Berufswahl Zum Lehrer nicht geeignet

Die Hälfte aller Referendare ist für den Lehrer-Beruf völlig ungeeignet. Für viele steht nicht das Arbeiten mit Kindern im Vordergrund - ihnen geht es um ein laues Studium.

Die psychische Belastung von Lehrern ist laut einer Studie oft auch die Folge einer falschen Berufswahl. "In der Tat sind zu viele ungeeignet für den Lehrerberuf", sagte Uwe Schaarschmidt, Leiter der Potsdamer Lehrerstudie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Laut der Untersuchung, die am Freitag in Stuttgart vorgestellt wurde, weisen die Hälfte der Lehramtsstudenten und Referendare Verhaltensmuster auf, die ihn zur Bewältigung der psychischen Anforderungen des Lehrerberufs ungeeignet machen.

Hinzu kommen laut Schaarschmidt aber auch schwierige Schüler und Eltern, ungünstige Arbeitszeitgestaltung und mangelnde gesellschaftliche Anerkennung.

Die Motive für das Lehramtsstudium seien oft nicht die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern die gute Vereinbarkeit von Familie und Lehrerberuf sowie vermeintlich geringere Studienanforderungen, erläuterte Schaarschmidt.

Der Untersuchung zufolge, für die 20 000 Lehrer befragt wurden, überwiegen nicht nur bei den angehenden Lehrern, sondern auch bei den langjährigen Profis gesundheitsgefährdende Verhaltensmuster. Dazu gehören einerseits mangelndes Engagement, geringe Widerstandfähigkeit und Unlust, andererseits Überengagement und Selbstausbeutung.

Der Chef des Beamtenbundes Baden-Württemberg, Volker Stich, forderte mehr Beratung für Schulabgänger und Studienanfänger, um die Selbsteinschätzung der jungen Menschen zu schärfen. "Da hilft nicht nur ein Schulpraktikum."

Stich forderte ein Hilfenetz für die Lehrer. Es müsse neben Beratung auch Fortbildungen anbieten. Auch kleinere Klassen könnten zur Entlastung beitragen.