Kein Abschluss zweiter Klasse: Lange als Schmalspur-Studium belächelt, zeigt der Bachelor jetzt seine Vorteile. Absolventen erleichtert er mitunter den Berufseinstieg.
Kürzer, schneller, kompakter: Das ist das Motto im Bachelorstudium. In den neuen Studiengängen sind nur etwa drei Jahre bis zum Abschluss vorgesehen. Dadurch sind Absolventen beim Berufseinstieg mittlerweile oft jünger als ihre Vorgänger in den alten Magister- und Diplomstudiengängen. Viele Unternehmen sehen genau darin einen Vorteil. Andere stehen den Neulingen aber noch etwas skeptisch gegenüber. Trotzdem haben Bachelorabsolventen keinen schlechten Jobchancen.
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Der Bachelor wurde lange als Zertifikat eines Schmalspur-Studiums belächelt. Doch Absolventen haben keine Probleme bei der Jobsuche. (© Foto: dpa)
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Wenig erforschte Spezies
Da der Bachelor immer noch recht neu ist, sind Absolventen mit diesem Abschluss bisher eine wenig erforschte Spezies. Und von ihnen wagen längst nicht alle den Schritt ins Berufsleben: "Rund zwei Drittel schließen derzeit noch ein Masterstudium an", sagt Kolja Briedis von der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) in Hannover.
Vorurteile gibt es viele: Der Bachelor als Schmalspurstudium und Abschluss zweiter Klasse - so sahen die Befürchtungen von Kritikern aus. Eine Studie der Universität Kassel ergibt ein anderes Bild: Demnach finden Bachelorabsolventen ähnlich schnell einen Job wie Bewerber mit klassischen Abschlüssen - im Schnitt dauert die Stellensuche nach dem Studium etwa drei Monate.
Unterschiede bei der Bezahlung
Unterschiede gibt es aber bei der Bezahlung: Bachelorabsolventen verdienen der Studie zufolge beim Berufsstart deutlich weniger als Akademiker mit einem herkömmlichen Abschluss. An der Uni können Abgänger mit Diplom ein Einkommen von durchschnittlich 3018 Euro brutto pro Monat erwarten - mit Bachelor sind es nur 2241 Euro.
Ähnliche Unterschiede gelten für die Fachhochschulen. Im Schnitt fällt das Einkommen von Bachelorabsolventen 15 bis 20 Prozent geringer als bei Abgängern mit den alten Abschlüssen aus.
Sie wollten es nicht anders
Davon sollten sich Studenten im neuen System jedoch nicht unterkriegen lassen, meint Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin. "Das Bachelorstudium ist kein Studium zweiter Klasse", sagt er. "Viele Unternehmen haben ja selbst ein praxisnahes und schnelleres Studium gefordert, darauf sollten sich Bachelorabsolventen bei ihren Bewerbungen auch ruhig berufen." Sie sollten die Vorteile ihres Studiums hervorheben und zum Beispiel darlegen, inwiefern sie bereits Praxiserfahrungen haben.
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und jüngere Mitarbeiter zu bekommen.
@01ak: Doch man kann es meines Erachtens durchaus verallgemeinern. Im Vordergrund stand niemals die Frage nach Durchlaessigkeit oder anderen Vorteilen fuer Studenten. Ich weiss von einigen Studenten, deren Scheine trotz Bologna nicht einmal im innerdeutschen Raum anerkannt wurden. Im Vordergrund stand die Moeglichkeit die Anzahl der Masterstudenten zu begrenzen, sprich Geld zu sparen. Nebenbei gibts noch den netten Beigeschmack, dass die Studenten, vom ueberfuellten Lehrplan zermuerbt, nach dem bachelor erst einmal das Weite suchen und Jobs annehmen, die unterirdischst bezahlt sind. Und das gilt fuer fast alle Branchen.
Wo bleiben hier die Punkte Selbststaendigkeit (das Studium ist von vorn bis hinten verschult), Eigenengagement (das sicher einige haben) und Persoenlichkeitsentwicklung. Alles Faktoren, die die Industrie vom Durchschnitts-Studenten-Michl nicht haben moechte.
"Die Idee von Bologna ist ja nicht verkehrt. Nur die Umsetzung scheitert an Grundsaetzlichem!! "
Man kann das nicht verallgemeinern. In wirtschaftlichen und technischen Fächern können sich die Unis ruhig an den FHs orientieren. Die bilden schon seit 40 Jahren die Studenten in netto 6 Theoriesemestern aus und da beklagt sich auch niemand (außer militanten Uni-Studenten, die Zeit haben, um sich über sowas aufzuregen), dass deren Wissensstand nicht ausreicht.
Aber ich möchte jetzt keinen FHUni-Streit hervorrufen. Die enden immer im Sand...
Du weisst schon, das Aristotles Schüler Platos war und selbiger Schüler von Sokrates war.
Fang jetzt bitte nicht an mit einer Auseinandersetzung dreier Ideologien...
"Ich möchte jetzt nicht den Axolotl verteidigen, weil ich seine Ansichten bzgl. Bologna/Bachelor ziemlich beschränkt finde, aber die obige These ist ebenso lachhaft."
Dann schicken Sie mal Bachelor-Studenten los und lassen Sie sie selbst ein Konzept fuer ihre Bachelor-Arbeit entwickeln. Zumindest in den Naturwissenschaften werden 95% daran scheitern.
Die Idee von Bologna ist ja nicht verkehrt. Nur die Umsetzung scheitert an Grundsaetzlichem!!
Paging