Moderation: C. Burtscheidt und M. Thurau

Minister Heubisch, Studentensprecher Pennekamp und Uni-Präsident Huber streiten über Streiks und Ultimaten.

Seit Wochen halten Studenten Hörsäle besetzt und demonstrieren für bessere Studienbedingungen, ein Ende ist nicht absehbar. Wie ließen sich die Konflikte lösen? Darüber debattieren Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, der Münchner Uni-Präsident Bernd Huber und der Sprecher der bayerischen Studenten Malte Pennekamp.

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Die Studenten der LMU München halten das Audimax bereits seit über einem Monat besetzt. (© Foto: ddp)

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SZ: Herr Pennekamp, steht die Mehrheit der Studenten noch hinter dem Streik?

Malte Pennekamp: Man muss sehen, dass der Streik eine gesellschaftliche Debatte über gute Bildung angestoßen hat.

SZ: Herr Huber, war es die richtige Entscheidung, dass Sie das Audimax Ihrer Universität nicht räumen ließen?

Bernd Huber: Die Universitäten haben sich bayernweit auf eine gemeinsame Linie verständigt und bislang auf eine Räumung verzichtet, weil wir Solidarisierungseffekte befürchteten. Doch für uns ist die Besetzung nicht länger hinnehmbar, sie stört den regulären Vorlesungsbetrieb massiv.

SZ: Können Sie den Protesten etwas abgewinnen?

Huber: Ich kann einige Anliegen nachvollziehen. Wir haben unseren Studenten ja auch ein Angebot gemacht. Leider haben sie es nicht angenommen. Ich denke, dass wir jetzt auf die Unzufriedenheit über die Studienbedingungen mit Reformen reagieren sollten.

SZ: Herr Heubisch, die Studenten sagen, Sie seien nicht auf ihre Forderungen eingegangen.

Wolfgang Heubisch: Ich habe mit mehr als 3000 Studenten diskutiert. Natürlich bin ich auf sie eingegangen. Meine Haltung ist klar: Studienbeiträge sind nicht verhandelbar. Bei Bachelor und Master sind Änderungen erforderlich und auch in Arbeit. Was die Mitsprache, also die Einführung einer Verfassten Studentenschaft, anbelangt, bin ich zur Diskussion bereit.

SZ: Wird Bayern jetzt die Verfasste Studentenschaft einführen, so dass sich auch hier endlich Studenten selbst organisieren dürfen und ein eigenes politisches Mandat haben?

Heubisch: Vielleicht in einer abgewandelten Form. Die Studenten sollen mir Vorschläge machen.

SZ: Eine Verfasste Studentenschaft - ist das nicht eine längst überholte Forderung aus den siebziger Jahren?

Pennekamp: Wer sagt denn, dass wir uns an den alten Modellen orientieren. Wir haben bereits neue Ideen.

Heubisch: Super! Ich erwarte Ihre Vorschläge am 13. Januar. Da treffen wir uns zum bayerischen Studentengipfel.

SZ: Herr Huber, führen Sie an der LMU die Verfasste Studentenschaft ein?

Huber: Das war Teil unseres Angebots, das jedoch die Freigabe des Audimax zur Bedingung hatte. Dies ist nicht erfolgt, womit die Grundlage für das Angebot entfällt. Mindestens so wichtig ist, wie wir zu Verbesserungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen kommen. Hier muss der Staat zu mehr Deregulierung bereit sein - etwa was die Vorgaben zur Regelstudienzeit betrifft. Und die Hochschulen müssen davon ablassen, ihre Studiengänge mit allzu deutscher Gründlichkeit durchzustrukturieren, so dass sie Studenten unnötig das Leben schwer machen.

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  2. Wer hat Schuld an der Bachelor-Misere?
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