Musische und kulturelle Erziehung
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Eine hochwertige ganztägige Betreuung ist besonders gut geeignet, ungleiche Voraussetzungen durch eine intensive individuelle Förderung der Kinder auszugleichen. Unsere Schulen müssen mehr sein als Orte, an denen "nur" Wissen vermittelt wird. Gute Schulen sind Orte, wo auch Kinder aus bildungsfernen Familien eine musische und kulturelle Erziehung erfahren, wo sie auch nachmittags von Büchern umgeben sind oder den Umgang mit Medien lernen.
Wir können das Schulsystem in Deutschland nicht von heute auf morgen revolutionieren, alle Kids in die gleiche Schule stecken und hoffen, dass als Ergebnis mehr Gerechtigkeit herauskommt. Das Ergebnis wäre vielmehr, dass noch mehr Familien als heute schon ihre Kinder auf Privatschulen schicken würden. Die Debatte um die Reform des Bildungssystems ist dann ideologisch, wenn sie einem Entweder-oder-Denken verhaftet bleibt und sich ausschließlich auf die Überwindung der frühen Trennung der Schüler oder nur auf die Verbesserung der Unterrichtsformen beschränkt.
Gute Bildungspolitik muss beides im Blick haben: sowohl Struktur als auch Qualität. Die Kinder müssen nicht nur länger gemeinsam lernen, sie müssen auch individuell gefördert werden - und selbstverständlich gilt das auch für die Hochbegabten unter ihnen. Die Abschaffung der Hauptschule allein reicht nicht, es bedarf zugleich auch einer verbesserten Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sowie neuer Methoden des Lernens und Lehrens, die in einer entsprechenden Unterrichtsqualität münden. Das ist der einzige Weg, um sowohl Kinder aus bildungsfernen Familien zu fördern als auch das Vertrauen der Mittelschichtfamilien in unser öffentliches Schulsystem zurückzugewinnen.
Abstimmung mit den Füßen
Denn dieses Vertrauen hat gerade in den "schwierigen" Stadtteilen gelitten. Ob in Berlin-Kreuzberg oder Hamburg-Altona - sobald ihre Kinder ins schulpflichtige Alter kommen, ziehen viele Mittelschichtfamilien (ob mit oder ohne Migrationshintergrund) in andere Stadtteile, wo sie bessere Schulen vermuten, oder sie schicken ihre Kinder gleich auf eine Privatschule. Eine verantwortungsvolle Bildungspolitik muss diese Abstimmung mit den Füßen zum Anlass nehmen, gerade das öffentliche Schulsystem in Problembezirken zu stärken. Diese Schulen müssen finanziell und personell besonders gut ausgestattet werden, denn nur so kann erreicht werden, dass das Kind einer alleinerziehenden Krankenschwester, eines türkischstämmigen Arbeiters und einer Oberärztin dieselbe Schule besuchen und womöglich auch Freunde werden.
Dieser bildungspolitische Aufbruch nimmt die Eltern nicht aus der Verantwortung. Artikel 6 des Grundgesetzes regelt nicht nur das "natürliche Recht der Eltern" auf Erziehung ihrer Kinder, sondern bezeichnet diese auch als "zuvörderst ihnen obliegende Pflicht". Es heißt dort aber auch: "Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft." Dieser Satz darf sich nicht darin erschöpfen, dass der Staat mit dem Finger auf jene Eltern zeigt, die mit ihren Erziehungsaufgaben überfordert sind und ihre Kinder mit dem Fernsehgerät ruhigstellen anstatt ihnen vorzulesen. Der Staat ist vielmehr auch seinerseits in der Pflicht, für ein Bildungssystem zu sorgen, das darauf ausgerichtet ist, die Potentiale und Talente jeder und jedes Einzelnen zur Entfaltung zu bringen.
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- Hauptschule "Bei uns landet das, was die Gesellschaft entsorgt" 05.02.2009
- Privatschulen Wider die Integration 02.02.2009
- Serie: Armut in Deutschland (5) "Ich mach später mal Hartz IV" 15.07.2008
- Integration an Schulen "Sie vertrauen mir, weil ich Türke bin" 04.09.2008
- Studium Geschlossene Gesellschaft 30.07.2008
(SZ vom 6.2.2009/bön)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Viel Theorie. Es hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere vom Faktor Eltern, die sich heute lieber zurückziehen und das Erziehen der Schule überlassen wollen. Wenn ich manche Eltern sehe, vergammelt, eine furchtbare Rhetorik, Flüche, Alkohol, etc... - das kann ja nichts werden.
Zweitens: ich habe mein Kind nicht in die örtliche Grundschuleschule gegeben, da der Ausländeranteil mehr als 60% betrug. Ich will mein Kind nicht dorthin "integrieren", wer mich nun für verrückt erklärt möge einfach mal einige Zeit den Umgang der Kinder untereinander beobachten.
Werte und Verhaltensregeln, Anstand und Umgangsformen ( diese Worte traut man sich ja kaum noch zu sagen, so "out" sind die ) müssen zuhause gelernt werden, dann klappt es auch später. Nur wenn man in viele Elternhäuser schaut findet man schon bei den Eltern ein furchtbares Niveau.
Die pauschalen Vorwürfe von Chem Özdemir bezüglich unseres Bildungssystems stoßen auf meinen entschiedenen Widerspruch. Bereits die unverschämte und nicht zutreffende Aussage, dass unser Schulsystem nach sozialer und ethnischer Herkunft trennen würde, ist absolut haltlos. Dem jungen Heranwachsenden, der weniger ein Theoretiker als vielmehr ein Praktiker ist, würde man nichts Gutes tun, wenn er zwangsläufig auf eine unpassende Schule geschickt würde.
Chem Özdemir vergleicht das Bildungssystem mit einem 100-Meter-Lauf in dem Menschen mit einem und zwei Beinen um den Sieg ringen, was in seinen Augen ungerecht sei. Dieser Fall trifft nicht zu. Vielmehr ist die Gliederung des Schulsystems ein großer Vorteil für den mit verschiedenen Begabungen ausgestatteten Menschen. Sogar Behinderte können in Deutschland einen Beruf lernen, den sie ohne die tatkräftige Unterstützung durch Fachkräfte nie erreichen könnten.
Was soll die Aussage, dass man zahlreiche Benachteiligungen erfahre, wenn man Sozialhilfe bekäme? Unsere Großeltern und Eltern haben nach dem Krieg das zerstörte Land wieder aufgebaut. Es herrschte Hunger und Not. In den Schulen sind mehrere Klassen nebeneinander unterrichtet worden. Mehrere Millionen Menschen aus den verlorenen Ostgebieten mussten integriert werden. Und trotz der echten Not ist aus vielen Menschen dieser Zeit auch ohne Sozialhilfe etwas geworden.
Dies erwarte ich auch von den Einwanderern aus jüngerer Zeit. Viele Menschen, besonders aus dem ehemaligen Ostblock und Asien, haben mit Fleiß in ihrer neuen Heimat eine würdige Existenz aufgebaut. Diese Menschen haben mit den gleichen schwierigen Startvoraussetzungen angefangen wie alle anderen Migrantengruppen. Ihre erfolgreiche Integration haben sie selbst in die Hand genommen. Dazu gehört, dass man die Sprache des Gastlandes lernt.
Chem Özdemir beklagt, dass insbesondere Türkischstämmige oft ohne Bildungsabschluss bleiben. Arbeitslosigkeit und Rückzug in die eigene ethnische Gruppe seien die Folge. Dazu rufe ich Chem Özdemir zu: werben sie im Gegensatz zum türkischen Ministerpräsident Erdogan für Fleiß und Integration, um hier gegenzusteuern. Viele erfolgreiche Türken zeigen wie es geht. Ein sehr großer Teil der Türken hat sich hier hervorragenden integriert. Diese Erfolge ermutigen.
Eltern müssen das Schulsystem nicht in und auswendig kennen, damit aus ihren Kindern was wird. Und auch aus Kindern, die "nur" hauptschule haben wird etwas...aber es muß schon Unterstützung aus der Familie da sein.
Und diese Unterstützung kann jeder geben, egal ob aus Oberbayern oder Ostanatolien, wollen muß er. Natürlich gibts Lebensbedingungen die sehr schwierig sind - aber oft liegts schon auch an den Leuten selber. Verantwortung wird gern abgeschoben.
Beispiel: eine Nachbarin(2.Generation, war selbst von Kind auf hier), konnte ganz gut deutsch, mit kleinen Fehlern behaftet aber im Prinzip ok. Sprach mit ihren Kindern (waren mit der Zeit 5) immer nur in ihrer Muttersprache. Wir fragten sie damals, wieso sie denn nicht deutsch mit Kindern spricht, obwohl sie es doch gut kann. "Das brauchts nicht, das lernen die dann schon irgendwann..." Der Vater verschloß sich der deutschen Sprache ganz. Die Kinder wurden hier erwachsen, die Älteste schaffte die Hauptschule nicht...
Eine andere Familie bemühte sich von Anfang an mit ihren beiden Töchtern deutsch zu sprechen (Wir wohnen hier, also sprechen wir auch diese Sprache), lernten ihnen trotzdem auch türkisch, sprachen aber als Familie deutsch wenn Deutschsprachige dabeistanden. Ein Kind ist heute im Studium , ein anderes macht eine Ausbildung.
Und auch deutsche Kinder ohne Unterstützung scheitern - gerne auch mal an den Lehrern oder an den eigenen Eltern.
Jetzt zerlege ich Ihnen diesen Satz........
"Unser Schulsystem trennt zu früh nach sozialer und ethnischer Herkunft."
......ganz langsam, vielleicht verstehen Sie dessen Bedeutung dann:
"Unser Schulsystem trennt ... Z U ... F R Ü H ... nach sozialer und ethnischer Herkunft." !!!!
Jetzt verstanden? Herr Özdemir erklärt damit, dass er mit einer Trennung nach sozialer und ethnischer Herkunft einverstanden ist, sie aber momentan "zu früh" erfolgt. Weil das aber kaum seine Meinung sein dürfte (dass er mit einer Trennung nach sozialer und ethnischer Herkunft einverstanden sei), ist dieser Satz Quatsch. Und u.a. das schrieb ich.
Und dass ich, was das Bildungssystem betrifft, vielleicht positiv voreingenommen bin, das mag durchaus -wie Sie vermuten- an meinem Wohnort liegen. Ich lebe nämlich in Bayern, und da bauen wir auf ein ausgefeiltes System von der Hauptschule bis zum Gymnasium und von der Mittleren bis zur höheren beruflichen Schule. Auch Kinder mit sogenanntem sonderpädagogischem Förderbedarf haben eigene Schulen zur Verfügung oder nehmen am integrierenden Unterricht an normalen Schulen teil, was sie je nach Leistung und Leistungsfähigkeit bis zur allgemeinen Hochschulreife bringt. Und Bayern liegt (Pisa) in den drei Hauptbereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften (als Beispiel bei den 15-Jährigen) sowohl bei den Jugendlichen MIT als auch bei denen OHNE Migrationshintergrund in der Bundesrepublik an der Spitze.
MfG
Legpatnost
jetzt sage ich Ihnen mal was,
ich bin eines von diesem Migranten-Kindern die es angeblich mit ein bißchen Willen ja auch locker durch die Grundschule in Deutschland schaffen. Kein Diplomaten-Kind, schon richtig Gastarbeitermilieu.
Wenn ich und meine Eltern auf die Ratschläge der Lehrer und Behörden gehört hätten, wäre ich bestenfalls auf der Realschule gelandet, und es hätte eben nicht für´s Abitur und einen Physik-Diplom gereicht.
Man kann nämlich Kinder auch indirekt, durch unterlassene Hilfeleistung durchfallen lassen. z.B. indem man Ihnen nichts zutraut. Dann trauen Sie sich auch selber nichts zu und fallen durch.
Das muss auch nicht umbedingt böser Wille sein, dass entsteht eher unbewusst, so nach dem Motto: "naja, die drei Jugos vor Ihm waren auch dumm, wieso sollte ich mir dann Mühe geben, die Wahrscheinlichkeit ist gross dass der auch Nichts drauf hat."
Anderes Beispiel: SIE WISSEN sicher das mindestens 12 Jahre Schule und 5 Jahre Studium notwendig sind um Anwalt, Pilot oder Arzt zu werden. Aber das bedeutet nicht, dass eine schlichte Familie aus Anatolien das weiß. DIe denken eher: Hauptschule? 9 Jahre Schule? Das ist mehr als doppelt so viel wie ich hatte, dann kann mein Sohn auch sicher Astronaut werden...."
Das sagt diesen Leuten einfach niemand. Und wozu auch? Damit die Kinder von Ureinwohnern mehr Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt haben?
Jemand muss ja auch die Toiletten an Bahnhof putzen, gel? ;-)
Paging