Besser Präsentieren Powerpoint, so wie es von den Erfindern erdacht wurde

In seinen Präsentationen vertraute der Apple-Chef auf die Macht der Bilder. "Während die durchschnittliche Powerpoint-Folie 40 Wörter aufweist, fanden sich auf zehn Folien von Jobs kaum sieben Wörter", hält Gallo fest. Konsequenterweise demonstrierte Jobs beispielsweise die Vorzüge des Macbook Air, das er "das dünnste Notebook der Welt" nannte, mit einem Foto: Die Aufnahme zeigte das Notebook in einem großen braunen Briefumschlag.

Damit hatte Jobs Powerpoint genau so genutzt, wie es sich seine Erfinder, der Unternehmer Robert Gaskins und der Programmierer Dennis Austin, Mitte der 1980er-Jahre vorgestellt hatten. Zum zwanzigsten Geburtstags ihres Programms zeigten sich die beiden im Wall Street Journal entsetzt darüber, wie es in-zwischen genutzt wurde. "Dabei ist nicht das Programm schlecht, sondern die Präsentationen sind es, die damit erstellt werden", stellte Austin fest. Einer Druckerpresse werfe man doch auch nicht vor, dass es mit ihr möglich ist, auch jede Menge Müll zu produzieren.

Auch bei den legendären Ted-Konferenzen werden gelegentlich Folien verwendet - doch wenn, dann immer nur spärlich, schreibt ihr Kurator Chris Anderson in der Harvard Business Review. Bei den Ted Talks, die 1984 zum ersten Mal im kalifornischen Monterey stattfanden (und kostenlos unter ted.com im Internet abzurufen sind), sprechen Wissenschaftler, Unternehmer und Prominente über "ideas worth spreading", also Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden.

So oft wie möglich trainieren

An ihren maximal 18 Minuten kurzen Vorträge beginnen die Redner oft schon Monate vorher zu arbeiten. "Präsentationen stehen und fallen mit der Idee, mit der Geschichte, die sie erzählen, und der Leidenschaft der Vortragenden", so Anderson. "Es geht dabei um Substanz, nicht um Vortragstechniken oder multimediale Feuerwerke." Trotzdem wäre es wichtig, den Vortrag so oft wie möglich zu trainieren - "allein oder vor Publikum".

Wie wichtig selbst erfahrene Redner das Üben nehmen, lasse sich unter anderem am Beispiel von Steve Jobs zeigen, sagt Michael Gerharz. "Der hat sich ein halbes Jahr und länger vorher auf eine Konferenz vorbereitet. Zwei Tage vorher hat er dann ausschließlich die Keynote geübt - und das als Chef eines Weltkon-zerns." Jobs Präsentationen sahen zwar alle locker aus. Doch jede Demonstration, jeder Videoclip, jede Folie wurde genau geplant, ihre Abfolge intensiv geprobt.

In all dem zeigt sich zugleich auch Jobs leidenschaftlicher Enthusiasmus für die eigenen Produkte - nach Ansicht von Gerharz "die Grundbedingung dafür, mitreißend erzählen zu können. Und jeder, der fest an das glaubt, was er hat oder tut, kann an sich und seinen Präsentationen arbeiten - und damit dann andere begeistern und überzeugen."

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