Test: Fangfragen im Bewerbungsgespräch Wie viele Smarties passen in einen Smart?

Und wie viele Katzen gibt es in Deutschland? Personaler piesacken Kandidaten mit schier unlösbaren Rätseln: Können Sie sie lösen?

Von Julia Bönisch

Die Frage nach seinen Schwächen hat der Bewerber bravourös gemeistert und sich wie aus dem Lehrbuch als perfektionistisch, ungeduldig und eher schwach im Delegieren ausgegeben. Auch seinen Lebenslauf hat er anschaulich heruntergebetet, schlaue Fragen zum Unternehmen gestellt und neue Ideen präsentiert, wie er die Firma nach vorne bringen könnte.

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Alles in allem ist das Vorstellungsgespräch also perfekt gelaufen - bis der Personaler sagt: "Wir hätten da noch eine Frage: Wie viele Smarties passen eigentlich in einen Smart?"

Der Lösungsweg ist das Ziel

"Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Woher soll ich das wissen?" Solch eine Antwort liegt in so einer Situation fast jedem Kandidaten auf der Zunge, doch die sollte man sich besser sparen. Denn dahinter steckt die ernstgemeinte Aufforderung, sich tatsächlich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen.

"Brainteaser" nennen Fachleute solche Aufgaben, die auf den ersten Blick schwierig oder sogar schier unlösbar erscheinen - für die ein Bewerber aber trotzdem immer eine Antwort parat haben sollte. "Die Lösung muss bei den Aufgaben nicht immer richtig sein", erklärt Stefan Menden, Gründer und Geschäftsführer der Squeaker.net GmbH, der über hundert Brainteaser gesammelt und ausgewertet hat. "Aber der zukünftige Vorgesetzte möchte sehen, ob der Bewerber einen möglichen Lösungsweg findet, ob er analytisch denken kann, sich Probleme logisch erarbeitet und strukturiert."

Darüber hinaus zeigt ein Brainteaser auch, wie ein Bewerber unter Stress mit einer komplizierten Aufgabe umgeht - eine Fähigkeit, die in vielen Jobs eines der wichtigsten Einstellungskriterien ist. Personaler können an der Herangehensweise der Kandidaten erkennen, wie ihre Arbeits- und Denkweisen sind, ob sie ein Gefühl für Größenordnungen und Zahlen haben und auch mal unorthodox und um die Ecke denken. "So sind die Aufgaben fast eine Art kleiner Intelligenztest", erklärt Menden.

Besonders häufig werden Brainteaser in der Bankbranche, in Unternehmensberatungen, aber auch im Marketing angewandt. Daneben testen sogar eine private Universität oder MBA-Hochschulen die Kandidaten damit.

Laut denken

Trotzdem muss kein Bewerber Angst vor Brainteasern haben, denn genau wie Aufgaben aus IQ-Tests können sich Kandidaten auch auf diese Art von Aufgaben vorbereiten: Menden empfiehlt, jedes Problem auf kleine Schritte herunterzubrechen - und sich alles bildlich vorzustellen. "Dabei soll der Kandidat ruhig laut denken", erklärt Menden. "So kann der Personaler nachvollziehen, wie er das Problem anpackt."

Und wer sich vor dem Vorstellungsgespräch auf solch ungewöhnliche Fragen vorbereitet und in die Struktur der Brainteaser eingearbeitet hat, muss nicht mehr nach Luft schnappen, wenn er mit einem schier unlösbaren Problem konfrontiert wird. Stattdessen kann er sich sofort auf die Lösung konzentrieren.

Wie groß ist denn also ein Smart - und wie groß ist ein Smartie? Wer sich traut, die beiden Zahlen zu schätzen, der kann die Lösung eigentlich gleich ausrechnen.

Klicken Sie auf die Bildergalerie und testen Sie, ob Sie die Brainteaser lösen können!

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