Auf dem Campus ist die Grenze zwischen lockerem Flirt und sexueller Belästigung manchmal fließend. Doch Studentinnen können sich wehren - auch gegen anzügliche Dozenten.
Sex für gute Noten - für dieses unmoralische Angebot an eine Studentin ist ein Professor der Universität Augsburg vor Gericht gelandet. Ein krasser Einzelfall? Mag sein. Er lässt dennoch tief blicken. Und Vorfälle wie dieser dürften so manche Studentin verunsichern. Lästige Anmachen müssen Frauen immer wieder ertragen - auch auf dem Campus. Gerade an anonymen Massenunis werden lästige Annäherungsversuche selten von anderen bemerkt. Alleine sind Betroffene deshalb jedoch nicht. Für sie gibt es Anlaufstellen, in denen geschultes Personal anonym berät und hilft.
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Studentinnen, die sich in der Uni von Kommilitonen oder Dozenten belästigt fühlen, können auf professionelle Hilfe zählen. (© Foto: dpa)
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Ein bisschen Flirten an der Uni gehört für viele dazu. Annäherungsversuche können aber schnell nerven, wenn sie zu weit gehen. Dazu gehören nicht nur unerwünschte Berührungen, sondern auch anzügliche Bemerkungen oder Gesten. "Die meisten Belästigungen sind verbal", hat Margit Weber beobachtet. Sie ist Frauenbeauftragte der Universität München. Wer sich durch "Blondchen"-Sprüche im Seminarraum erniedrigt fühlt, sollte das sofort ansprechen. Oft werde dem Gegenüber sein Verhalten dann erst bewusst.
Solche Sprüche mögen noch als Witz gemeint sein. Bei einem Klaps auf den Hintern hört der Spaß aber definitiv auf. "Hier gilt es, ein klares Nein zu äußern", rät die Pädagogin. In jedem Fall müsse klar werden, dass das Verhalten unerwünscht ist. Scherzhafte Bemerkungen seien dagegen uneffektiv und führten eher dazu, die Situation zu verharmlosen. Keinesfalls dürften Studentinnen es ignorieren, wenn andere aufdringlich werden. "Das wird häufig als Zustimmung gewertet", erklärt Weber.
"Beute" für Dozenten
Genau diesen Fehler machen manche Studentinnen aber, wenn sie das Gefühl haben, vom Dozenten als mögliche "Beute" angesehen zu werden. So würden lästige Anmachsprüche des Betreuers mitunter verdrängt oder billigend in Kauf genommen, wenn eine Studentin ihre Examensarbeit schreibt, glaubt Anja Gadow vom Dachverband der Studentenschaften in Deutschland (fzs) in Berlin. "Da der Leistungs- und Notendruck hoch ist, trauen sich viele Betroffene nicht, gegen die Belästigung vorzugehen." Problematisch sei zudem, dass der Lehrplan es oft nicht zulässt, bestimmte Dozenten zu meiden.
Häufig gehen Gadow zufolge Schuldgefühle und das Empfinden eines persönlichen Makels mit der emotional belastenden Situation einher. Denn Reaktionen wie "Du bist ja selbst schuld" seien nicht selten.
"An der sexuellen Belästigung haftet immer noch ein Stigma." Größer als die Angst, durchzufallen, sei für viele Betroffene der Gedanke, dass der Vorfall vom Dozenten geleugnet und ihnen von offizieller Seite nicht geglaubt wird, ergänzt Weber. Bekommen Studentinnen etwa aufdringliche E-Mails oder SMS-Nachrichten, sollten sie diese unbedingt aufbewahren und nicht etwa löschen.
Frust, Scham und Angst
Der eigene Freundeskreis ist laut Gadow ein wichtiger Ansprechpartner, um sich anzuvertrauen. Zudem sollten Betroffene eine Beratungsstelle aufsuchen. "Alle Gespräche können anonym geführt werden und unterliegen der Schweigepflicht", erläutert Astrid Schäfer vom Deutschen Studentenwerk (DSW) in Berlin. Die Berater seien Psychologen mit therapeutischer Zusatzausbildung, die auch professionelle Hilfe vermitteln können. Im Gespräch gehe es zunächst darum, die eigene Situation zu schildern, um Frust, Scham und Angst loszuwerden.
Unternommen werde erst mit Einwilligung der Betroffenen etwas. Dann aber rigoros: Zunächst wird laut Weber mit dem Belästiger gesprochen, der sich zu dem Vorfall äußern muss. "Im Anschluss ist eine temporäre Suspendierung möglich, bis sich die Vorwürfe entkräften lassen"", ergänzt Volker Drothler, Leiter der Rechtsabteilung an der Universität Marburg. Dem Belästiger drohten arbeits- sowie dienstrechtliche Konsequenzen, mit einer Abmahnung sei es nicht getan.
Angst vor der Offenbarung
Wahrscheinlicher seien im Schuldfall eine Versetzung oder gar die fristlose Kündigung. Studenten müssen mit der Exmatrikulation rechnen, Beamte zusätzlich mit einem Disziplinarverfahren. "In schweren Fällen wie Vergewaltigung, Nötigung oder Stalking droht zudem ein strafrechtlicher Prozess", erklärt Drothler.
Die Angst, sich zu offenbaren, ist laut Weber dennoch hoch. Wer keine Hilfe sucht, habe aber später oft mit Ängsten und Depressionen zu kämpfen. Leistungseinbrüche im Studium oder soziale Isolation seien mitunter die Folge. Auch Männer kommen in die Beratung, sagt die Pädagogin, meist aber als Zeugen. "Wir sind dankbar über jeden, der etwas mitbekommt und es auch erzählt."
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(sueddeutsche.de/dpa/Andreas Thieme/holz)
- Working Student / Trainee (m/f) – C++ / 3D Computer Graphics– RTT AG, 81671 München
- Praktikum oder Abschlussarbeit im Bereich Projektierung / Anlagenplanung– BASF Personal Care and Nutrition GmbH, Illertissen
- Praktikant/Werkstudent (m/w) Unternehmensberatung– Haselhorst Associates GmbH, 82319 Starnberg bei München
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Wenn sie das nicht verstehen, dann sind sie noch nicht in einer gleichberechtigten und gleichgestellten Gesellschaft angekommen.
mst.ei.tum.de/frauen/frauen.html
da liegt dann alles in einer Hand- und gut ist es.
Wieso ist das denn Ironie?
...dann vergessen sie doch bitte auch die andere politische Opferfrau nicht:
Vera Lengsfeld. Sie warb ganz offen damit, dass CDU Frauen "mehr zu bieten haben" und wurde von der eigenen Partei abgestraft!
Ansonsten:
Ironie an.
Mann kann doch bitte von jeder Frau erwarten, dass sie sich ein bisschen schminkt und hübsch macht. Jede im Rahmen ihrer (vielleicht auch beschränkten) Möglichkeiten. Welcher Mann möchte schließlich ständig mit häßlichen Frauen konfrontiert werden?
Ironie aus.
Wir erinnern uns doch wohl noch alle sehr gut daran, dass die Art und Weise, wie sie zu ihrem Doktor-Titel kam von den Medien massiv kritisiert wurde. Eine Promotion für eine junge, konservative Blonde zum Discount-Preis rechtzeitig für die Plakatwerbung zum Bundestagswahlkampf. Als zu ihrem Sexappeal auch noch der akademische Grad kam, wurde das recht offensichtlich vom Wähler honoriert und von der Kanzlerin klug benutzt. Es wurde nicht bekannt, dass sich Frau Köhler dadurch diskriminiert fühlte und somit besondere Empathiefähigkeit für die Aufgaben ihres Amtes zeigte.
Für eine allgemeine Aussage hat der Einzelfall natürlich keine Beweiskraft, aber das ist ja leider nicht die Wirklichkeit. Die Hofierung der grünen Bundestagsabgeordneten Agnes Krumwied, die Instrumentalisierung von Silvana Koch-Mehrin von der FDP bei der Europawahl, die offensichtliche Auswahl der Nachrichtensprecherinnen auf Grund ihrer erotischen Ausstrahlung, der Einsatz der "Schönen" in der Werbung usw. zeigen, dass positive Geschlechterdiskriminierungen in unserer Gesellschaft die Regel sind. Leidtragende sind Frauen, denen derlei Qualitäten nicht zur Verfügung stehen.Ihre (negative) Diskriminierung sollte in der Diskussion nicht vergessen werden, weil sie Frauen noch tiefer verletzt als unerwünschte sich wechselseitig begünstigende Komplizenschaften zwischen materieller und erotischer Macht.
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