175 Millionen Euro ohne Gegenleistungen
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Für Nußbaum ist der Streit eine gute Gelegenheit, sich als harter Brocken und konsequenter Sparer zu zeigen - und so auf der anderen Seite Forderungen des Bildungssenators Zöllner nach höheren Uni-Etats nachzugeben. Zöllner will ein neues Finanzierungsmodell durchsetzen, das den Hochschulen etwa 140 Millionen Euro mehr im Jahr in Aussicht stellt. Gebunden ist der Zuwachs allerdings an bestimmte Leistungen wie höhere Studentenzahlen und eingeworbene Forschungsprojekte.
Selbst wenn die Unis das nicht schaffen und beim Status quo bleiben würden, hätten sie nach seinem Modell 110 Millionen Euro zusätzlich, verspricht Zöllner. "Mehrbelastungen müssen ausgeglichen werden, dazu stehe ich", sagt er und verweist unter anderem auf einen auslaufenden Tarifvertrag, der die Unis im kommenden Jahr zu höheren Gehaltszahlungen zwingen wird. Der Forderung nach 175 Millionen Euro ohne Gegenleistungen kann und will Zöllner jedoch nicht folgen. Er kämpft nun an zwei politischen Fronten, mit dem Finanzsenator auf der einen und den selbstbewussten Uni-Chefs auf der anderen Seite. Die Ansprüche der Charité könnten da als erstes geopfert werden.
Den Leistungsvorgaben ausgeliefert
An der FU und der Technischen Universität betrachtet man Zöllners "Preismodell" noch mit Skepsis. Der Plan, von globalen Zuschüssen abzurücken und etwa zwei Drittel der Mittel an Leistungen zu koppeln, empfinden viele als Rückkehr zu einer staatlichen Detailsteuerung. Zöllner hingegen sieht einen Zugewinn an Autonomie für die Unis und betont, sein Modell sei "im Prinzip nach oben offen". Soll heißen: Wenn alle besser werden, bekommen auch alle Unis mehr Geld. Bei der sogenannten leistungsbezogenen Mittelvergabe, die es in verschiedenen Varianten bundesweit gibt, hat oft nur der relativ Beste Vorteile, auch wenn sich alle gesteigert haben.
Vor allem an der FU gibt es Widerstände, FU-Präsident Dieter Lenzen möchte sich nicht den Leistungsvorgaben des Senators ausliefern. Der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, zeigt sich deutlich offener. Zöllner habe "frischen Wind gebracht", und zum ersten Mal seit Jahren sei nun zumindest ein nennenswerter Aufwuchs der Mittel in Sicht, sagt Markschies. Selbst wenn der Wunsch nach einem Plus von 175 Millionen Euro nicht vollständig erfüllt werde, sei Zöllners Konzept "vertretbar". In der Wirtschaftskrise seien höhere Ausgaben schwer durchsetzbar. Markschies versteht aber auch, dass viele Studenten und Wissenschaftler misstrauisch auf die Vorlagen des Senats reagieren: "Was ist nicht schon alles versprochen worden!" Und dann habe es Sparrunden gegeben. In Berlin, sagt Markschies, sind die Verwundungen groß.
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(SZ vom 22.6.2009/bön)
Das Wichtigste haben Sie vergessen, nämlich das in Berlin die Berufung von Frauen als Leistung gilt, für die die klammen Universitäten Geld erhalten. Ob deshalb besser qualifizierte männliche Bewerber auf der Strecke bleiben, ist egal...
Das Projekt begann vor etwa 10 Jahren, die Testphase ist bereits abgeschlossen. Das Verfahren betrifft 30% der staatlichen Zuschüsse an Unis und Fachhochschulen, sowie 10% an die Kunsthochschulen. Auch wenn es eines der im Vergleich zu anderen Bundesländern differenziertesten Indikatorensysteme verwendet, handelt es sich um ein zwar einfach zu erhebendes, jedoch recht primitives Leistungskonzept. Kurz gesagt: Mehr Geld bekommt, wer möglichst viele Studierende in möglichst kurzer Zeit zum Abschluss bringt. Im Bereich Forschung ist derjenige Gewinner, der die meisten Drittmittel einwirbt. Wie das alles geschieht und was hierbei zur Erreichung jener Ziele vernachlässigt wird, spielt dann keine Rolle mehr. Auch wenn der Sinn solcher leistungsorientierter Mittelverteilungssysteme grundsätzlich angezweifelt werden kann: Manche US-Staaten, z.B. Tennessee, machen das viel eleganter. Aber auch dort führen mögliche Studierendenproteste nicht zu Budgetänderungen - sie sind dort aber auch nicht nötig...
sondern bankrott aufgrund unfähige Politiker - und das seit Jahrzehnten -, die zu keiner Zeit bereit waren, sich den Realitäten zu stellen.
Solange andere für die Schulden irgendwie aufkommen und immer wieder frisches Geld in diesen Sumpf pumpen, können sich die Kiezgrößen im Schlamm(assel) wälzen.
Aber die SZ wirkt mehr und mehr wie ein bayerisches Blatt. Es scheint sich immer weniger mit seinen nicht-bayerischen Lesern zu identifizieren. Vielleicht müsste man einmal eine links-liberale "Norddeutsche Zeitung" erfinden. Im Internet: norddeutsche.de, mit nordcafé usw. Oder mehr Die Zeit lesen.
Wo es besonders herausscheint sind die Stichelein und Panikvergleiche München-Berlin. Ja, Berlin ist arm aber sexy. Bzw. wie es hier geschrieben ist: Berlin ist arm aber (einige sagen) es SEI sexy. Und ich sage: je ärmer wir werden um so sexier^^ Da hilft weder Schadenfreude noch Abwarten, ob wir hier zusammenbrechen. Hier werden nunmal bestimmte Dinge/Menschen akkumuliert, um die uns andere beneiden. Aber Neid und Wettbeweb sind gar nicht nötig. Andere Dinge haben wir gar nicht und die sind auch beneidenswert. München ist eine schöne und vorzeigbare Stadt. Mit seinen Eigenheiten und einem besonders wertvollen Charm. (Aber Neid macht häßlich). Wer München nicht gesehen hat, kann nicht behaupten Deutschland zu kennen. Das selbe gilt übrigens auch für Dresden. Ich war gerade zu Besuch. Die Neustadt ist so ziemlich das flächendeckend spannendste, was ich seit langer langer Zeit gesehen habe. (So viel mal zu einem anderen Ziel bayerischer Überheblichkeit)