Kurzarbeit, Massenentlassungen, Abfindungsangebote: Eine gute Berufsrechtsschutzversicherung kann in der Wirtschaftskrise wertvoll sein.

Millionen Beschäftigte und Kurzarbeiter in Deutschland bangen um ihren Job. Spricht der Chef tatsächlich die Kündigung aus, kann eine gute Berufsrechtsschutzversicherung bares Geld wert sein.

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Entlassen: Eine Rechtsschutzversicherung hilft etwa bei Klagen gegen die Sozialauswahl. (© Foto: ap)

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Bislang empfahlen Verbraucherschützer allenfalls den Verkehrsrechtsschutz wegen der hohen Streitwerte als notwendiges Auffangnetz. "Seit geraumer Zeit raten wir auch zum Arbeitsrechtsschutz, vor allem für Berufstätige in Krisenbranche", sagt Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Keine Rundum-Sorglos-Strategie

Dass die Absicherung wichtig sein kann, liegt nicht zuletzt an der Besonderheit von Arbeitsrechtsprozessen. Anders als bei sonstigen Zivilverfahren muss jede Partei in der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht die Kosten für Anwalt und Gericht selbst bezahlen. Auch der Gewinner. Dieses Kostenrisiko von einigen hundert Euro hält letztendlich viele Arbeitnehmer davon ab, sich vor Gericht gegen ihre Entlassung zu wehren, wie Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV) weiß.

Eine Rechtsschutzversicherung ist allerdings längst keine Rundum-Sorglos-Strategie gegen Probleme mit dem Arbeitgeber. Auf das Schutzschild ist nur dann Verlass, wenn der Kunde eine leistungsstarke Police im Rücken hat, die Wartezeit von drei bis sechs Monaten vorbei ist und sein Fall nicht zur Auslegungssache wird. Ein Abschluss auf den letzten Drücker sei in jedem Fall gewagt, betont Andreas Krämer, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV). Das gelte unter Umständen auch für Kurzarbeiter.

Denn ist der Arbeitsplatzverlust schon absehbar oder ein Streit mit dem Betrieb bereits am Kochen, verweigern Versicherer häufig eine Kostenübernahme, so der Frankfurter Anwalt. Ähnliches gilt auch, wenn die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens in Kurzarbeit nachweislich auf der Kippe steht oder schon von Massenentlassungen die Rede ist.

Dichtes Sicherheitsnetz

"Vorhersehbare Ereignisse werden von Versicherern abgelehnt", winkt auch Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ab. Übernommen werden ausschließlich Fälle mit Aussicht auf Erfolg.

Nur wer rechtzeitig sein Sicherheitsnetz dichter knüpft, hat die Chance, im Ernstfall auch zu profitieren. Wie zum Beispiel die 46-jährige Münchner Sekretärin, die die betriebsbedingte Kündigung auf den Tisch bekam. Weil ihr Arbeitgeber in diesen Krisenzeiten 30 Jobs strich, musste auch die alleinerziehende Mutter gehen. Die Frau war schon länger versichert, klagte gegen die Sozialauswahl und gewann. Die Kosten von mehr als 1.700 Euro konnte sie gleich an ihren Versicherer weiterreichen. Ohne Police hätte sie sich die Kündigungsschutzklage nicht leisten können.

Auf der nächsten Seite: Warum es oft nichts bringt, eine Police auf den letzten Drücker abzuschließen.

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