Ende der Raucherzonen: Vom kommenden Schuljahr an sollen Zigaretten von allen Schulhöfen verschwinden.
Vom Schuljahr 2006/2007 an soll an Bayerns Schulen striktes Rauchverbot gelten, auch auf Schulhöfen und in Raucherzimmern. Das Kabinett beschloss gestern eine entsprechende Gesetzesvorlage. "Das ist ein klares Signal gegen Sucht und für die Gesundheit unserer Kinder", sagte Kultusminister Siegfried Schneider. Es müsse Schluss damit sein, dass ältere Schüler und Lehrer Kindern suggerierten, Rauchen gehöre zum Erwachsenendasein.
Frühe Sucht: Schon Elfjährige greifen zum Nikotin. (© Foto: dpa)
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Der Freistaat folgt damit dem Beispiel anderer Bundesländer wie Hessen, Berlin, Niedersachsen und zuletzt Schleswig-Holstein. Dort haben die Regierungen in den vergangenen Jahren per Erlass ein Rauchverbot erwirkt, nachdem immer mehr Jugendliche immer früher zur Zigarette greifen. Das Einstiegsalter liegt inzwischen bei durchschnittlich elf Jahren. Besonders Mädchen neigen zum Nikotingenuss.
Eigentlich gilt bereits ein Rauchverbot an Bayerns Schulen. An Grund-, Real- und Hauptschulen ist der Konsum von Zigaretten untersagt. Eine Ausnahme macht die Schulordnung lediglich für Gymnasiasten in der Oberstufe, also von der elften Klasse an, sowie für Schüler an Berufsschulen. Die meisten Schulen regeln den Konsum mit eigens dafür ausgewiesenen Raucherzonen auf dem Schulgelände. Nur wenigen gelang jedoch bisher eine striktes Rauchverbot durchzusetzen. Einzelne verankerten es nach Absprache mit Lehrern, Eltern und Schülern in ihrer eigenen Schulverfassung.
2004 regte das Kultusministerium zudem einen freiwilligen Versuch "Rauchfreie Schule" an. An diesem beteiligten sich 30 Einrichtungen, darunter auch das Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf. Direktor Heinz-Peter Meidinger sagt, er habe Lehrer und Kollegiaten dafür gewinnen können, ein gutes Vorbild für die jüngeren Schüler zu sein. Raucherlaubnis gibt es nur mehr außerhalb des Schulgeländes. Auch bei Schulveranstaltungen, Elternabenden und Klassenfahrten ist die Zigarette tabu. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen rechnen.
Der Modellversuch ist Grundlage für den Gesetzesentwurf. Dieser wird demnächst den Verbänden zur Anhörung vorgelegt und soll nächstes Jahr vom Landtag verabschiedet werden. Ob das so reibungslos gelingt, bleibt abzuwarten. In Schleswig-Holstein sorgt das bereits beschlossene Rauchverbot an den Schulen zurzeit für heftigen Ärger: Weil der Hauptpersonalrat der Lehrer die Zustimmung verweigerte, kann es nicht in Kraft treten.
(SZ vom 5.10.2005)
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