5,5 Milliarden Euro hat Großbritannien in den vergangenen sechs Jahren in Bildung investiert. Vergebens: Mehr als die Hälfte der Briten kann weder richtig schreiben noch lesen.
Mehr als die Hälfte der Engländer kann trotz Milliardeninvestitionen in die Bildung nicht richtig lesen und schreiben - drei Viertel können nicht richtig rechnen. Das sind die jüngsten Ergebnisse eines Parlamentsberichts, der am Donnerstag in London vorgestellt wurde.
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Die Queen zu Besuch in einer englischen Schulklasse: Drei Viertel der Briten können nicht richtig rechnen. (© Foto: Reuters)
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Obwohl das Bildungsministerium zwischen 2001 und 2007 fünf Milliarden Pfund (5,5 Mrd. Euro) investiert habe, "hat England immer noch eine inakzeptabel hohe Anzahl an Menschen mit Lese-, Schreib- und Rechenschwächen", heißt es in dem Bericht des Haushaltsausschusses im britischen Unterhaus. Der Vorsitzende des Ausschusses rief die Regierung zu raschen und effektiven Gegenmaßnahmen auf.
Unter den westlichen Industrienationen steht Großbritannien mit dieser verheerenden Bilanz nicht alleine da: Vor einem Jahr hatte eine amerikanische Studie bei Jugendlichen in den USA massive Mängel in der Allgemeinbildung zutage gefördert. Die Untersuchung des konservativen American Enterprise Institutes, für die 1200 17-Jährige in den USA befragt wurden, ergab, dass knapp ein Viertel von ihnen nicht wussten, wer Adolf Hitler war. Zehn Prozent hielten Hitler für einen Waffenproduzenten.
"Inakzeptables Ergebnis"
Biblische Figuren wie Hiob oder Gestalten aus der Mythologie wie Ödipus sagten sogar mehr als der Hälfte der Befragten nichts. Der Autor der Studie, Frederick Hess, bezeichnete das Ergebnis damals als "inakzeptabel".
Auch mit der eigenen Geschichte haperte es offenbar: So behauptete mehr als ein Viertel der Jugendlichen, Kolumbus habe Amerika nach 1750 entdeckt - mehr als zweieinhalb Jahrhunderte später, als dies tatsächlich geschah.
- Bildung in den USA Absolut inakzeptabel 27.02.2008
- Schulen in Großbritannien Das dicke Ende kommt per Post 06.08.2008
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- Deutschunterricht in Großbritannien Pauken bei Arsenal 09.07.2008
(dpa/bön)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
das sind derzeit die breaking news der englischen Presse, die deutsche hats noch gar nicht registriert. dabei legen die Arbeiter mit konzertierten Streiks das Herzstück der britischen Industrie lahm, die Verarbeitung von Öl und Gas. Mit dem slogan "British jobs for British workers." protestieren sie gegen die Beschäftigung von Leiharbeitern aus Italien und Portugal in den Raffinerien. Gordon Brown hat schon erklärt, dass er ihre Sorgen teilt und auf die Industriebosse einwirken wird.
Ich kenne die Studie insgesamt nicht, aber eines fällt mir doch auf.
Durch die wissenschaftliche Studie erhält das ganze eine scheinbare tiefe Bedeutung. Alelrdings wird die Frage was hier eigentlich gemessen wurde mal wieder elegant ausgespart. Soweit ich weiss gibt es keine allgemein anerkannte eindeutige Definition was Allgemeinbildung überhaupt ist. Wie man eine nicht definierte Größe überhaupt messen kann ist mir unklar. Darüber hinaus stellt sich dann immer noch die Frage wie eine quantitative Messung - und nur eine solche wäre in irgendeiner Form vergleichbar - aussehen soll.
Die wenigen Informationen im Artikel zeigen auch wie belanglos das ganze ist. Was haben Hiob und Ödipus mit Allgemeinbildung zu tun? Ganz abgesehen davon setzen beide einen bestimmten kulturellen Hintergrund vorraus. Ich denke, dass das Ergebnis noch schlechter ausfällt wenn man willkürlich irgendwelche Sagengestalten aus dem asiatischen Raum gewählt hätte.
Für die, im Artikel angesprochenen, Themen Lesen, Schreiben und Rechnen gilt ähnliches. Was ist unter nicht richtig Rechnen zu verstehen? Wenn man den Maßstab nur hoch genug ansetzt kommt man sicher auch leicht auf 90% die nicht rechnen können.
Das Schulsystem (GB) funktioniert hier in etwa so: Kind A hat keinen Bock auf Schule und hinkt beim lesen hinterher. Man kann Kind A nun unmöglich sagen daß er sich mehr anstrengen muß, oder ihm gar eine schlechte Note geben, denn das wäre demoralisierend. Also sagt man "Ja, du machst große Fortschritte", schaut darüber hinweg, und rollt im Lehrerzimmer mit den Augen. Weil es halt so dumme Notenquoten von der Regierung gibt. Nun, 5 Jahre später kann A immer noch nicht lesen ist aber 5 Klassen weiter weil Sitzenbleiben auch demoralisierend ist, ergo bleibt so gut wie nie einer sitzen. Irgendwann bekommt Kind A dann einen "Helfer" der für Kind A zum Diktat in Prüfungen mitschreibt. Nein, das ist kein Witz. Oder Kind A bekommt einen Laptop. Oder die Fragen und Antworten der Abschlußprüfung ne Woche vor der Prüfung. Ist auch kein Witz. So, nun hat Teenager A endlich sein Higher oder A Level, was auch immer. Da steht drin, daß er alles bestanden hat. Toll. Was kann er oder sie in Wirklichkeit? Nichts dafür irgendwo, weil Kinder nun mal Systeme ausnützen die ihnen sowas durchgehen lassen. In der Pisa Studie sieht das natürlich geil aus für Gordon Brown aber blöde für Deutschland, weil da Kind B sitzen geblieben ist, das Jahr nochmal gemacht hat, jetzt aber lesen kann. Aber lesen, das kann Kind A nun immer noch nicht.
http://www.hr-online.de/website/radio/hr3/index.jsp?rubrik=4986
Die hr3 Pisa-Polizei
Kann man mit einer Viererkette sein Fahrrad abschließen? Auf welchem Kontinent liegen die neuen Bundesländer? Wie finden Sie persönlich so das Klima in der Erdatmosphäre?
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