verlangen. Doch es gibt auch Verteilungskämpfe innerhalb des Bildungssystems. Hauptschullehrer verdienen weniger als Gymnasiallehrer; Professoren an Fachhochschulen müssen mehr lehren als ihre Kollegen an den Universitäten; Kurse in Physik sind selten voll, die Germanisten oder Juristen dagegen froh, wenn sie einen Platz im Seminar ergattern - die Probleme und Perspektiven unterscheiden sich.
So erklärt sich die Distanz, die manche Lehrer gegenüber den Demonstranten einnehmen. In dem Streikbündnis dominieren linke Gruppen, die beispielsweise auch dafür kämpfen, das gegliederte Schulsystem zu überwinden. Da wollen viele Pädagogen, vor allem an den Gymnasien, nicht mitmachen. Der Parole "Mehr Bildung!" kann sich fast jeder anschließen, doch sobald es konkret wird, endet der Konsens, auch unter den Schülern und Studenten.
Ende der Woche wollen die Demonstranten symbolische Banküberfälle inszenieren, was Konservative empört. Die Aktivisten treibt der Frust darüber, dass Banken Milliardenkredite bekommen, Schulen und Unis aber schon seit langem in Not sind. Man kann die Aktion naiv oder populistisch nennen, weil es ja nicht so ist, dass sich der Finanzminister darum gerissen hat, die Staatskasse für Banken zu plündern. Doch das Zeichen, das die Schüler und Studenten setzen, ist keineswegs radikal. Sie erinnern nur daran, dass der Staat ein Kerngeschäft hat: seine Schulen und Hochschulen.
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(SZ vom 17.6.2009/bön)
Moderne Verwaltung
Ich hoffe, der Nachwuchs kanalisiert seinen Frust in nackte Wut gegen soviel Bildungsfehlplanungen.
Natürlich wird jede Bildungsoffensive torpediert, weil intelligente Bürger ja doch nur Skepsis verbreiten und damit das ganze Volk anstecken. So sieht es jedenfalls die Elite und deshalb wird Bildung vernachlässigt.
war schon seit Ausrufung der Globalisierung ökonomisch ausgerichtet!
Warum in Bildung investieren, wenn nach den Plänen der Globalisierungs-Ritter eh nur eine wachsende Zahl von Anlernlingen ausreicht(e), um die Profite zu erwirtschaften?
Spezielle Ausbildungen? Nee, der Anlernling hat flexibel zu sein!
Und für den Elite-Nachwuchs sorgt schon die "Elite"! Sprich: Festhalten an einem überholten Schulsystem, dessen Wurzeln noch bis in das reine Untertanentum der Deutschen zurück reicht!
Warum der entlarvende Begriff "Human-Kapital" in Diskussionen vermieden wird, verwundert mich in diesen Zusammenhängen immer mehr...
Da bleibt mir glatt nur ein Sponti-Spruch: Wer heut nicht auf die Straße geht, hat morgen nur das Stoßgebet...
Mitnichten.
Finanzkrise und zwänglerische Bildungsreform sind Produkt ein und der selben Ideologie der Durch-Liberalisierung der gesamten Gesellschaft. Es darf heute nichts mehr geben, was nicht sehr unmittelbar den Kapitalinteressen nutzt.
Seit Jahrzehnten streut die Bertelsmann Stiftung ihre kapitaldienliche Propaganda und seit ein paar Jahren hilft die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, um Vieles unverholener, nach Kräften mit.
Und was haben wir davon?
Wir sind Exportweltmeister und unsere Staatskassen sind leer. Die großen Firmen fahren Milliardengewinne ein und die Mittelklasse dünnt aus. Prekäre Lebensverhältnisse werden von Monat zu Monat normaler. Selbst die 400-Euro-Jobber werden von ihren Arbeitgebern noch zusätzlich um Arbeitsstunden betrogen. Bildung findet nur noch im Hinblick auf Wirtschaft und Industrie statt.
Die Gesellschaft wird Schritt für Schritt den Erfordernissen des Marktes angepasst und wie es dem Finanzmarkt ergangen ist, wird es auch der ökonomisierten Gesellschaft ergehen: Sie wird crashen.
Manche tun sich ja wirklich schwer. das System Kapitalismus zu begreifen. Dabei ist es doch garnicht schwer, man weiß es aber glaubt es nicht. Da sind die Bürger, verdienen global gesehen zu viel und müssen 54 % ihres Einkommens an den Staat abführen. Zusätzlich werden Mittelständische Unternehmen geschröpft, mit Bürokratie und Überprüfungen platt gemacht, wen interessiert das. Dann die Großunternehmen. Haben Politiker in den Aufsichtsräten oder als Berater und beraten und schmieren die Politik von sich aus. Korruption mit Politikern ist in Deutschland nicht strafbar. Mitarbeiter von großunternehmen versorgen mit Ihrer Arbeit zunächst das Management, dann Investoren, Banken und andere Geldgeber. Dann kommen Mieten, können ruhig überhöht sein, Abschreibungen, Zinsen, Energiekosten, Wareneinkauf über kleine eigene separate Handelsfirmen, die Gewinne abschöpfen. Dann sind da noch die Mitarbeiter. Die sollen doch bitte froh sein, dass sie einen Arbeitsplatz haben. Mit wie wenig Geld man leben kann hat doch vor kurzem Sarazzin in Berlin verkündet, 3,50 pro Tag reichen. Weil die Firmen also am Personal sparen müssen, werden diese bei möglichen Gelegenheiten entlassen und dann später, wenn es sich nicht vermeiden läßt über Zeitarbeitsfirmen als Sklaven wieder beschäftigt. Für 3,00 wenn es mal sein muß auch für 7,00 oder 12,00 . Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld sind Requisiten aus der Vergangenheit. Die Rente auch bald. Für 3,50 pro Tag kann man gesund essen. Eine Gemüsebrühe aus Blättern und Halmen kostet nichts, eine Bratwurst aus dem Supermarkt für einen Euro, 2 Brötchen vom Vortag zum halben Preis, eine Tomate, Radieschen, Mineralwasser von Lidl, da bleibt noch was über für eine Scheibe Wurst. Das sit global nach Art von Merkel, Mindestlohn ist mit ihr nicht zu machen und dafür wird sie ja auch gewählt. Kein grund sich dann zu beschweren.
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