Aus wahltaktischen Gründen will Merkel der Bildungspolitik neuen Schwung verleihen - doch ausgerechnet aus den CDU-Ländern schlägt der Kanzlerin Protest entgegen.
Angela Merkel hat genau hingesehen. Sie hat Wahlanalysen studiert, hat sich die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen erklären lassen - und daraus Schlüsse gezogen.
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Chemiker unter sich: Bundeskanzlerin Angela Merkel (links) nimmt im Rahmen ihrer Bildungsreise durch Deutschland in der Goetheschule in Ilmenau an einer Unterrichtsstunde teil (Archivfoto vom 2. September 2008) (© Foto: dpa)
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Erstens: Wenn die Leute die Bildungspolitik schlecht finden, bestrafen sie die Regierung. Zweitens: In vielen Bundesländern ist die Bildungspolitik so umstritten, dass das auch auf die Bundestagswahl 2009 ausstrahlen könnte. Als Kanzlerin, so ihr Resümee, muss sie sich fortan besonders kümmern.
Aus dieser Stimmung heraus entstand Merkels Rede zur Bildungsrepublik Deutschland, gehalten im Frühjahr und gepaart mit der Ankündigung, sie werde Kitas, Schulen und Universitäten besuchen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zur Krönung des Ganzen wurde der schon länger geplante Qualifizierungsgipfel zum Bildungsgipfel umgewidmet - als besonderes Zeichen der Entschlusskraft und der Volksnähe. Beides will sie besonders beweisen.
Wenn sich jetzt am Mittwoch die Kanzlerin mit den Länderchefs in Dresden treffen wird, könnte aus der großen Botschaft eine ziemlich kleine werden. Die Länder und der Bund haben sich massiv verhakt, ein Bündnis für den großen Wurf ist noch nicht in Reichweite.
Das Geld trennt, statt zu verbinden
Im Gegenteil, bislang sind beide Seiten regelrecht zerstritten. Die Länder würden zusätzliches Geld vom Bund durchaus nehmen, aber sie wollen sich von Berlin nichts vorschreiben lassen. Einen größeren Anteil an der Umsatzsteuer würden sie nicht zurückweisen - sich auf Ausbauprogramme zu verpflichten, das lehnen die Bundesländer hingegen ab.
Selbst die Idee, gemeinsam eine Stiftung zu gründen und mit Geld auszustatten, wird bisher brüsk zurückgewiesen. So entfällt eine weitere Möglichkeit, aktiv zu werden. "Das kommt mit uns nicht in Frage", schimpft der Ministerpräsident eines großen Landes. Das Geld trennt, statt zu verbinden.
So entsteht der Eindruck, dass Merkel insbesondere in CDU-regierten Ländern nicht Aufbruchstimmung und Elan, sondern Widerstand ausgelöst hat. Zu stark hat sie das Gefühl erzeugt, dass sie sich doch in deren Kernkompetenz Bildung einmischen möchte.
Merkel hat zwar betont, es gehe ihr nicht darum, sie habe keinerlei Interesse, daran was zu ändern. Aber sie hat wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan gesagt, dass die Bevölkerung erwarte, die Probleme zu lösen. Gebe es welche, müsse man diese ungeachtet der Kompetenzen bekämpfen.
Im Rückblick ist das geschickt und gefährlich gewesen. So jedenfalls ist es in vielen Staatskanzleien zu hören. Geschickt, weil eine gute Stimmung für Merkel aktiviert worden sei - und gefährlich, weil sich in der Bevölkerung der Eindruck erst festsetzte, dass es bei der Bildung wirklich Probleme geben könnte. "Die Kanzlerin hat so lange von neuen Notwendigkeiten gesprochen, bis alle glaubten, dass es so, wie es ist, nicht weitergehen könnte", schimpft der Chef einer Staatskanzlei.
Ein weiteres Problem ist aufgetreten, das alle in der CDU am liebsten verschweigen würden: Dass die Union, anders als behauptet, keine einheitliche Bildungspolitik hat. Ein Manko, das bisher mit dem Begriff Wettbewerb der Länder umschrieben - und getarnt - wurde. Ob bis Mittwoch noch was geschieht, ist völlig offen.´
Hoffnung setzt mancher in die Idee, sich auf die Jüngsten und die frühkindliche Bildung zu konzentrieren. Dort ist die Kompetenz nicht eindeutig verteilt, auch die Familienministerin könnte hier was für den Bund reklamieren. Dass die das Feld im Blick hat, bewies sie bereits. Vor wenigen Tagen war Ursula von der Leyen in Paris und schaute sich mit ihrer Kollegin an, was auf diesem Feld in Frankreich getan wird.
- Vor dem Bildungsgipfel Viel Gerede, wenig Geld 19.10.2008
- Schulpolitik Für Bildung nur Notgroschen 15.10.2008
- Bildungspolitik Geld ja, Vorschriften nein 13.10.2008
- CDU zur Hochschulpolitik "Bildung für alle" 09.10.2008
- Frühkindliche Bildung Der Reparaturbetrieb 19.10.2008
(SZ vom 20.10.2008/aho)
Union debattiert über Familienpolitik
Die Gesamtschule, die sich die Eltern und Kinder wünschen, ist keine "Gleichmacherschule". Wir wollen individuelle Förderung für "ALLE". Es gibt kein Kind, das in jedem Fach das Niveau eines Gymnasiums hat, genauso wenig wie es Kinder gibt, die in jedem Fach "nur" das Niveau eines Hauptschülers haben. Manche können in Mathe mehr, die anderen dafür in Englisch. Mein Bruder ist ein typisches Beispiel. Er ist in Mathe hochbegabt, dafür in den Sprachen eher Mittelfeld. Hätte ein toller Mathematiker werden können, man ließ ihn aber nicht. Denn was muss man am Gymnasium mindestens lernen? 2 Sprachen!! Vielleicht denken Sie darüber mal nach.
Für Menschen ohne Kinder - kein Thema (obwohl es dass bei genauerer Betrachtung eigentlich sein sollte) ..
und mit Kindern geht das Dilemma schon im Kindergarten los. Totale Unterbesetzung und mangelnde Betreuung (Stichwort: wir sind ein Regelkindergarten). Wegen der Wahl der Grundschule (92% Ausländeranteil) mussten wir unser Haus verkaufen und zogen in den Süden von München. So richtig war da in Großhadern die Welt auch nicht in Ordnung. Überforderte Lehrer, schlechte Bausubstanz und Instandsetzungsrückstand waren auch hier sichtbar. Überheizte Räume und 32 Kinder. Für nicht ganz einfache Kinder wurde man wieder darauf aufmerksam gemacht, eine Regelschule zu sein. Bedeutet für die Eltern, entweder Privatschule, gezielte private Nachhilfe und ständige Hausaufgabenbetreuung.
Wir Eltern sind schon viel gewöhnt aber was wir letzte Woche bei dem ersten Elternabend in einer Münchner Realschule gesehen haben, macht schon sehr nachdenklich. Ein winziges Klassenzimmer für 28 Schüler sowie ein zusammengewürfeltes Mobiliar (Marke Sperrmüll). Das Klassenzimmer heruntergekommen und die abgehängte Deckenkonstruktion beschädigt.
Solche Zustände hätten wir bei einer führenden Industrienation nie für möglich gehalten. Bei so einem Klima können einfach die Lernziele nicht eingehalten werden und nebenbei werden die verbleibenden jungen Lehrer auch noch dadurch verheizt.
Diese 43 % für die CSU sind da noch viel zu üppig ausgefallen. Offensichtlich gibt es zu wenige Kinder und somit zu wenige Eltern (Wähler). Selbst wenn man in diese marode Schulsystem Milliarden rein pumpen würde, dann käme das Geld für zwei Generationen zu spät bei den Betroffenen an. Über die Reduzierung des Nichtraucherschutzes wird tagelang bei der CSU / FDP angeblich verhandelt und jeden Tag in den Zeitungen breit getreten. Aber was da in unseren Schulen seit 15 Jahren (und vielleicht schon früher) passiert, dass können Sie sich lieber Leser einfach nicht vorstellen. Das muss man wirklich erlebt und gesehen haben.
Aber die Bayern und Pisa. Das lässt die CSU hochleben. Da wird den nicht involvierten Menschen ein Bild vermittelt, das es nicht gibt.
Und fordert vom Rest der Bevölkerung mehr Leistung und Engagement.
Leistung soll belohnt und der Fleißige soll geachtet werden!
Gleichzeitig wurden Studiengebühren eingeführt, damit es die Kinder aus einfachen Verhältnissen noch schwerer haben.
Überfüllte Klassen und heruntergekommene Schulen für die breite Masse.
Diese Elite hat sehr viel Geld und kann ihre eigenen Kinder, die keinesfalls intelligenter sind, auf Schulen mit entsprechender Förderung schicken!
Dies ist ein bewußt eingeführter sozialer Abstieg für viele!
Und die Steuerzahler finanzieren diesen Leuten sogar noch die Bankenkrise, denn diese Elite hat das Geld zum Zocken!
Geht endlich auf die Barrikaden und wehrt Euch gegen diese Diktatur des Kapitals und geplante Abzocke!