Sie klagen über Stress und Zeitdruck, haben Schmerzen und seelische Probleme: Worunter Arbeitnehmer leiden.
Zunehmende Arbeitsintensität macht immer mehr Beschäftigte krank. Fast jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland leidet stark unter Hektik, Zeit- und Termindruck am Arbeitsplatz, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeinen Ortskrankenkassen in Bonn ergab. Mehr als jeder Vierte erlebt demnach das geforderte Arbeitstempo und den Leistungsdruck sogar als sehr belastend.
Rückenschmerzen sind das häufigste Leiden, gefolgt von Verspannungen, Müdigkeit und Gelenkschmerzen. (© Foto: photodisc)
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Erst am Dienstag hatte die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) eine Studie veröffentlicht, wonach die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme seit 1997 um 70 Prozent angestiegen ist. Die AOK-Studie bestätigt nun die Einschätzung, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz eine zunehmende Rolle spielen. Sie stellten für viele der bundesweit über 30.000 Befragten ein erhebliches Problem dar, erklärte das Institut.
Allerdings spielten auch körperliche Belastungsfaktoren an vielen Arbeitsplätzen weiterhin eine wichtige Rolle. Dies gelte besonders für das produzierende Gewerbe. Mehr als jeder fünfte Befragte fühlt sich durch schwere körperliche Arbeit stark belastet. Auch einseitige körperliche Beanspruchungen, wie ständiges Stehen (von 31 Prozent der Befragten genannt), seien weit verbreitet.
Die lieben Kollegen
Die zehn häufigsten gesundheitlichen Probleme werden von mindestens jedem zweiten Befragten in Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz gebracht. Bei den Beschwerden dominierten Muskel- und Skeletterkrankungen. Fast jeder Zweite (47 Prozent) leide häufig unter Rückenschmerzen. Besorgnis erregend sei, dass dies auch bereits für ein Drittel der Befragten unter 20 Jahren gelte. Fast jeder dritte Befragte leide häufig unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch Stresssymptome wie Nervosität, Unruhe und Reizbarkeit seien weit verbreitet.
Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) der Befragten ist der Ansicht, dass seine gesundheitlichen Beschwerden durch Veränderung der Arbeitsbedingungen reduziert werden könnten. 44 Prozent halten dies zumindest teilweise für möglich. Vorgeschlagen wurden vor allem Angebote wie "Informationen über gesundes Verhalten am Arbeitsplatz" (34 Prozent) und "Gesundheitskurse für Mitarbeiter" (24 Prozent). 17 Prozent der Befragten halten Verbesserungen im Bereich des Nichtraucherschutzes für erforderlich.
Trotz der vielfältigen Belastungen wird die Arbeit von den meisten Beschäftigten jedoch insgesamt positiv bewertet. Das Gros der Befragten (81 Prozent) fühle sich in der Regel von den Kollegen am Arbeitsplatz anerkannt und könne mit der Unterstützung der Kollegen rechnen, wenn Hilfe benötigt werde, heißt es in der Studie. Der Umgangsstil zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern werde von der Mehrheit der Befragten als kollegial bewertet. Allerdings fehle es oft an ausreichender Anerkennung und Förderung.
(AP)