Von Von Christine Burtscheidt

Bayerns Kultusministerin Hohlmeier legt ein neues Konzept gegen den Lehrermangel vor.

Die Staatsregierung plant, den Lehrermangel an Bayerns Schulen unter anderen durch Mehrarbeit von Referendaren sowie verstärkten Einsatz von Studenten im Unterricht zu beheben. Das soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Bestandteil des Konzepts sein, das Kultusministerin Monika Hohlmeier auf der Klausurtagung in Kreuth vorstellen will. Kabinett und CSU-Fraktion wurden bereits am Montag in die Pläne eingeweiht.

Schüler

Sparen zugunsten der Schulen: Bis zu 300 Stellen sollen durch Etat-Umschichtungen in allen Ministerien finanziert werden. (© Foto: AP)

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Wie berichtet werden für das kommende Schuljahr mindestens 800 Lehrer zusätzlich benötigt, um die Unterrichtsversorgung sicher zu stellen. In Absprache mit dem Finanzministerium sollen davon 300 Stellen mit "frischem Geld" bestritten werden. 200 bis 300 Stellen müssten durch Etat-Umschichtungen in anderen Ressorts aufgebracht werden, heißt es in CSU-Kreisen. Alle Ministerien sollen von der Sparauflage zugunsten der Schulen betroffen sein. Auch das Wissenschaftsministerium, das ebenfalls mit steigenden Studentenzahlen in den kommenden Jahren zu kämpfen hat. Dort will man die Sparsumme deshalb auf keinen Fall den Hochschulen aufbrummen.

Die restlichen 300 Stellen hat das Kultusministerium selbst aufzubringen. Dies soll vor allem durch eine Verlängerung der Arbeitszeit für Referendare geschehen.

Geplant ist ebenso ein Stellenabbau an den Grund- und Sonderschulen.

Erwogen wird zudem eine Zusammenlegung einzelner Berufsschulen sowie eine Auflösung der Sprengelbindung bei Volksschulen, um gegebenenfalls kleine Klassen mit ortsfremden Schülern aufstocken zu können.

Insbesondere ist aber auch an den Einsatz fachfremder Kräfte im Unterricht gedacht. Wenn Not am Mann ist, sollen selbst Studenten unterrichten. Auch der Einsatz von Förstern etwa in Biologie ist im Gespräch. Dagegen protestierte gestern schon vorab der bayerische Lehrerverband. "Das ist unakzeptabel", sagte Präsident Albin Dannhäuser.

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(SZ vom 12.1.2005)