Viele Schülerinnen entscheiden sich bei der Ausbildung für typische Frauenberufe. Auch bei der Studienwahl ist keine Trendwende in Sicht.
Erstmals in der Geschichte der deutschen Hochschulen haben sich im vergangenen Wintersemester mehr Frauen als Männer zum Studium neu eingeschrieben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist der Frauenanteil an allen Studierenden in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, von 44 Prozent im Wintersemester 1998/99 auf 47 Prozent 2003/2003.
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Großes Interesse an Medienberufen
Obwohl in Deutschland Frauen mittlerweile alle Berufe mit Ausnahme des Bergmanns offen stehen, bleibt deren Wahl nach Auskunft der Statistiker sowohl bei Ausbildungsberufen wie auch bei den Studienrichtungen vielfach traditionell:
In den 20 beliebtesten Ausbildungsberufen reichte im Jahr 2001 der Frauenanteil von einem Prozent bei den Gas- und Wasserinstallateuren und Metallbauern bis hin zu 93 Prozent bei Friseuren und 96 Prozent bei Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk. Bei Arzthelferinnen und zahnmedizinischen Fachangestellten erreicht der Frauenanteil nahezu einhundert Prozent.
Beim häufigsten Ausbildungsberuf im Bereich der neuen Informationstechnologien, dem Fachinformatiker, lag der Anteil der jungen Frauen hingegen nur bei elf Prozent.
Demgegenüber scheinen die neuen Medienberufe das besondere Interesse von jungen Frauen gefunden zu haben: Von den Auszubildenden im Beruf Mediengestalter für Digital- und Printmedien waren 56 Prozent Frauen.
Wenig Naturwissenschaftlerinnen
An den Hochschulen sind laut Statistischem Bundesamt gerade in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern vergleichsweise wenig Frauen immatrikuliert. In der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften beträgt der Frauenanteil lediglich 36 Prozent, in den Ingenieurwissenschaften nur 21 Prozent.
Demgegenüber weisen die Sprach- und Kulturwissenschaften mit 68 Prozent und die Veterinärmedizin mit 82 Prozent einen weit überdurchschnittlichen Anteil an weiblichen Studierenden auf.
Eine Trendwende in diesen Bereichen ist den Angaben zufolge derzeit nicht erkennbar. So stieg zwar der Frauenanteil unter den Studierenden, die im Wintersemester 2002/2003 ein Fachstudium in Mathematik, Naturwissenschaften aufnahmen, gegenüber dem Wintersemester 1998/99 von knapp 37 Prozent auf nunmehr gut 39 Prozent leicht an. In den Ingenieurwissenschaften stagnierte dieser Anteil im gleichen Zeitraum jedoch bei etwa 22 Prozent.
Auch bei den Frauenanteilen in den verschiedenen Berufsausbildungen konnten die Statistiker keine größeren Veränderungen feststellen.
Mehr Mädchen als Jungs machen Abi
Was die Schulabschlüsse angeht, haben Frauen deutlich bessere Voraussetzungen für eine Berufswahl als Männer. Von den weiblichen Schulabgängern 2001 legte gut jede vierte Frau (26,5 Prozent) die allgemeine Hochschulreife ab, gegenüber 19,9 Prozent bei den jungen Männern, wie das Statistische Bundesamt erklärte.
Auch beim Realschulabschluss lagen die jungen Frauen (42,9 Prozent) vor ihren Mitschülern (38,5 Prozent).
(sueddeutsche.de/AFP/AP)