Interview: Maria Holzmüller

Hauptsache, weit oben in der Liste: Universitäten legen immer mehr Wert darauf, im internationalen Vergleich vorne zu liegen. Phil Baty, Autor eines renommierten Universitätsrankings, erklärt, was eine gute Hochschule ausmacht, wie wichtig Rankings für die Politik sind und warum er sich als Student nicht auf eine Rangliste verlassen würde.

Phil Baty ist leitender Redakteur des britischen Wochenmagazins Times Higher Education, er erarbeitet seit 2004 jährlich das "Times Higher Education World University Ranking", eines der renommiertesten Hochschul-Rankings der Welt. Im Interview erklärt er, was eine gute Universität ausmacht, welche politische Macht Rankings inzwischen haben und warum er sich bei der Wahl seiner Hochschule trotzdem nicht auf eine Rangliste verlassen würde.

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Phil Baty erklärt, nach welchen Kriterien das Magazin Times Higher Education Universitäten bewertet. (© Paul S. Amundsen/UiB)

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sueddeutsche.de: Herr Baty, würden Sie als Student Ihre zukünftige Universität anhand eines Rankings auswählen?

Phil Baty: Ich würde nie eine Entscheidung aufgrund eines Rankings treffen. Als Orientierungshilfe am Anfang können Rankings hilfreich sein, aber mehr auch nicht. Sicherlich wollen gute Schüler auf renommierte Hochschulen gehen. Doch bevor sie sich wirklich entscheiden, sollten sie sich immer über das konkrete Fach, den Lehrstuhl, ihre zukünftigen Professoren und das studentische Umfeld einer Universität informieren. Da hilft es schon, mit Studenten, die bereits dort sind, zu sprechen.

sueddeutsche.de: An wen richtet sich das "Times Higher Education Ranking"?

Baty: Das "Times Higher Education Ranking" richtet sich vor allem an akademisches Personal. Wir wollen Wissenschaftler an Universitäten über mögliche Karrieremöglichkeiten an anderen Hochschulen und mögliche Forschungspartner informieren. Es geht also vor allem um Arbeitsbedingungen.

sueddeutsche.de: Welche Bedeutung haben Rankings heute?

Baty: Inzwischen sind Hochschulrankings vor allem ein wichtiges politisches Instrument. Die akademische Globalisierung vollzieht sich rasend schnell. Hochschulen rekrutieren ihre Mitarbeiter auf der ganzen Welt, Wissenschaftler pendeln zwischen verschiedenen Ländern hin und her und Investoren sind weltweit auf der Suche nach zukunftsträchtigen Forschungsprojekten. Auch Regierungen wollen einen Überblick haben, welche Forschung wo führend ist, die Etablierung von renommierten Hochschulen bedeutet für sie auch Innovation und wirtschaftlichen Fortschritt. Es werden teilweise millionenschwere Investitionen unter Berufung auf Hochschulrankings gemacht. Da sind Informationen, die einen gewissen Überblick verschaffen, essentiell.

sueddeutsche.de: Was macht eine gute Universität aus?

Baty: Es gibt drei Kernbereiche: die Lehre, die Forschung und den Wissenstransfer zwischen Uni und Wirtschaft. Unsere Kriterien des Rankings setzen sich zusammen aus 30 Prozent Lehre: Wie sieht das Lernumfeld aus? Weitere 30 Prozent macht die Forschung aus. Wie viel wird geforscht, welchen Ruf hat die Forschung, wie viele Fördergelder fließen in die Forschung? 32,5 Prozent der Bewertung liegt die Frage zugrunde, wie oft die wissenschaftlichen Arbeiten zitiert werden. Der vierte Teilbereich ist die Innovation: Wie viele Fördergelder kommen aus der Wirtschaft? Dieser Bereich macht 2,5 Prozent der Bewertung aus. Fünf Prozent zählt die internationale Vielfalt von Studenten und Lehrpersonal.

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  1. Sie lesen jetzt "Uni-Rankings sind nie objektiv"
  2. Sind internationale Vergleiche möglich?
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